Über den Irak:
Der Irak, einst ehemaliges arabisches Königreich und Kerngebiet Mesopo­tamiens mit der Hauptstadt Bagdad war seit 1534 bis Ende des 1. Weltkriegs Teil des türk. Reiches. Doch schon bei Kriegsbeginn wurde es von den Engländern besetzt wegen der Ölinteressen, besonders im Gebiet von Mossul. Wegen der Sicherung des Land­weges nach Indien resultierte der englische Widerstand gegen die von Deutschland finanzierte Bagdadbahn. 1920 bis 1930 als eigener Staat engllisches Mandatsgebiet: 1921 wird Feisal I. zum König ausgerufen, 1926 Erwerb des Mossulgebietes von der Türkei. 1932 erreicht der Irak seine volle Unabhän­gigkeit. 1933 erfolgte die Festlegung der Grenze mit Syrien. 1955 -59 Mitglied des Bagdadpakts.
1958 Zu­sammenschluss mit dem Königreich Jordanien in der Arabi­schen Föderation, jedoch wieder aufgelöst nach der nationalistischen Re­volution General Kassems 1958 und dem Ende der Monarchie (Ermordung des Königs ). Es folgte die Bildung einer autori­tären Republik). 1961 Konflikt um den Besitz Kuwaits, welcher später eskalierte und durch US-Streitkräfte beendet wurde. 1962 schwerer Kurdenaufstand. 1968 bringt ein Staatsstreich der natio-
nalistischen Bath-Partei A. Bakr an die Macht, der eine Politik enger Anlehnung an die UdSSR betreibt. 1972 Unterzeichnung des irakisch-sowjetischen Freundschaftsvertrages. 1971 Abbruch Beziehungen zum Iran und zu Großbritannien.
Um über die Höhe der Erdölförderung und die Einnahmen bestimmen zu können, wird im Juni 1972 die britische IPC (Iraq Petroleum Company) verstaatlicht. 1973 bis 1978 verzehnfachen sich so die Öleinnahmen des Staates, industrielle und öffentliche Projekte können grosszügig finanziert werden. So beginnt beispielsweise im Mai 1978 eine grossangelegte Kampagne gegen das Analphabetentum. Im Juli 1979 muss al-Bakr aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten und Saddam Hussein übernimmt die Führung der ASBP und des gesamten Staates. Er vereinigt in sich nun die Ämter des Staatspräsidenten, des Oberkommandierenden der Streitkräfte, des Generalsekretärs der Partei und des Vorsitzenden des Revolutionsrates.
Im September 1980 beginnt der erste Golfkrieg mit Angriffen des Iraks auf den Iran. Der erwartete schnelle Sieg stellt sich jedoch nicht ein. 1984 wendet sich das Kräfteverhältnis schliesslich zu Gunsten des Irak, nicht zuletzt durch Hilfen der USA und der UdSSR, die offiziell jedoch neutral bleiben. Der Krieg dauert bis August 1988 an. Im September des Jahres 1988 startet Hussein einen Feldzug gegen Kurden, die den Iran unterstützt hatten. Hunderte sterben durch Giftgas. Der Irak hatte sich während des Krieges hoch verschuldet, wesentliche Industrieanlagen waren zerstört. Militärisch geht der Irak gestärkt aus dem Krieg hervor. Auch die Position Saddam Husseins ist nach diesem Krieg konsolidiert. Am 8. Dezember 2002 übergibt der Irak eine zwölftausend Seiten umfassende Dokumentation über seine Waffensysteme an die UN. Doch trotz nicht vorhandener atomarer,chemisch-biologischer Waffen, greifen die USA und Grossbritannien den Irak erneut an und stürzen den Dikatator Saddam Hussein. Das ist aber auch das einzige, was man diesen Mächten zugute schreiben kann.
Quer durch ein geschichtsreiches Land.
Der Irak blickt auf eine lange Geschichte zurück. Im Land zwischen den Flüssen Euphrat und Tigris entwickelten sich antike Hochkulturen und das arabisch-islamische Weltreich. Seit der Unabhängigkeit des Irak jedoch ist die Geschichte des Landes bestimmt von Staatsstreichen, politischen Morden und brutalen Diktatoren. In der Geschichte der Menschheit spielt die Landschaft um die beiden grossen Flüsse Euphrat und Tigris bereits in den Jahrtausenden vor dem Islam eine bedeutende Rolle. Die griechisch-römische Welt nannte diese Region Mesopotamien. Sumerer, Babylonier und Assyrer gründeten hier Weltreiche und entwickelten hochstehende Zivilisationen. Im sechsten Jahrhundert vor Christus wird Mesopotamien von den Persern besetzt. Die Sassaniden gründen ganz in der Nähe der heutigen Stadt Bagdad ihre Kapitale Ktesiphon.
Auf dem Weg nach Basra
Heute ist Basra nicht mehr von den Persern besetzt - dafür von der britische Armee. Wie sich doch die Bilder gleichen. Nur dass uns anstelle der Perser heute britisches Militär kontrollierte. Wir passierten sieben Kontrollstellen, bevor wir die Innenstadt von Basra erreichten. Bild oben rechts: Kontrolle eines irakischen Fahrzeugs. Bild unten links: Britische Soldaten beim Wiederherstellen der Strom und Telefonleitungen. Rechtes Bild: Durchs Fernglas in unser Auto geschaut - dennoch endlich mal freie Fahrt.
"Mit der Ausbreitung des Islam im siebten Jahrhundert und der Eroberung der Region durch die arabischen Heere wurde der Irak mit den beiden Garnisonsstädten Basra und Kufa Teil des arabisch-islamischen Weltreichs. 749/50 löste die Abbasidendynastie die der Umaiyaden ab, die von Damaskus aus regiert hatten. Mit der Gründung der neuen Hauptstadt Bagdad verschob sich das Zentrum des Weltreiches nun endgültig in den Irak. Die Herrschaft des Kalifen Harun ar-Raschid (786-809) gilt landläufig als Höhepunkt der Abbasidendynastie.
  
Harun al-Raschid, geb. im Februar 763 in Rai bei Teheran, gestorben am 23.März 809 in Tus bei Meschhed, Kalif der Abassiden-Dynastie (seit 786). Trotz einiger Gebietsverluste in N-Afrika führte Harun sein Reich zu großer Blüte, entwickelte Bagdad zu einer Kulturmetropole und soll nach fränkischen Quellen gute Beziehungen zu Karl dem Großen unterhalten haben. Bekannt ist Harun vor allem durch die Märchensammlung "Tausend und eine Nacht", die ihn als volktümlichen Herrscher idealisiert, der inkognito in seinem Reich nach dem Rechten sieht.
Bagdad dritter Teil