Bernardine-Eugénie-Désirée Clary.  
Bernardine-Eugénie-Désirée Clary                Jean Simmons im Film als Dèsirèe
Bernardine-Eugénie-Désirée Clary geb. am 8. November 1777 in Marseille, Frankreich, gest. nach einem Theaterbesuch auf der Treppe des Königs-
schlosses in Stockholm am 17. Dezember 1860 in Stockholm, verheiratet 1798 mit dem ehemaligen Marschall Napoleons Bernadotte, wurde 1818 unter dem Namen Desideria Königin von Schweden und Norwegen.
Marlon Brando hier in der Rolle des Napoleon und Jean Simmons als Dèsirèe beim Tanz
Dèsirèe, die ehemalige Verlobte von Kaiser Napoleon - gespielt von Marlon Barndo und Jean Simmons
Über Désirées Jugend ist nur wenig bekannt. Die Vermutung liegt nahe, dass Désirée in einem Marseiller Kloster erzogen wurde. Sie soll später geäußert haben, dass sie an ihr Elternhaus eine nur schwache Erinnerung habe. Im Jahre 1793 lernte Eugénie, die sich erst später Désirée nannte,
die ärmliche korsische Auswandererfamilie Buonaparte (später Bonaparte genannt) kennen...
  Julie heiratet Joseph Bonaparte  
Josephs Bruder Napoleone                          Dèsirèe's Schwester Julie
...als sie versuchte ihren älteren Bruder Etienne aus dem Gefängnis zu befreien und dort durch Zufall Joseph Bonaparte traf. Diesen stellte sie ihrer älteren Schwester Julie vor, weil diese noch unverheiratet war. Eugénie verliebte sich in Josephs Bruder Napoleone, und beide wurden ein Paar. In der Zeit vom April 1795 bis 1796 war Désirée mit dem jungen noch unbedeutenden General Napoléon Bonaparte, dem späteren Kaiser von Frankreich, verlobt und im August 1794 heiratete Désirées Schwester Julie Joseph Bonaparte, den späteren König von Neapel bzw., danach folgend, König von Spanien. Die Hochzeit erfolgte von Seiten Josephs nicht zuletzt auf Grund der hohen Mitgift Julies.
  Die ärmliche korsische Auswandererfamilie Buonaparte, später Bonaparte   
Vater Napoleons: Carlo Maria Buonaparte                Mutter Napoleons: Letizia Buonaparte
Da Désirées Familie sich gegen einen zweiten Bonaparte in der Familie stellte, und Napoléon in Paris die einflussreiche und schöne Witwe Joséphine kennengelernt und 1796 geheiratet hatte, kam es nie zur Heirat zwischen beiden. Désirée war sehr enttäuscht von dem Vertrauensbruch Napoleons. In Annemarie Selinkos Roman heißt es, dass sie Selbstmord begehen wollte, doch der General Jean-Baptiste Bernadotte bewahrte sie vor einem Sprung in die Seine. Désirée reiste zurück nach Marseille. Selinko schreibt, dass Désirée verbotenerweise nach Paris reiste, und außer ihrer Kammerzofe Marie (die wie eine zweite Mutter für sie war) niemand von diesem "Ausflug" wusste. Es hielten in der kommenden Zeit mehrere Männer um ihre Hand an.
  Napoléon heiratet die einflussreiche und schöne Witwe Joséphine   
Krönung in Notre Dame: Ein Vertrauensbruch Napoleons gegenüber Dèsirèe durch die Heirat mit Josephine
  Ehe mit General Bernadotte und Königin von Schweden  
Am 17. August 1798 heiratete sie General Jean-Baptiste Bernadotte, einen Freund von Joseph und Lucien Bonaparte, die beide Trauzeugen wurden. Am 4. Juli 1799 kam ihr Sohn Oskar auf die Welt, wobei die Patenschaft des Sohnes umstritten ist. Napoleon rühmte sich ihrer später auf Sankt Helena, während Karl XIV. Johann dies dementierte und Joseph Bonaparte als wahrscheinlicher Pate gelten kann, da Napoleon zu diesem Zeitpunkt Oberbefehlshaber der Ägyptenexpedition war und die Familie Bernadotte mit der Familie Josephs eng befreundet war.
Die Schlacht Napoleons bei den Pyramiden
Die Schlacht Napoleons bei den Pyramiden
1810 wurde - der inzwischen Marschall von Frankreich (1804) und Fürst von Ponte Corvo (1806) gewordene - Bernadotte vom kinderlosen schwedischen Königspaar als Kronprinz unter dem Namen Karl Johann adoptiert, und Désirée wurde mit der Krönung ihres Mannes 1818 unter dem Namen Desideria Königin von Schweden und Norwegen. Obwohl ihr Mann und ihr Sohn seit 1810 in Schweden lebten und Bernadotte 1813 und 1814 die Nordarmee in den Befreiungskriegen gegen Napoleon führte, lebte sie bis 1823 in Frankreich, größtenteils unter dem Pseudonym einer Gräfin von Gotland. Als Gründe hierfür gelten sowohl gesundheitliche - sie kam mit dem nordischen Klima 1810 nicht zurecht und reiste wieder zurück -, als auch ihre Abneigung, sich in dem kühlen nordischen Land an einem steifen Königshof heimisch zu fühlen.
Die Familie Bernadotte
Inzwischen hatte sich Karl XIV. Johann von Schweden seit 1821 ernsthaft mit Kronprinz Oscars Heirat beschäftigt. Es gab einige Prinzessinnen in passendem Alter, die der König für besonders interessant hielt: Du kennst meine Wünsche, ich will dass du dich zuerst auf die junge Prinzessin von Dänemark einstellst, wenn sie dir zusagt und deine Gefühle teilt, dann auf Prinzessin von Leuchtenberg und an dritter Stelle auf sie in Kassel und an letzter Stelle auf sie in Weimar schrieb der König in einem Brief an seinen Sohn. Im Mai 1822 begab sich der Kronprinz auf eine Rundreise durch Europa, um diese Prinzessinnen zu treffen. In Kopenhagen traf er die Prinzessinnen Caroline und Vilhelmine. In den Niederlanden besuchte er den königlichen Hof und war von Prinzessin Marianne entzückt, ihr Alter, 12 Jahre, ließ eine Heirat jedoch nicht aktuell sein.

Am 23. August kam Oscar zu Besuch nach Eichstätt, um die 15-jährige Joséphine und ihre Geschwister zu treffen. Vor der Ankunft des Kronprinzen war Prinz Eugène mit ihr im Park spazieren gegangen und erzählt, welche Absicht der Kronprinz bei seinem Besuch hatte. Sie gefiel dem Kronprinzen und am 26. August hielt er um ihre Hand an. Dass Joséphine katholisch war, war eine Sache, die vor der Ehe diskutiert wurde. Joséphine war religiös, während ihr Vater religiös indifferent war. Er bat jedoch seiner Frau Augusta zuliebe darum, dass Joséphine ihren Glauben behalten dürfe. Die schwedi-
schen Ratgeber Wetterstedt und Löwenhielm waren unterschiedlicher Ansicht, was das angemessenste wäre. Es gab aber einen Präzedenzfall: Prinzessin Desideria von Schweden hatte ihren katholischen Glauben behalten dürfen, als sie schwedische Königin wurde. In der Heiratsurkunde wurde nur festgelegt, dass Joséphine an kirchlichen Zeremonien mitwirken sollte.

  Dem Kronprinzen gefiel Joséphine  
König Oscar I. von Schweden und Norwegen   Königin Josèphine von Schweden und Norwegen
Kronprinz Oscar ging nach Schweden zurück und Joséphine begann, schwe-
disch zu lernen. Als Graf Wetterstedt im Februar 1823 wieder nach München kam, konnte er konstatieren, dass Joséphine große Fortschritte in der Sprache gemacht hatte: Ich habe bereits die Ehre gehabt, mich mehr als eine halbe Stunde lang mit Ihrer Königlichen Hohheit auf Schwedisch zu unterhalten. Die katholische Hochzeitszeremonie fand am 22. Mai 1823 in München statt, ohne dass der Kronprinz anwesend war. Joséphine wurde von ihrem Vater Eugène zum Altar geführt, während Kronprinz Oscar von Joséfines Onkel Karl von Bayern vertreten wurde. Zwei Tage später verließ Joséphine ihr zu Hause, um nach Schweden zu reisen, zusammen mit Gräfin Tascher de la Pagerie und Baronin Wurms und ihrer Kammerjungfer Berta Zück. In Lübeck traf die Gesellschaft Mariana Koskull und Gräfin Brahe und ging an Bord des Linienschiffes Carl XIII. Mit auf der Reise nach Schweden war auch Königin Desideria von Schweden, die sich 12 Jahre aus Schweden ferngehalten hatte. In Vaxholm ging Kronprinz Oscar an Bord und als das Schiff am 13. Juni 1823 in Stockholm ankam, hatten sich Zehntau-
sende Menschen an den Stränden versammelt.
Das Linienschiff Carl XIII
Als das Schiff in Stockholm angekommen war, gingen Joséphine und die Königin an Bord des Bootes Wasaorden und gingen bei Manilla auf Södra Djurgården an Land. Auf der Brücke warteten der König und der Kronprinz. Die Frauen fuhren dann Galawagen mit acht weißen Hengsten vorgespannt nach Schloss Haga, wo sie von Prinzessin Sofia Albertina, Schwester des verstorbenen Königs Karl XIII. von Schweden, willkommen geheißen wurden. Joséphine wohnte ein paar Tage auf Haga, bevor die katholische Hochzeitszeremonie am 19. Juni bei einer Zeremonie in der Storkyrka bekräftigt wurde. Darauf folgte eine Reihe von Festlichkeiten, die in der Königlichen Oper abgeschlossen wurden, wo unter anderem Per Adolf Granbergs Frejas Hochzeit mit Musik von Franz Berwald sowie Mozarts Oper Titus aufgeführt wurden.
Die Königsgruft von König Karl XIV. Johann von Schweden und Königin Desideria