Das Lied heisst: Vater unser, der Du bist im Himmel !
Jesus am Kreuz      Der Glaube der Christenheit.      Jesus am Kreuz
Die heilige Dreifaltigkeit.

Ich glaube an Gott, den Allmächtigen Vater, Schöpfer des Himmels und der Erde, und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel, sitzend zur Rechten Gottes, von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

  Gottvater und Gott Sohn.   

Der Beginn: Maria wird Joseph anvertraut.

"Vater unser" - so lauten die ersten beiden Worte des Gebetes, das Jesus in der Bergpredigt gesprochen hat. Keine andere Religion, auch das Judentum nicht und noch weniger der Islam, hat je so stark betont, dass Gottes Verhältnis zu den Menschen das eines Vaters zu seinen Kindern ist. Diese Richtung auf die eine Menschheit unter einem Gott hat das Christentum zur tätigsten aller Weltreligionen werden lassen und das "Vater unser" zum weitestverbreiteten Gebet auf Erden. Christ ist ein jeder, der an Jesus Christus als an seinen Herrn und Heiland glaubt. Das Apostolische Glaubensbekenntnis sagt mit aller Klarheit aus, was Katholiken und Lutheranern, Reformierten und - anderen Christen als der Inhalt des christlichen Glaubens gilt: Die christliche Religion gründet sich auf Begebenheiten, die dem Glauben feststehen.

Wir wollen sie hier mit den Worten wiedergeben, in die der Apostel Paulus wenige Jahre und Jahrzehnte nach Jesu Tod den Inhalt der christlichen Verkündigung gegossen hat: Der Sühnetod Jesu als des Christus und Messias, der "um unserer Sünden willen dahin gegeben wurde und um unserer Gerechtigkeit willen auferweckt ist," (Röm. 4,25), ist zum Sühnegeld geworden und hat die Menschheit von der Sünde losgekauft (Eph. 1, 7: "... an welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, die Vergeltung der Sünden, nach dem Reichtum seiner Gnade"). Das Sterben des Gottessohnes ist die Erlösung der ganzen Menschheit und des Kosmos. Gott hat "den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht, auf dass wir würden in ihm die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt." (2. Kor. 5,21).Dass der Mensch durch Gottes Gnade sowie Christi Leben und Sterben selig wird.

Der Apostel Paulus schrieb wenige Jahre und Jahrzehnte nach Jesu Tod den Inhalt der christlichen Verkündigung nieder.

Worte unseren Herrn an seinen ersten Apostel: "Du bist Petrus, der Fels. Dir will ich den Schlüssel zum Himmelreich übergeben. Auf Dich will ich meine Kirche bauen. Alles, was Du auf Erden bindest soll auch im Himmel gebunden sein und alles, was Du auf Erden lösest, das soll auch im Himmel gelöst sein". Ein moderner Theologe, der Schweizer Emil Brunner, hat diesen Inhalt des christlichen Glaubens als ein Geschehnis bezeichnet, als einen Prozess, der die Existenz des Menschen zu verwandeln vermag: "Der Glaube an Jesus Christus ist keine Weltanschauung, sondern Teilnahme an einem Geschehen: an etwas, das geschehen ist, geschieht und geschehen wird." Die "Heilige Christliche Kirche" des Glaubensbekenntnisses stellt eine Universalität dar, die die Erde, die Jahrhunderte, alle Rassen und Völker umspannt. Dennoch ist diese Religion, die so die Universalität verkündigt, zerspalten. Wohl gibt es Bestrebungen, alle Anhänger des Christentums zu einen: Die Römisch-Katholische Kirche durch die Anerkennung eines Oberhauptes der Kirche Christi auf Erden, die anderen Kirchen durch gemeinsame Mitgliedschaft im Weltkirchenrat...

...oder durch weltweite Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Mission. Aber die Trennung zwischen den christlichen Kirchen ist immer noch eine Tatsache, die in einer so vielfältig zerrissenen Welt besonders schmerzlich sein muß. Geht man nach der Statistik, so gibt es heute mehr getaufte Christen als je zuvor. Nach einer Schätzung aus dem Jahre 2007 stehen rund 2,1 Milliarden Christen etwa 1,6 Milliarden Nichtchristen gegenüber. Das ist ein Drittel der Erdbevölkerung. Aber der Taufschein ist in unserer Zeit weit weniger der Ausdruck inneren Glaubensstandes als in früheren Jahrhunderten. Über die Zeichen der Zeit darf man sich nicht hinwegtäuschen - sie sehen für den altüberkommenen Offenbarungsglauben nicht immer günstig aus. Denn die religiöse Gegenwartslage, zumal in Europa und Amerika, ist dadurch bestimmt, dass das Christentum aller Kirchen und Konfessionen ebenso wie das Judentum und der Islam mit der immer weiter um sich greifenden Gottlosigkeit als der bewussten Leugnung überweltlicher Kräfte und Zusammenhänge zu kämpfen hat.

Diese Gottlosigkeit hat sich aus einem Lebensgefühl, aus einer Daseinsauffassung entwickelt, wie sie in den letzten Jahrhunderten als "modern" herangewachsen ist. Man will die Sünde nicht mehr kennen und meint der Gnade nicht mehr zu bedürfen, und deshalb schwindet im täglichen Leben so vieler Menschen die Rücksichtnahme auf Bindung und Glaubenslehre, auf sittliche Gebote, und die gottesdienstliche Andacht geht immer mehr zurück, ohne daß formell ein Bruch mit der überlieferten Religion zu erfolgen braucht. Diese sich auf allen Lebensgebieten zeigenden Erscheinungen, verschärft durch die Angriffe eines militanten Atheismus, erfüllen heute die verantwortlichen Menschen aller Religionsgemeinschaften mit großer Sorge und erhöhen insbesondere unter den Monotheisten, das heißt hier den Bekennern des in den Schriften der Bibel sich offenbarenden Gottes, die Bereitschaft, aufeinander zu hören und sich enger zusammenzuschließen.

  Das Leben Jesu   

Links: König Herodes befiehlt den Kindermord aus Angst, der neue König würde sein Amt übernehmen. Rechts: Flucht nach Ägypten um dem Kindermord des König Herodes zu entgehen.

"In der Krippe zu Bethlehem begann das Wunder dieses Lebens. Von der Jugend Jesu wissen wir nicht viel mehr als die Geschichten von der Flucht nach Ägypten, um dem Wüten des Herodianischen Kindermordes zu entgehen, und vom Staunen der Schriftgelehrten über den zwölfjährigen Knaben, der ihnen im Tempel das Wort Gottes ausdeutete. "In dem fünfzehnten Jahr des Kaisertums Kaisers Tiberius" (dieser trat seine Regierung im Jahre 14 unserer christlichen Zeitrechnung an) kam Jesus und ließ sich taufen von Johannes im Jordan. Und alsbald stieg er aus dem Wasser und sah, daß sich der Himmel auftat, und den Geist gleichwie eine Taube herabkommen auf ihn. Und da sprach eine Stimme vom Himmel: "Du bist mein lieber Sohn, an dem ich mein Wohlgefallen habe". (Mark. 1, 9-11). Nach 40 Tagen stiller Sammlung in der Wüste trat Jesus, etwa 30 Jahre alt, ein Zimmermann aus Nazareth, hervor und begann seine Botschaft zu verkündigen: "Die Zeit ist erfüllet, und das Reich Gottes ist herbeigekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium". (Mark. 1,15). Fischer, Bauern, Handwerker, Zolleinnehmer wurden seine Jünger. Mit diesen seinen Anhängern ist Jesus nach Jerusalem gezogen.

Johannes der Täufer tauft Jesus im Jordan.

"Die äußeren Stationen des nun beginnenden Leidensweges, den "der Menschensohn dahingeht, wie von ihm geschrieben steht (Mark. 14, 21) waren diese: Der triumphale Einzug in die Heilige Stadt, die Säuberung des Tempels, der Synedrialbeschluß, Jesus vor dem bevorstehenden Passahfest aus dem Wege zu schaffen, der Verrat des Lagerplatzes in Gethsemane vor den Stadttoren durch Judas, die Verhaftung daselbst, das Verhör in einem Schnellverfahren vor dem Synedrium unter Vorsitz des Hohenpriesters, das Todesurteil wegen messianischen Aufruhrs, die Bestätigung durch den römischen Prokurator Pontius...

Pilatus, der zum Fest nach Jerusalem gekommen war und die jüdischen Beschuldigungen dahingehend verstand, daß Jesus ein "Kronprätendent" sei, ihn aber offenbar unter eine zeitübliche Passah-Amnestie stellen wollte, die jedoch durch die Entscheidung der Volksmenge für die Freigabe eines anderen Häftlings vereitelt wurde. Die Vollstreckung des Urteils nach römischem, nicht jüdischem Strafvollzug: durch Kreuzigung auf dem Hügel Golgatha, auf den Jesus sein Kreuz selbst hinaufschleppen mußte, war mit ihrer langen Todespein die fürchterlichste Todesstrafe. Sie sollte Jesus unter die Verbrecher einreihen, Hohn und Spott der Vorübergehenden sollten Schimpf und Schande anzeigen, dass so der vermeintliche Messias, König der Juden, sterben muss. Jesus ist am Rüsttag eines Sabbats gestorben, der zugleich der erste Tag des Passahfestes des Jahres 32 oder 33 war. Am Karfreitag gedenkt die Kirche alljährlich dieses Datums. Der wahre Sinn des Lebens Jesu Christi offenbarte sich erst nach seinem Tod und mit seiner Auferstehung. Jetzt erst erhielten seine Worte: "Denn ich lebe, und ihr sollt auch leben" ihre volle Bedeutung. Und seither ist Jesus Christus - über allen Wandel der Zeiten und die lange Reihe der Generationen hinweg - zur bestimmenden Macht im Leben der Menschen geworden und geblieben.

Die armselige Geburt des Christkindes in der Weihnachtsnacht, im Stall bei Ochs und Esel.

"Der christliche Glaube", so schreibt der bedeutende Theologe Reinhold Niebuhr, "steht und fällt mit der Voraussetzung, daß ein Mann namens Jesus, an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit in der Geschichte, mehr ist als nur ein Mann in der Geschichte: nämlich die Offenbarung des letzten Geheimnisses der Existenz." Und Paulus schrieb den Korinthern: "Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsere Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich." Für den Christen ist Jesus aber nicht nur auferstanden, sondern auch heute noch in der Welt gegenwärtig. Er ist Christus Pantokrator, der Heiland und Lehrer, der Oberste Richter und All-Herrscher der erklärt: "Ich bin das Licht der Welt." Trotz gewisser dogmatischer Unterschiede bekennen die Katholische, die Orthodoxe, die Anglikanische Kirche und mit ihnen auch die meisten Kirchen des Protestantismus, daß Christus untrennbar mit dem Dreieinigen Gott verbunden ist: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Gott in seiner Einheit und Dreiheit ist gegenwärtig und tätig in der Welt, und er ist es immer gewesen; im leben des Menschen wirkt er durch den Einfluß der dritten Person der Dreieinigkeit, des Heiligen Geistes. Die Katholische Kirche glaubt, daß der Heiland in der Heiligen Kommunion gegenwärtig ist: Die Gläubigen genießen tatsächlich Christi Leib, wenn sie die Oblate zu sich nehmen. Die meisten Protestanten halten Brot und Wein zwar für Symbole, sind aber von der Gegenwart Christi im Abendmahl überzeugt. "Es ist der wahre Leib und Blut unseres Herrn Jesu Christi, unter dem Brot und Wein uns Christen zu essen und zu trinken von Christo selber eingesetzt...

Jesus erklärt seinen Jüngern wiederholt, dass sie den weltlichen Herrschern genauso wie Gott zu Gehorsam verpflichtet sind.

Und Jesus sprach: Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist.

Essen und Trinken tuts freilich nicht, sondern die Worte, so da stehen: Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden" (Luther). Das Abendmahl ist ein Sakrament, das heißt "eine Handlung, die durch natürliche Mittel übernatürliche Kräfte wirksam macht, meist unter Verwendung gesprochener Worte, die die Handlung begleiten und durch das bloße Gesprochenwerden ihres vorgeschriebenen Wortlautes jene Kräfte entbinden" (Rudolf Bultmann). Das Abendmahl als Sakrament bewirkt, was das Wesen der christlichen Erlösung ist: Sterben und Auferstehen mit Jesus Christus. Die große Mehrzahl der Christen verwirft den deistischen Standpunkt, dass Gott die Welt nur beobachte, sich aber von ihr fernhalte, ebenso wie die entgegengesetzte Meinung, dass sich Gottes Anteilnahme an der Welt nur im Geschehen von Wundern ausdrücke. Die Worte Jesu an die Jünger vor seiner Himmelfahrt (Matth. 28, 20) verheißen uns ganz klar: "Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende."

Am Abend vor seiner Kreuzigung hielt Jesus ein letztes Mahl mit seinen Jüngern. Am Sederabend versammelten sie sich in einem grossen Saal eines Hauses in Jerusalem. In tiefer Trauer sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch wird mich verraten. (Das Bild zeigt elf Jünger auf der einen Seite der Tafel, den Verräter Judas aber allein auf der anderen - dem Heiland gegenüber.

Gefangennahme Jesu im Garten Gethsemane.

Links: Pilatus spricht zum Volk: Ich finde keine Schuld an ihm. Rechts: Das Volk besteht auf Schuld und Jesus wird gegeisselt.

Jesus muss das Kreuz selbst bis zum Berg Golgata schleppen. Römische Soldaten peitschen ihn immer wieder.
Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun!
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