Willkommen in
Zwar keine Hauptstadt - aber: Bester Heimatort in Ohio.
Ich erklärte meiner Frau Jeanette, dass ich in Ohio in Cridersville eine wunderbare Familie kenne, die ich gerne besuchen würde und ob sie etwas dagegen hätte? Ihre Antwort klang fast erstaunt, dass ich sie so etwas überhaupt fragen konnte. "Selbstverständlich besuchen wir Deine Freunde, die Du online kennen gelernt hast vor meiner Zeit. Nur, wir haben kein Hotel für dort gebucht?"
"Na das sollte das kleinere Übel sein!" antwortete ich ihr, denn wir dürfen dort übernachten, dessen bin ich mir sicher! Und überdies brauchen wir keine Übernachtung, denn diesen Ort erreichen wir heute noch". Und so kam es auch später. Doch wollen wir den Ereignissen und der Gastfreundschaft meiner amerikanischen Freunden nicht vorgreifen. Zunächst studierten wir erst einmal die Landkarte, wie wir überhaupt in den kleinen Ort finden würden und wie wir fahren müssten. Ich hatte gerade angesetzt, um Jeanette um die Landkarte zu bitten, als sie mir schon den Weg erklärte: "Wir müssen entweder über den Interstate 71 zurück nach Columbus", meinte sie, "oder wir fahren in Richtung Lorain und über Elyria bis Sandusky. Dort biegen wir ab nach Findlay und fahren über den Interstate 75 nach Lima. Diesen Weg müssten wir ohnehin nehmen um nach Cincinnati zu kommen." Sie hatte gute Arbeit geleistet, das muss ich zugeben.;-) Den Interstate Nr. 75, der ja ohnehin unser Weg nach Cincinnati gewesen wäre, fanden wir spielend. Kurz hinter Lima kam noch ein kleines Städtchen namens Fort Shawnee und gleich danach tauchte Cridersville auf, welches wir noch bei Tageslicht erreichten.
Es war zwar verboten sich auf die Wiese zu stellen - noch dazu mit dem Auto, doch es reizte uns unheimlich uns mit dem Auto vor das Schild zu stellen, zumal auch weit und breit kein Polizist oder ein sonstiger Wachmann zu sehen war. So riskierten wir es und machten per Selbstauslöser eine bleibende Erinnernung von diesem Schild.;-) Erst dann bogen wir um die Ecke. *g* (Siehe Bild links)
Leider ist der Ehemann meiner besten Freundin mittlerweile verstorben.
Ankunft vor dem Haus meiner Freunde, die uns schon erwarteten. Selt-
sam: Obgleich mich der Hund mit Namen "Buffy" noch nie im Leben gesehen hatte, sprang er mich freudig an und verharrte an meinem Hosenbein.;-) Vielleicht bestätigt sich hiet wieder einmal, dass Hunde genau unterscheiden können, ob ein Mensch gut oder böse veranlagt ist.
"Buffy" stand an der Haustür und wartete scheinbar darauf, dass wir reinkommen. Robert, der Ehemann von Christa, hielt die Tür offen und meinte: "Na, was ist? Rein oder raus? Doch "Buffy" wedelte nur mit dem Schwänzlein und bellte dabei freudig, als ob sie sagen wollte: "Erst wenn die auch reinkommen, dann gehe ich von der Türe weg!" ;-)
Hier sind wir in der Küche unserer amerikanischen Freunde. Robert war ständig am Fotografieren. Er sollte noch genügend Gelegenheit dazu bekommen, denn wir blieben ja nicht nur im Haus. Morgen sollte ein grosses Feuerwehrfest stattfinden mit Fahnenträgern der Wapakoneta High School Band und mit Cheerleaders des Schulballvereins. Na das wollten wir uns denn dann doch nicht entgehen lassen.;-)
Linkes Bild: Diesmal fotografierte ich selbst, um auch mal Robert in sei-
nem Haus zu erwischen. *g* Rechts war diesmal Christa an der Reihe uns auf der Digitalcamera zu verewigen. Dass meine Frau eine Jacke trug ist kurz erklärt: Sie hatte gerade einen Spaziergang um das Haus gemacht und war ein wenig die Strasse auf und ab spaziert.
  
Einst war eine Zeit, als Cridersville noch eine wahre Wildnis war, wim-
melnd mit wilden Tieren aller Art die im Norden der Vereinigten Staaten ansässig waren. Deshalb war diese Region für die Indianer auch ein be-
liebtes Jagdrevier. Diese Wildnis war aber nicht sehr ansprechend, denn große Flächen der Laubwälder waren auch ausgedehnte Sümpfe und Marschland. Deshalb wurde diese Gegend "Der Grosse Schwarze Sumpf" des Nord-Westen genannt. 1782 gründeten die Shawnee Indianer Stämme eine Sitzungshalle in Wapaghkonneta, dem heutigen Wapakoneta einer Nachbarstadt in südlicher Richtung. 1832 erfuhren die Shawnee, daß deren Chef namens Blackhoof, ihr Ohio Land für $ 13,000 an die U.S. Regierung verkauft hatte, zum Tausch für Land im Kansas Territorium, westlich dem Mississippi Fluss. Die Umsiedelung war eine traurige für die 800 Shawnee. Sie waren nicht für das schlechte Winterwetter, das sie erwartete, ausgerüstet. Alle Versprechen der U.S. Regierung, wegen des Verkaufs des Shawnee Landes, wurden gebrochen. 1853 setzte der U.S. Kongress noch eines drauf und zahlte $ 66,000 als zusätzliche Kompensation, für die beiden Stämme von Wapakoneta und Hog Creek, um jeglichen Anspruch gegen die U.S. Regierung aufzulösen. Dieses traurige Ereignis, der Geschichte dieses Gebietes, war bedauerlicher Weise übliche Praxis in der Geschichte aller Amerikanischen Indianer.
Bummel durch Cridersville:Links zu sehen die Bibliothek. Dass die beiden berittenenen Polizistinnen hier waren, war reiner Zufall. Als sie bemerk-
ten, dass wir ein Foto machen wollten, stellten sie sich uns zuliebe rechts und links auf die Wiese. Rechtes Bild: Die Stadthalle von Cridersville, leider nicht ganz zu sehen.
Linkes Bild: Das Police Departement in Cridersville von der Rückseite und rechts zu sehen das Fire Departement an welchem wir gleich wieder verschwinden mussten - wegen des Autos, das die Feuerwehrwagen behinderte.;-)
Das Dorf Cridersville wurde im Jahre 1856 von Ephraim und Polly Crider und dessen Sohn Isaac gegründet. Das ursprüngliche Dorf bestand aus 24 Grundstücken, welche heute die 100 und 200 Blocks der West Main St. sind. 1858 wurde die Dayton und Michigan Bahnlinie durch Cridersville fertig gestellt und ein Bahnhof errichtet. Das erste Geschäft wurde im gleichen Jahr 1858 von einem John Murdock eröffnet. 1870 wurde das Dorf offiziell organisiert mit 167 Einwohnern. 1885 entdeckte man Öl in Lima, einer Stadt nördlich von Cridersville, so entstanden auch rund um die Gemeinde mehr als 150 Pumpstationen. Cridersville ist noch immer ein hervorragender Ort, zum wohnen und Kinder grosszuziehen. Jetzt mit über 1800 Einwohnern ist es noch immer eine Kleinstadt, ohne die Probleme einer Großstadt. Deshalb wird Cridersville als die beste kleine Heimatstadt in Ohio genannt!
Die Bank links ist nicht die "Deutsche Bank" mit Milliardenüberschuss *g*, im Gegenteil, es ist eine kleine Dorfbank die sogar von Bankräubern links liegen gelassen wird, da nichts zu holen ist. Die paar Dollar Bankreserven sind für Räuber uninteressant. Gleichzeitig befindet sich neben der Bank ein Friseursalon und eine chem. Reinigung. (In den USA nennen sie sowas Waschsalon). Rechtes Bild: Der kleine Supermarkt. Christa und Robert waren schon ausgestiegen und warteten auf uns die wir noch eine Runde auf dem Parkplatz drehten.
Links: Die ältesten Häuser in Cridersville - rechts - von uns aus gesehen, die Busstation. Zwar stand auf dem Bus Great Day! Tours, aber wahrschein-
lich handelte es sich wie bei uns in Deutschland um eine Kaffeefahrt für Senioren *g*. Bild rechts: Leider war der Blumenladen geschlossen, denn ich wollte sowohl meiner Freundin Christa, als auch meiner Frau einen herrlichen Blumenstrauss schenken. Selbstverständlich bekamen sie ihn dann doch, denn 10 Minuten später öffnete das Geschäft.*freu*
Hier sind wir am Postoffice von Cridersville. Die Lady rechts neben mir ist eine gute Freundin zu Christa die links neben mir steht. Da Robert, der Ehemann von meiner Freundin Christa, gerade nicht anwesend war (jeder Mensch muss auch mal seinem Bedürfniss nachgehen *g*) machte Jeanette die Aufnahme. Bild rechts zeigt, wie Conny gerade die US-Flagge hisst. Eigentlich ein schöner Brauch, der aber in Deutschland kaum denkbar wäre. Nicht dass es uns Deutschen an Nationalstolz fehlen würde, doch wenn man hier eine Fahne hissen würde, würde man uns glatt wieder eine Zeit vorwerfen, die wir zwar niemals vergessen dürfen - was wir ja auch nicht tun, doch uns Deutschen ist scheinbar ein eigener Nationalstolz nicht gegönnt.
Linkes Bild: Der Wasserturm von Cridersville - ein schöner Turm, das muss man den Bewohnern bezw. den Erbauern lassen. Rechts zu sehen: Christa mit Töchtern an der Hauswand der Rückseite des Historischen Museums, welches wir über den Hinterausgang verliessen. Jeanette und ich sind rechts zu sehen, wobei Jeanette noch einen Prospekt des Museums in der Hand hält.
Christa und Robert zeigten uns wirklich fast alles, was es in Cridersville zu sehen gab. Beide Bilder zeigen die Schule des kleinen Dörfchens.
Obgleich wir schon ziemlich müde waren vom Besichtigen all der Sehens-
würdigkeiten in Cridersville luden uns Christa und ihr Mann Robert zum Ausklang des heutigen Tages noch zu einer Feier in der Stadthalle ein. Rechts zu sehen eine ziemlich ausgelassene Christa, die scheinbar kein bisschen müde gewesen war vom vielem Herumlaufen und Fahren.;-)
Endlich, endlich war der Tag zu Ende und man konnte nur staunen, wie frisch unsere Gastgeber noch waren, als wir zu Hause angekommen waren und sie uns unser Zimmer zeigten in welchem wir schlafen durften. Eines aber sei vorweg gesagt: Wir hatten schon in vielen noblen und eleganten Hotels übernachtet, aber nie hatten wir uns so wohlgefühlt wie hier. Die familiäre Atmosphäre unserer Gastgeber war Gold wert.;-)
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