Bild unten: Entlang der Deutschen Alpenstrasse.

Liebe Besucherin und lieber Besucher !

Das Schöne am Internet und auf einer Homepage ist, dass man seiner Fantasie freien Lauf lassen kann. Man gönnt sich Dinge, die man sich nie im wahren Leben leisten könnte. Und so kann man reisen, egal wohin. Man braucht nur ein bißchen Fantasie, ein bißchen Text um seine Reise und die besuchten Orte beschreiben zu können, sich anschließend in die entsprechenden Bilder (soweit frei verfügbar und kein © besteht), einzubauen, sich eine virtuelle Frau oder Mann aussuchen und schon ist man nicht mehr alleine. Besuchen Sie mit mir und meiner virtuellen Frau Jeanette, sofern Sie Lust haben und interessante Städte, Orte , Landschaften und Eindrücke erleben und sehen wollen, die wunderschöne Alpenstrasse. Viel Freude beim Betrachten der Bilder. Ausgangspunkt ist Lindau am Bodensee - Endstation ist Berchtesgaden.

Bild unten: Mit dem Wohnwagen entlang der Alpenstrasse
Mit dem Wohnwagen entlang der Alpenstrasse
Bild unten: Jawohl, man darf auch mal reinschauen
Kleiner Einblick in unseren Wohnwagen.
Bild unten: Herrlicher Blick auf den Bodensee.
Panoramablick auf den Bodensee.

Von Lindau verläuft die Deutsche Alpenstraße unter anderem durch Oberstaufen und vorbei am Großen Alpsee nach Immenstadt und dann durch ein Stück des Illertals durch Sonthofen und durch das Tal der Ostrach nach Bad Hindelang. Entlang der Wertach gelangt sie nach Wertach und vorbei am Grüntensee nach Nesselwang. Durch Pfronten und entlang des Weissensees passiert sie bei Füssen und Schwangau den Forggensee und etwas später den Bannwaldsee. Fortan führt sie über Steingaden und Oberammergau nach Farchant und im Tal der Loisach nach Garmisch-Partenkirchen. Aber der Reihe nach, schließlich gibt es noch viele Orte entlang der Alpenstrasse. Beginnen wir in Lindau und erfahren zwischendurch, wie die Alpenstrasse weiter verläuft.

Bild unten: Jeanette und ich vor dem Rathaus in Lindau.

Das Rathaus wurde 1422 ursprünglich gotisch erbaut und 1576 mit einem schönen Treppengiebel in Renaissance-Stil umgebaut. Die Rückfront wurde im 19. Jahrhundert üppig historisierend mit Malerei geschmückt, welche die Lindauer Geschichte darstellt. Die Fassade zur Fußgängerzone, am Bismarckplatz, ist zudem von einer großen Freitreppe geschmückt. Im Inneren findet sich der gotische Ratssaal, in dem König Maximilian 1496 den Reichstag einberief. Der König führte gerade Krieg in Italien und ließ sich durch seinen Sohn Philipp vertreten. Heute befindet sich im Alten Rathaus noch Teile der Reichsstadtischen Bibliothek. Rechts daneben befindet sich das neue Rathaus. (Bild unten)

Bild unten: Jeanette und ich vor dem Neuen Rathaus in Lindau.
Das alte Rathaus links und schräg gegenüber das neue Rathaus
Bild unten: Jeanette und ich am Lindavia Brunnen.

Dieser Brunnen aus rotem Marmor am Reichsplatz wurde 1884 anlässlich des 20. Geburtstags von König Ludwig II. eingeweiht. Oben steht Lindavia mit dem Lindenzweig, die Beschützerin der Stadt und die Beckenfiguren symbolisieren den früheren Reichtum Lindaus: Schifffahrt, Fischerei, Wein- und Ackerbau.

Bild unten: Der Diebsturm.

Am westlichen Ende der Altstadt auf der Insel Lindau wurde 1380 dieser Turm als Teil der Stadtbefestigung errichtet. Er wird von vier filigranen Ecktürmchen gekrönt und diente lange Zeit als Gefängnis, was auch den Namen erklärt.

Für heute entschlossen wir uns zu unserem Wohnwagen zurückzukehren, denn wir waren müde geworden. Morgen war ja auch noch ein Tag. Ausserdem mussten wir ja auch mal die Klamotten wechseln.

Bild unten: Zurück auf unserem Campingplatz.

Der 4 Sterne-Campingplatz liegt direkt am Seeufer zwischen der Inselstadt Lindau und der Festspielstadt Bregenz, in einer landschaftlich einzigartigen Lage. Direkt im 3-Länder-Eck gelegen, bietet der Platz einen idealen Ausgangspunkt für Ausflüge ins Allgäu, Vorarlberg und in die Schweiz. Die Anfahrt zum Campingplatz ist sehr gut beschildert. Da der Campingplatz zwischen Bahnlinie und Seeufer liegt, ist der Bereich vor dem Campingplatz ein wenig beengt. Gleich nach dem Bahnübergang befinden sich die Übernachtungsplätze für Reisemobile ( 8 -10 Euro pro Übernachtung). Allerdings ist der vorbeifahrende Zug ein wenig störend, im Campingplatz selbst ist der Zug kaum und wenn dann nur kurz zu hören. Uns selbst hat das aber nicht gestört. An der Rezeption erwartet den gestressten Urlauber ein sehr freundliches Personal, welches professionell und schnell Stellplätze vergibt und die Wünsche der Camper respektiert. Es werden verschiedene Kategorien von Stellplätzen angeboten, die Auswahl geht von Zeltplätzen auf einer der 2 Zeltwiesen bis hin zu Komfort-Stellplätzen mit TV-, Frisch-, Abwasseranschluss und Strom, auf Wunsch wird auch Internetsanschluß angeboten, von welchem wir regen Gebrauch machten.

Bild unten: Bummel durch die Maximilianstraße und die Fußgängerzone

Bild unten: Die Lindauer Fußgängerzone.

In dieser Fußgängerzone und Hauptstraße der Inselstadt befindet sich eine Reihe gut erhaltener Bürgerhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert mit Laubengängen, Brotlauben, Speichergiebeln, verzierten Fenstersäulen und teilweise bunt überputzten Fachwerkfassaden.

Bild unten: Bummel durch die Altstadt von Lindau.

Bild unten: Ja, ja, my Lady. Sie stand am Schaufenster von Douglas: Come in and find out.

Bei Tiefbauarbeiten auf der Lindauer Insel beim ehemaligen Kaufhaus Heka (später May, geschlossen seit dem 31. Dezember 2005) konnte ein Steigbaum aus vermutlich dem 14. Jahrhundert geborgen werden. Vergleichbare Objekte sind am Bodensee im Pfahlbaumuseum Unteruhldingen als Rekonstruktion zu besichtigen. Der Stadtteil Aeschach (außerhalb der Insel) weist römische Besiedlungsspuren vom Ende des 2. bzw. Beginn des 3. Jahrhunderts auf. Lindau selbst wurde urkundlich erstmals 882 von einem St. Galler Mönch erwähnt. Allerdings bezog sich diese Erwähnung eigentlich auf das Damenstift "Unserer Lieben Frau unter den Linden" bzw. dessen frühmittelalterlichen Vorgänger. Das Damenstift wurde vermutlich von Graf Adalbert von Rätien aus der Familie der Burchardinger im frühen 9. Jahrhundert gegründet.

Bild unten: Durch die Maximilianstrasse. My Lady schauten sich alles genau an. Wer kann es ihr verdenken? Sie stammte schließlich aus Finnland und wollte alle Sehenswürdigkeiten auf sich wirken lassen. Dabei hätte sie sich alles, aber auch wirklich alles leisten können. Geld hatte sie ja in rauhen Mengen.

Der 950 gegründete Markt lag ursprünglich auf dem Festland, wurde aber 1079 während des Investiturstreits aus Sicherheitsgründen auf die Insel verlegt. Die Stadt selber ist später aus diesem Markt hervorgegangen. Gehandelt wurden Wein, Edelobst und Gemüse von den Kulturen des Klosters St. Gallen, Flachs und der beim Schiffbau benötigte Hanf. Aus dem westlichen Allgäu und dem Bregenzer Wald wurde dieser Markt mit Schmalz, Käse und Vieh beschickt. Die oberschwäbischen Bauern fuhren Getreide an. Zu diesem Nahhandel gesellte sich bald der Fernhandel mit dem Süden. Als ältestes Bauwerk, wenn auch nicht unumstritten, gilt auf der Lindauer Insel die so genannte Heidenmauer, eine kolossale, blockförmige Befestigungsmauer in Richtung des Festlands. Ob die Mauer der Römerzeit oder eher auf mittelalterliche, allenfalls frühmittelalterliche Ursprünge hindeutet, ist ungeklärt. (Meyers Konversationslexikon bezeichnet das Bauwerk in seiner 4. Auflage als Warttur.)

Dritter Tag in Lindau am Bodensee.
Bild unten: Vor einem Biergarten in Lindau.

Bild unten: Spaziergang entlang am Bodensee

Etwa 1180 wurde die Pfarrkirche St. Stephan gebaut, und 1224 gründeten Franziskaner ein Kloster. 1274/1275 bestätigte König Rudolf I. die bisher errungenen Rechte der Stadt. Lindau erscheint jetzt als eine Reichsstadt. Unter König Rudolf von Habsburg (Regierungszeit 1273–1291) wurde das Edelfräulein Guta von Triesen zur Äbtissin des adeligen Damenstiftes zu Lindau erwählt und regierte dieses bis 1340 mit großem Ruhm. Vom 15. Jahrhundert bis 1826 verkehrte der so genannte Mailänder Bote, auch Lindauer Bote genannt, auf der Via Mala zwischen Lindau und Mailand. Die durch Handel und Beförderung (eigene Bodenseeflotte) von Korn und Salz reich gewordene Bürgerschaft konnte die im 13. Jahrhundert erworbenen Rechte einer Freien Reichsstadt stets nutzen und auch durchsetzen.

Bild unten: Entspannender Spaziergang am Ufer des Sees

Lindau in der Neuzeit

Die Pest verbreitete sich um 1500 entlang der Fernhandels- und Pilgerwege, und zu Beginn des 16. Jahrhunderts wütete auch in Lindau eine Pestepidemie. Dieses Massensterben hatte unmittelbare Folgen für den Begräbniskult. Wegen Überlastung der innerstädtischen Friedhöfe und aus Angst vor Ansteckung wurden die Toten auf Leichenkarren vor die Stadtmauern gezogen und dort bestattet. Aus dieser Zeit gibt es noch heute den "Alten Friedhof" in Aeschach. 1635 wütete die Pest auch in den Dörfern des Lindauer Hinterlandes, sodass die Toten auf den Pestfriedhöfen in Unterreitnau, Wasserburg und Hergensweiler bestattet werden mussten.

Im Zuge der Reformation wurde Lindau 1528 evangelisch. Die Stadt gehörte 1529 zu den Vertretern der protestantischen Minderheit (Protestation) auf dem Reichstag zu Speyer. Ihre Bürgerschaft forderte die ungehinderte Ausbreitung des evangelischen Glaubens und schloss sich der Confessio Tetrapolitana (Evangelische Bekenntnisformulierung von Martin Bucer) an.

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde 1646/47 auch Lindau von den Schweden belagert. Die Lindauer, unter militärischer Führung des Grafen Max Willibald von Waldburg-Wolfegg, des Kommandeurs der kaiserlichen Besatzungstruppen, zerstörten aber bei Nacht und Nebel Teile der Belagerungsmaschinerie und wehrten die Schweden ab. Die Verteidiger gelangten über den sumpfig verlandeten so genannten "Kleinen See" ans Festland. Noch im 20. Jahrhundert konnte man Geschosse dieser Belagerung in den ehemaligen Gräben der Stadtmauer finden.

Bild unten: Ein sehr schönes altes Haus in einer Seitengasse

Nach dem Dreißigjährigen Krieg kam es 1655 zum ersten Lindauer Kinderfest. Stifter war Valentin Heider, der damit nach landläufiger Meinung der verwahrlosten Lindauer Jugend wieder neue Perspektiven des Feierns und des Frohsinns aufzeigen wollte. Neuere Studien zeigen allerdings, dass sich die 1655 eingeführten so genannten Schulpredigten in erster Linie nicht an die Kinder und Jugendlichen richteten, sondern an deren Eltern, die das Schulsystem der Stadt nicht akzeptierten und die Kinder vor Strafen der Lehrer und ähnlichem in Schutz nehmen wollten. Noch heute wird dieses Fest alljährlich mit den unteren Klassen aller Schulen des Stadtgebiets gefeiert. Am Morgen kündigen Böllerschüsse das Fest an. Jedes Schulkind bekommt traditionell (unter anderem) eine so genannte "Butschelle", ein kreisrundes Hefegebäck mit Weinbeeren und markantem grobem Gittermuster. Die Festlichkeit wird mit einem Fahnen-und Girlandenumzug und großer Zusammenkunft auf der Nordseite des Lindauer Rathauses mit Ansprache des Oberbürgermeisters, der Begrüßung der Vertreter aus den Partnergemeinden wie Chelles und Reitnau und einem kurzen, von Grundschülern vorgetragenen Gedicht über Lindau begangen. Immer wieder ertönt auch der dreimalige Ruf "Lindau" mit jeweils der Antwort "Hoch" unter Teilnehmern wie auch im Publikum. Am Nachmittag geht der Festtag langsam in ein allgemeines dezentrales Volksfest in den Stadtteilen über. Im Jahre 1728 verwüstete ein verheerender Stadtbrand einen Teil der Altstadt, der Wiederaufbau erfolgte im zeitgemäßen Barockstil.

Lindau im 19. Jahrhundert.
Bild unten: Die Hafeneinfahrt Lindau.

Mit der Auflösung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation verlor die Stadt 1802 durch Napoleon ihre Reichsprivilegien, und das tausendjährige Lindauer Damenstift wurde säkularisiert. Fürst Karl August von Bretzenheim gab Stadt und Damenstift 1804 an Österreich. 1806 wurde die Stadt von Österreich zurückgegeben und an das Königreich Bayern angegliedert. Im Österreichisch-Französischen Krieg wurde Lindau im Mai 1809 im Zuge der Kämpfe der Vorarlberger gegen die mit den Franzosen verbündeten Bayern von bis Konstanz vorstoßenden Vorarlberger Truppen erobert. Der Angriff und die Eroberung wurden geleitet vom Hauptmann Bernhard Riedmiller. Diese Erhebung brach aber bereits im Juli desselben Jahres wieder zusammen. Die Anbindung an das Schifffahrtsnetz erfolgte 1824, an die Eisenbahnlinie Richtung Augsburg als Endpunkt der Ludwigs-Süd-Nord-Bahn 1853 mit einem Eisenbahndamm auf die Insel und Anbindung Richtung Bregenz im Jahr 1872. 1856 entstand ein neuer Hafen mit den Wahrzeichen Löwe und Leuchtturm – der einzige Bayerns.

Bild unten: Der Schrannenplatz in Lindau

Lindau im 20. Jahrhundert.

1922 wurden unter Oberbürgermeister Ludwig Siebert Orte auf dem nahen Festland (Aeschach, Hoyren und Reutin) eingemeindet. Er selber wurde zum ersten NSDAP-Oberbürgermeister Bayerns und nach der Machtergreifung Adolf Hitlers 1933 bayerischer Ministerpräsident. Lindau war eine bedeutende Pionier-Garnison der Wehrmacht. Vor allem Landungs-Pioniere, Teile des Infanterie-Regiments 19 und das Infanterie-Ersatz-Bataillon 488 lagen in der Stadt. In Lindau wurden viele Landungs-Pionier-Einheiten der Wehrmacht aufgestellt, die am Bodensee ihre Ausbildung erhielten. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzten am 30. April 1945 französische Truppen kampflos Lindau. Stadt- und Landkreis wurden als Teil der Französischen Besatzungszone vom amerikanisch besetzten Bayern abgetrennt und erhielten einen staatsrechtlichen Sonderstatus. 1946 konstituierte sich ein Kreispräsidium als Oberstes Verwaltungsorgan. Es besaß Kompetenzen, die anderswo von einer Landesbehörde ausgeübt werden, und war rechtlich gegenüber bayerischen und württembergischen Landesstellen unabhängig. Das Gebiet diente in den folgenden knapp zehn Jahren als Landbrücke zwischen den französischen Besatzungszonen in Deutschland und Österreich. Am 1. September 1955 wurde Lindau wieder in den Freistaat Bayern eingegliedert.

Bild unten: Die Stephanskirche in Lindau.

Die Stephanskirche in Lindau

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