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Buenos Aires (frühere Schreibweise: Buenos Ayres, offiziell Ciudad Autó- noma de Buenos Aires/Autonome Stadt Buenos Aires) ist die Hauptstadt und das kommerzielle und industrielle Zentrum Argentiniens. Die Gründung der Stadt war ungefähr 1536–1541. Der Konquistador Juan Díaz de Solís entdeckte 1516 den Río de la Plata, seine Expedition wurde aber durch einen Indianerangriff in der Nähe des heutigen Tigre zu einem blutigen En- de gebracht, bei dem Solís auch selbst umkam.
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Buenos Aires kurz nach seiner Gründung 1536
Buenos Aires wurde am 2. Februar 1536 von Pedro de Mendoza mit dem Namen Puerto de Nuestra Señora Santa María del Buen Ayre ("Hafen un- serer lieben Frau (der Heiligen) Maria des guten Windes") gegründet. Der Name wurde von Mendozas Kaplan ausgewählt, der ein Verehrer der Vir- gen de Bonaria (Jungfrau des guten Windes) von Cagliari, Sardinien war. Nach anderer Überlieferung wurde der Name aufgrund der günstigen Win- de im Río de la Plata ausgesucht. Der Ort von Mendozas Stadtgründung liegt auf dem Gebiet des heutigen Stadtteils San Telmo. Mendoza befahl etwa 1.600 Mann, die auf 16 Schiffen anlandeten. Da sie erst im Spätsom- mer ankamen, war es zu spät, um Getreide anzupflanzen. Die lokalen Que- randí-Indianer waren Jäger und Sammler und wurden von den Spaniern gezwungen, Essen für Mendozas Truppen zu beschaffen. Sie reagierten daraufhin mit wiederholten Angriffen. Mendozas Siedler mussten 1541 den Ort aufgeben. An diesen Expeditionen beteiligte sich der Straubinger Patriziersohn Ulrich Schmidl, der zum Chronisten der Ereignisse und früh- em Historiker der Stadt wurde. Er gilt bisweilen als einer der Mitbegründer der Stadt.
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Zweite Gründung der Stadt 1580–1776
Erst 1580 wurde die Stadt von Juan de Garay mit dem Namen Ciudad de la Santísima Trinidad y Puerto Santa María de los Buenos Aires ("Stadt der Heiligen Dreifaltigkeit und Hafen der Heiligen Maria der guten Winde") wiedergegründet. Zwischenzeitlich waren mehrere Stadtgründungen auf dem Gebiet des heutigen Argentiniens vollzogen worden, die aufgrund der Besiedelung von Peru her alle im Nordwesten liegen. Die älteste durchgän- gig bewohnte Stadt des Landes ist daher Santiago del Estero im Nordo- sten des heutigen Argentinien. Buenos Aires hing seit seinen frühen Ta- gen stark von der Viehzucht in der die Stadt umgebenden Pampa und vom Handel mit Spanien ab. Die spanische Administration des 17. und des 18. Jahrhunderts verlangte allerdings, dass alle Waren, die nach Europa ge - schickt wurden, zunächst nach Lima in Peru gebracht werden mussten, um die Waren zu versteuern. Der weite Umweg löste aber einen steigen- den Unmut bei den Händlern in Buenos Aires gegenüber Spanien aus und so entwickelte sich der Schmuggel sehr gut. Karl III. von Spanien erkann- te diese steigende Instabilität seiner Macht und lockerte während seiner Regierung (1759–1788) zunächst die Handelsbestimmungen und erklärte schließlich Buenos Aires zu einem offenen Hafen.
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Hauptstadt des Vizekönigreichs Río de La Plata 1776–1810
1776 wurde Buenos Aires schließlich zur Hauptstadt des Vizekönigreichs des Río de la Plata, das aus dem Vizekönigreich Peru ausgegliedert wurde. Die Bevölkerung der Stadt stieg unter anderem auch durch die Einfuhr von Sklaven aus Afrika stark an, zwischen 1778 und 1815 betrug der An- teil der schwarzen Bevölkerung etwa ein Drittel. Während der Zeit der Koalitionskriege, bei denen Spanien als Alliierter Frankreichs Gegner des Vereinigten Königreiches war, besetzten am 27. Juni 1806 britische Trup- pen unter General William Carr Beresford nach zweitägigen Kämpfen die Stadt. Die Bewohner leisteten jedoch Widerstand und am 4. August ero- berten einheimische Kräfte unter Santiago de Liniers die Stadt zurück. Liniers konnte auch eine weitere Belagerung durch die Briten abwehren, die am 7. Juli 1807 mit der Kapitulation General John Whitelockes endete. Die Tatsache, dass die Besetzungen nicht an der Gegenwehr der spani- schen Truppen, sondern am erbitterten Widerstand seitens der Bevöl- kerung gescheitert waren, bestärkte die Nationalisten in ihren Ambiti- onen. Sie bereiteten die Unabhängigkeit des Landes vor, indem sie immer weitergehende Zugeständnisse des Vizekönigs an lokale Bürgervereini- gungen, den so genannten Cabildos Abiertos erlangten.
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Hauptstadt von Argentinien 1880–1976
1880 wurde die Stadt Buenos Aires unter Julio Argentino Roca von der gleichlautenden Provinz abgetrennt und gleichzeitig zur Hauptstadt Ar- gentiniens erklärt. 1890 war Buenos Aires die größte und wichtigste Stadt in Lateinamerika. Um die Jahrhundertwende betrug die Einwohner- zahl nahezu eine Million. 1913 wurde unter der Avenida de Mayo die erste U-Bahn-Strecke eröffnet. Die U-Bahn von Buenos Aires blieb die erste und einzige in Lateinamerika bis zur Eröffnung der U-Bahn von Mexiko-Stadt im Jahre 1969. Für die Jahrhundertfeiern der Unabhängigkeit Argentiniens wurden im Stadtzentrum einige Diagonalen in das Straßensystem und die Avenida 9 de Julio geschlagen. Der Plan war aber ursprünglich wesentlich ambitionierter, als er schließlich durchgeführt wurde.
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Am Schluss noch eine Anmerkung von Ritter Manfred
1919 gab es unter der Regierung von Hipólito Yrigoyen einen Arbeiterauf- stand, der durch Militärgewalt niedergeschlagen wurde. Die Ereignisse gingen als die La Semana Trágica (die tragische Woche) in die Geschichte von Buenos Aires und von Argentinien ein. In den 1930er Jahren wurden einige große Avenidas durch das Stadtzentrum gezogen, so die Avenidas Santa Fe, Córdoba und Corrientes, die heute noch Hauptschlagadern des Straßenverkehrs sind. Ab dem Zweiten Weltkrieg hatte die wachsende Stadt viele vormalige Vororte erreicht und einverleibt. Die Stadt beher- bergte zu dieser Zeit etwa ein Drittel der argentinischen Bevölkerung. [Oft wird man in der Schule gefragt, weshalb Argentinien Deutschland nach Kriegsende noch den Krieg erklären musste? Die Antwort lautet: Die USA bestanden darauf, wenn Argentinien in die UNO aufgenommen wer- den wollte.]
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Militärdiktatur 1976–1983
1976 kamen mit dem Sturz von Präsidentin Isabel Martínez de Perón die Militärs in Argentinien an die Macht. Während dieser Zeit verschwanden Zehntausende von Menschen, die sich in Opposition zu den Militärs stell- ten oder manchmal auch nur in den Verdacht gerieten gegen die Militär- regierung zu sein. Mit Beginn der ersten Verhaftungswellen der Militär- diktatur, die von 1976 bis 1983 dauerte, protestieren auf der Plaza de Mayo vor dem Präsidentenpalast, der Casa Rosada, die Mütter der wäh- rend der Militärdiktatur verschwundenen Menschen. Zu den Opfern der willkürlichen Verhaftungen, Folterungen und Ermordungen gehörte die deutsche Soziologin und Entwicklungshilferin Elisabeth Käsemann, die in den Slums von Buenos Aires Sozialarbeit leistete.
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