Die fünf Bücher Mose
    
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Es beginnt die Geschichte mit:
Der Turm zu Babel
Nachdem Gott den Bund mit Noah geschlossen hatte, vermehrten sich Noahs Nachkommen in grosser Zahl, und
eine Generation folgte auf die andere. Zu dieser Zeit hatten aber die Menschen der ganzen Erde nur eine Sprache und
redeten dieselben Worte. Im Lande Sinear liessen sie sich nieder und sprachen untereinander:

"Kommt, lasst uns Ziegel formen und sie hart brennen".
Die Ziegel dienten ihnen als Steine, und als Mörtel nahmen sie Asphalt. Und sie sprachen weiter: "Lasset uns eine Stadt bauen und einen Turm, dessen Spitze den Himmel berührt. So wollen wir uns ein Denkmal schaffen, damit wir
uns nicht mehr über die ganze Welt verstreuen".
Da kam der Herr herab, um die Stadt zu besehen und den Turm, den die Menschenkinder gebaut hatten. Und er sprach: "Die Menschen sind ein Volk und sprechen eine Sprache. Wenn ihnen dieses gelingt, wird ihnen nichts mehr unmöglich sein, was immer sie sich auch vornehmen. Lasset und daher hinabfahren und ihre Sprache verwirren, damit keiner mehr des anderen Sprache versteht". So zerstreute sie der Herr über die ganze Erde, und sie liessen ab, die Stadt zu bauen. Daher heisst die Stadt Babel, weil dort der Herr die Sprachen verwirrt und die Menschen von dort über die ganze Erde zertsreut hat.

( Anmerkung MGB: Trotz Sprachenverwirrung ist es dem Menschen dennoch gelungen, den Mond zu erobern, der weit näher am Himmel liegt, als das kleine Türmchen von Babel, welches spätestens nach hundert Stockwerken eingestürzt wäre. Weiterhin ist es dem Menschen gelungen, sich sowohl mit der englischen Sprache, als auch mit dem künstlichen Esperanto untereinander zu verständigen. Abgesehen davon: es gab es auch damals schon Dolmetscher. Irgendwie musste der Herr etwas nicht berücksichtigt haben.

Gott gibt Abraham ein Versprechen
Im Lande Haran lebte ein Mann namens Abraham. Abraham war der Sohn des Tharah, der von Sem abstammte. Tharah und seine Familie kamen aus Ur in Chaldäa.Eines Tages sprach Gott zu Abraham: "Ziehe fort aus deiner Heimat und von deiner Verwandtschaft in das Land, das ich dir zeigen werde. Dann will ich ein grosses Volk aus dir machen. Durch dich sollen alle Geschlechter der Erde gesegnet sein".So zog Abraham fort, wie ihm der Herr befoh-
len hatte.
Abraham verlässt seine Heimat Haran.
Er war 75 Jahre alt, als er Haran verließ. Mit sich nahm er Sarai, seine Frau, und Lot, den Sohn seines Bruders, und alle ihre Habe, ihr Vieh und die Leute, die sie in Haran erworben hatten. Sie wanderten aus, um in das Land Kanaan
zu ziehen und ließen sich in Sichem nieder. Dort erschien Gott Abraham wieder und sprach: "Dieses Land will ich Dir und deinen Nachkommen geben". Es kam aber eine grosse Hungersnot über das Land. Da zog Abraham weiter nach Ägypten und blieb dort, bis die Hungersnot vorüber war. Dann kehrte er zurück zu der Stätte zwischen Bethel und Ai, wo er einen Altar gebaut hatte, und rief abermals den Namen des Herrn an.
Abraham wandert wegen Hungersnot über Ägypten zurück, um in das Land Kanaan zu ziehen.
Abraham baute einen Altar und rief den Namen Gottes an.
Gott schließt einen Bund mit Abraham..
Als Abraham 99 Jahre war, erschien ihm der Herr und sprach:
"Ich bin der allmächtige Gott. Gehorche meinen Geboten und tue kein Unrecht. Ich will einen Bund schliessen mit dir, und dein Volk über alle Maßen vermehren".
Abraham warf sich auf sein Angesicht, und Gott redete mit ihm und sprach: "Dieses ist mein Bund mit dir: Du sollst der Vater vieler Völker werden. Daher sollst du nicht mehr Abram heißen, sondern Abraham soll dein Name sein. Dieser Bund zwischen mir und dir und deinen Nachkommen über alle Generationen soll ewig sein. Dein Geschlecht soll wachsen, und Völker und Könige hervorbringen. Dir und deinen Nachkommen gebe ich das Land Kanaan, wo du als Fremdling wohnst, zu ewigem Besitz, und ich will Euer Gott sein". "Deine Frau Sarai sollst du nicht mehr Sarai nennen, sondern Sara soll ihr Name sein. Ich will sie segnen und von ihr wirst du einen Sohn haben. Sie soll die Mutter von Völkern und Königen werden. Deinen  Sohn sollst du Isaak nennen".
Die Drei Engel.
Der Herr erschien Abraham in der Ebene von Mamre, während er am Eingang seines Zeltes saß;er kam, als der Tag am heißesten war, in Gestalt von drei Engeln. Als Abraham die Augen hob, sah er vor sich drei Männer stehen. Er eilte ihnen entgegen, verneigte sich und hieß sie willkommen. Dann nahm Abraham Butter und Milch und ein Kalb und setzte es vor die Männer hin. Er selbst bediente sie unter dem Baum, während sie aßen. Da sprachen sie zu ihm: "Wo ist Sara, deine Frau?" "Im Zelt", antwortete Abraham. Einer der Männer sagte: "Deine Frau wird einen Sohn bekommen". Sara aber hörte dies. Sie und Abraham waren hochbetagt und viel zu alt, um noch ein Kind zu bekommen. Darum lachte Sara vor sich hin. "Warum lacht Sara und denkt, sie sei zu alt, um noch ein Kind zu bekommen? Zur festgesetzten Zeit wird sie einen Sohn haben," antwortete Gott und tat, wie er versprochen hatte. Sara gebar tatsächlich noch im hohen Alter einen Sohn und Abraham nannte ihn Isaak.
Sara lachte vor sich hin als sie das hörte. Aber es wurde wahr.
Abraham hält stolz seinen Sohn Isaak in den Händen.
Gott prüft Abraham
Gott befiehlt Abraham, seinen Sohn Isaak zu opfern. An der Opferstätte hält ein Engel jedoch im letzten Moment Abraham davon ab, seinen Sohn zu töten. Daraufhin wird Abraham für seine Gottesfurcht belohnt, da er bereit war, dieses große Opfer zu bringen.
Sündenschuld in Sodom und Gomorrha. Gott hält Gericht über Sodom und Gomorrha.
Abraham begleitete die Männer noch eine Strecke Weges in Richtung Sodom. Der Herr aber sprach: "Wie kann ich Abraham verbergen,was ich tue? Ich will hinab steigen und Sodom und Gomorrha vertilgen". Abraham legte Fürbitte ein, aber es waren nicht einmal 10 Gerechte in den Städten. Die Männer kamen gegen Abend nach Sodom, und Lot, der am Stadttor wohnte, nahm sie in sein Haus auf. Beim Morgengrauen drängten die Boten Gottes Lot und sprachen: "Auf, nimm deine Frau und deine beiden Töchter, und wer sonst noch zu deiner Verwandtschaft gehört, führe sie aus dieser Stadt, damit nicht auch du umkommst, wegen der Sündenschuld der Stadt. Lot zögerte. Da nahmen die drei Boten ihn und die Seinen einfach an der Hand und führten sie vor die Stadt. "Schaut nicht zurück, sondern rettet euch ins Gebirge", rieten sie Lot und den Seinen. Als die Sonne aufging, ließ der Herr Feuer und Schwefel auf Sodom und Gomorrha vom Himmel regnen und zerstörte diese Städte und alle, die darin wohnten. Lots Frau aber schaute sich um - und erstarrte zur Salzsäule. Als Abraham in das Flachland schaute, in dem Sodom und Gomorrha lagen, sah er nur noch den Qualm von der Erde aufsteigen wie den Qualm eines Schmelzofens.
Flucht aus Sodom und Gomorrah. Lots Frau (links) blickt zurück, obwohl verboten.
Die zwei Engel kamen gen Sodom des Abends; Lot aber saß zu Sodom unter dem Tor. Und da er sie sah, stand er auf, ihnen entgegen, und bückte sich mit seinem Angesicht zur Erde und sprach: Siehe, liebe Herren, kehrt doch ein zum Hause eures Knechtes und bleibt über Nacht; laßt eure Füße waschen, so steht ihr morgens früh auf und zieht eure Straße. Aber sie sprachen: Nein, sondern wir wollen über Nacht auf der Gasse bleiben. Da nötigte er sie sehr; und sie kehrten zu ihm ein und kamen in sein Haus. Und er machte ihnen ein Mahl und buk ungesäuerte Kuchen; und sie aßen. Aber ehe sie sich legten, kamen die Leute der Stadt Sodom und umgaben das ganze Haus, jung und alt, das ganze Volk aus allen Enden, und forderten Lot und sprachen zu ihm: Wo sind die Männer, die zu dir gekommen sind diese Nacht? Führe sie heraus zu uns, daß wir sie erkennen. Lot ging heraus zu ihnen vor die Tür und schloß die Tür hinter sich zu und sprach: Ach, liebe Brüder, tut nicht so übel! Siehe, ich habe zwei Töchter, die haben noch keinen Mann erkannt, die will ich herausgeben unter euch, und tut mit ihnen, was euch gefällt; allein diesen Männern tut nichts, denn darum sind sie unter den Schatten meines Daches eingegangen. Sie aber sprachen: Geh hinweg! und sprachen auch: Du bist der einzige Fremdling hier und willst regieren? Wohlan, wir wollen dich übler plagen denn jene. Und sie drangen hart auf den Mann Lot. Und da sie hinzuliefen und wollten die Tür aufbrechen, griffen die Männer hinaus und zogen Lot hinein zu sich ins Haus und schlossen die Tür zu. Und die Männer vor der Tür wurden mit Blindheit geschlagen, klein und groß, bis sie müde wurden und die Tür nicht finden konnten. Die Männer sprachen zu Lot: Hast du noch irgend hier einen Eidam und Söhne und Töchter, und wer dir angehört in der Stadt, den führe aus dieser Stätte. Denn wir werden diese Stätte verderben, darum daß ihr Geschrei groß ist vor dem HERRN; der hat uns gesandt, sie zu verderben. Da ging Lot hinaus und redete mit seinen Eidamen, die seine Töchter nehmen sollten: Macht euch auf und geht aus diesem Ort; denn der HERR wird diese Stadt verderben. Aber es war ihnen lächerlich.

Da nun die Morgenröte aufging, hießen die Engel den Lot eilen und sprachen: Mache dich auf, nimm dein Weib und deine zwei Töchter, die vorhanden sind, daß du nicht auch umkommst in der Missetat dieser Stadt. Da er aber verzog, ergriffen die Männer ihn und sein Weib und seine zwei Töchter bei der Hand, darum daß der HERR ihn verschonte, und führten ihn hinaus und ließen ihn draußen vor der Stadt. Und als sie ihn hatten hinausgebracht, sprach er: Errette dein Seele und sieh nicht hinter dich; auch stehe nicht in dieser ganzen Gegend. Auf den Berg rette dich, daß du nicht umkommst. Aber Lot sprach zu ihnen: Ach nein, Herr! Siehe, dieweil dein Knecht Gnade gefunden hat vor deinen Augen, so wollest du deine Barmherzigkeit groß machen, die du an mir getan hast, daß du meine Seele am Leben erhieltest. Ich kann mich nicht auf den Berg retten; es möchte mich ein Unfall ankommen, daß ich stürbe. Siehe, da ist eine Stadt nahe, darein ich fliehen kann, und sie ist klein; dahin will ich mich retten (ist sie doch klein), daß meine Seele lebendig bleibe. Da sprach er zu ihm: Siehe, ich habe auch in diesem Stück dich angesehen, daß ich die Stadt nicht umkehre, von der du geredet hast. Eile und rette dich dahin; denn ich kann nichts tun, bis daß du hineinkommst. Daher ist diese Stadt genannt Zoar. Und die Sonne war aufgegangen auf Erden, da Lot nach Zoar kam. Da ließ der HERR Schwefel und Feuer regnen von Himmel herab auf Sodom und Gomorra und kehrte die Städte um und die ganze Gegend und alle Einwohner der Städte und was auf dem Lande gewachsen war. Und sein Weib sah hinter sich und ward zur Salzsäule. Bild unten: Lots Frau erstarrt zur Salzsäule. Abraham aber machte sich des Morgens früh auf an den Ort, da er gestanden vor dem HERRN, und wandte sein Angesicht gegen Sodom und Gomorra und alles Land der Gegend und schaute; und siehe, da ging Rauch auf vom Lande wie ein Rauch vom Ofen. 29 Und es geschah, da Gott die Städte in der Gegend verderbte, gedachte er an den Abraham und geleitete Lot aus den Städten, die er umkehrte, darin Lot wohnte.

Lots Frau erstarrt zur Salzsäule.
Lot und seine Töchter entkommen dem Inferno.
Und Lot zog aus Zoar und blieb auf dem Berge mit seinen beiden Töchtern; denn er fürchtete sich, zu Zoar zu bleiben; und blieb also in einer Höhle mit seinen beiden Töchtern. Da sprach die ältere zu der jüngeren: Unser Vater ist alt, und ist kein Mann mehr auf Erden der zu uns eingehen möge nach aller Welt Weise; so komm, laß uns unserm Vater Wein zu trinken geben und bei ihm schlafen, daß wir Samen von unserm Vater erhalten. Also gaben sie ihrem Vater Wein zu trinken in derselben Nacht. Und die erste ging hinein und legte sich zu ihrem Vater; und der ward's nicht gewahr, da sie sich legte noch da sie aufstand. Des Morgens sprach die ältere zu der jüngeren: Siehe, ich habe gestern bei meinem Vater gelegen. Laß uns ihm diese Nacht auch Wein zu trinken geben, daß du hineingehst und legst dich zu ihm, daß wir Samen von unserm Vater erhalten. Also gaben sie ihrem Vater die Nacht auch Wein zu trinken. Und die jüngere machte sich auf und legte sich zu ihm; und er ward's nicht gewahr, da sie sich legte noch da sie aufstand. Also wurden beide Töchter Lots schwanger von ihrem Vater. Und die ältere gebar einen Sohn, den nannte sie Moab. Von dem kommen her die Moabiter bis auf den heutigen Tag. Und die jüngere gebar auch einen Sohn, den hieß sie das Kind Ammi. Von dem kommen die Kinder Ammon bis auf den heutigen Tag.
Eines Tages sprach Abraham zu Elieser, seinem treuen Diener und Verwalter:
Eine Frau für Isaak
Viele Jahre später war Abraham sehr alt; der Herr hatte ihn in allem gesegnet. Eines Tages sprach Abraham zu Elieser, dem ältesten Knecht seines Hauses, der alle seine Güter verwaltete: "Gib mir deine Hand und schwöre bei dem Herrn, dass du für meinen Sohn keine Frau unter den Töchtern der Kanaaniter nimmst, unter denen ich wohne. Schwöre daher, dass du in meine Heimat nach Haran ziehst und dort unter meiner Verwandtschaft eine Frau für meinen Sohn Isaak holst". Da sprach der Knecht: "Was soll ich aber tun, wenn die Frau, die ich auswähle, mir nicht in dieses Land folgen will? Soll ich dann deinen Sohn in das Land zurückführen, aus dem du gekommen bist?" Abraham antwortete: "Bringe meinen Sohn nur nicht dorthin. Der Herr hat mit mir einen Bund geschlossen und mir geschworen: 'Deinen Nachkommen will ich dieses Land geben'. Er wird einen Engel vor dir hersenden und du sollst dort eine Frau für meinen Sohn suchen. Wenn aber die Frau nicht mit dir kommen will, dann bist du von deinem Eid befreit. Aber meinen Sohn darfst du nicht in dieses Land bringen".
Elieser macht sich auf die Reise.
Elieser, Abrahams treuer Diener.Da gab der Knecht dem Abraham, seinem Herrn, die Hand und schwor zu tun, was er verlangte. Er zog nach Mesopotamien, nach Haran, der Stadt Nahors. Vor den Toren der Stadt ließ er an einem Brunnen die Kamele lagern und zwar zur Abendzeit, als die Frauen herauskamen, um Wasser zu schöpfen. Und er betete zu Gott: "O Herr, schenke mir doch heute eine glückliche Entscheidung und erweise dich gütig gegen Abraham. Wenn die Frauen kommen, werde ich zu einem Mädchen sagen: 'Nimm doch den Krug herunter und lasse mich trinken!' und das dann spricht: 'Trinke, und auch deine Kamele will ich tränken', das soll es sein, das du für deinen Knecht Isaak bestimmt hast". Ehe er noch sein Gebet beendet hatte, kam ein Mädchen aus der Stadt. Es war Rebekka. Und sie tat all das, um was Elieser sie gebeten hatte. Sie tat noch mehr, denn sie führte Elieser in das Haus ihres Vaters, wo er übernachten durfte. Er erzählte Rebekkas Vater und ihrem Bruder Laban, um was ihn sein Herr gebeten hatte. Da antworteten Laban und Bethuel, der Vater Rebekkas, aus einem Munde: "Das hat der Herr gefügt! Wir können nichts dazu sagen. Nimm Rebekka und ziehe hin. Sie soll die Frau von deines Gebieters Sohn werden.
Rebekka mit Elieser am Brunnen
Isaak trifft sich mit Rebekka und Elieser.
Isaak segnet Jakob.
Isaak gewann Rebekka lieb und nahm sie zur Frau. Sie gebar ihm zwei Söhne. Der Erstgeborene war ganz und gar mit rötlichen Haaren bewachsen, wie mit einem Mantel. Sie nannte ihn Esau. Seinen Bruder nannte sie Jakob. Als die Knaben heranwuchsen, wurde Esau ein tüchtiger Jäger - ein Mann des freien Feldes; Jakob aber wurde ein ruhiger Mann, der in den Zelten wohnte. Isaak hatte den Esau lieber, weil er gerne Wildbret aß; Jakob aber war der Liebling Rebekkas. Der Erstgeborene sollte alle Güter seines Vaters erben. Eines Abends kam Esau hungrig von der Jagd und bat seinen Bruder Jakob ihm einen Teller Linsensuppe zu geben. Doch Jakob bestand darauf, dass Esau ihm das Erstgeburtsrecht übertra-
gen sollte. Erst dann wollte er ihm einen Teller Suppe abgeben. Esau sprach: "Was soll ich mit dem Erstgeburtsrecht? Ich muss ja doch sterben". Jakob bestand aber darauf, dass Esau schwörte, ihm das Erstgeburtsrecht zu verkaufen. Esau schwor, aß und verschwand. So gering achtete er das Erstgeburts-
recht.
Die beiden Brüder Esau und Jakob.
Isaak segnet Jakob.
Als Isaak alt geworden war rief er seinen Sohn Esau an sein Sterbebett und sprach zu ihm: "Mein Sohn, siehe ich bin alt geworden und weiss nicht, wann ich sterben werde. Daher gehe hinaus und jage ein Wild für mich und bereite es mir zu, bevor ich sterbe". Rebekka hörte dies und und forderte Jakob auf hinaus zu gehen und zwei Ziegenböcklein zu holen, welche sie zubereiten wollte und die Jakob seinem Vater anstelle Esaus bringen sollte, so dass Isaak Jakob segnen sollte, statt Esau. Die Felle der Ziegen-
böcklein legte sie um seine Arme, so dass Isaak nicht merken sollte, dass er einem Betrug unterliegen würde, denn Esau war völlig behaart, Jakob hingegen völlig glatt. Tatsächlich ließ sich Isaak täuschen und segnete anstelle Esau nun Jakob. Als Esau zurück kam und dem Vater das Wildbret vorsetzen woll-
te, sprach Isaak: "Wer bist du?"
"Ich bin Esau, Vater, dein Erstgeborener", antwortet Esau. Da er-
schrak Isaak über alle Maßen. "Jakob ist von mir gesegnet und er wird gesegnet bleiben". Esau hasste seinen Bruder Jakob und sprach zum Vater: "Mit Recht heisst er Jakob. Erst hat er mir das Erstge-
burtsrecht abgenommen und nun auch noch deinen Segen".
Rebekka hörte all die Worte Isaaks, aber auch die ihres Erstgeborenen Esau und warnte Jakob. "Sieh, dein Bruder Esau trachtet dir nach dem Leben. Fliehe nach Haran zu meinem Bruder Laban. Verstecke dich dort eine Weile, bis ich dir einen Boten sende, um dir mitteilen zu lassen, dass der Zorn deines Bruders nachgelassen hat". Jakob zog von Beerseba nach Haran. Als er eine Tagesreise zurückgelegt hatte übernachtete er. Als Kopfkissen diente ihm ein Stein.
Rebekka und Jakob verbünden sich gegen Isaak.
Jakobs Flucht und Traum
Da träumte ihm, eine Treppe sei auf die Erde gestellt, die mit der Spitze den Himmel berührte. Und siehe, der Herr stand vor ihm und sprach: "Ich bin der Herr, der Gott deines Vaters Abraham und der Gott Isaaks..."Und weiter sprach Gott: "Das Land auf welchem du ruhst, will ich dir und deinen Nach-
kommen geben". "Siehe, ich bin mit dir und durch dich sollen alle Geschlechter der Erde gesegnet sein. Ich werde dich nicht verlassen, bis ich alles getan habe, was ich dir versprochen habe". Als Jakob aus dem Traum erwachte, nahm er den Stein der ihm als Kopfkissen gedient hatte, goß Öl darüber und zündete es an. Er nannte die Stätte Bethel. (Gotteshaus). Dann legte er einen Schwur ab indem er sprach: "Wenn Gott mit mir ist, mich beschützt und begleitet, mir Brot zum Essen und Kleider zum Anziehen gibt und ich wohlbehalten in meines Vaters Haus zurückkehre, dann soll der Herr mein Gott sein und von allem was du mir schenkst, will ich dir den Zehnten geben".
Jakob trifft auf Rahel und Lea, Labans Töchter.
Jakob dient Laban sieben Jahre lang für Rachel.
Laban erklärt Jakob was er zu tun habe.
Auf seiner Wanderung nach Haran begegnete Jakob einigen Hirten und er erkundigte sich, ob sie Laban kennen würden und wie es ihm ginge. Sie konnten ihn beruhigen, denn Laban ging es gut. "Aber dort kommt seine Tochter Rahel, die kannst du gleich selbst fragen", antworteten sie noch. Rahel kam mit einer Herde Schafe, die sie immer an die Tränke führte. Jakob half ihr dabei und gab sich zu erkennen. Er sei ein Verwandter ihres Vaters und der Sohn Rebekkas. Da ließ Rahel die Herde alleine und eilte ins Haus, um es ihrem Vater mitzuteilen. Laban kam herbei geeilt, küsste Jakob und lud ihn in sein Haus ein. Einen Monat blieb Jakob bei Laban und half, wo es nur nötig war. Laban antwortete ihm: Du bist mein Verwandter, aber sollst du mir darum umsonst dienen? Sage mir, was soll dein Lohn sein?"
Nun hatte Laban aber zwei Töchter: Die ältere hieß Lea und war unscheinbar, Rahel aber war schön. Jakob antwortete Laban: "Ich will dir sieben Jahre umsonst dienen, wenn du mir danach deine jüngere Tochter Rahel zu Frau gibst". "Es ist besser, ich gebe sie dir, als einem anderen Mann. Bleibe bei mir
Jakob diente Laban insgesamt zwanzig Jahre, um Rachel als Frau zu bekommen.
Also diente Jakob sieben Jahre um Rahel, und sie kamen ihm vor wie ein paar Tage, so lieb hatte er Rahel. Als der Vertrag erfüllt war, bat Jakob um die Hand Rahels. Doch Laban gab ihm Lea zur Frau. "In unserem Land ist es nicht Sitte, die jüngere Tochter vor der älteren zu verheiraten. Doch wenn du mir weitere sieben Jahre dienst, will ich dir auch Rahel zur Frau geben".  So nahm Jakob Rahel auch noch zur Frau, denn damals war es Sitte, dass ein Mann mehrere Frauen hatte. Rahel bekam leider keine Kinder. Lea aber gebar Jakob viele Söhne. Da erbarmte sich der Herr Rahels und sie wurde schwanger und gebar Jakob einen Sohn. Diesen nannte er Josef. Zwanzig Jahre hatte Jakob dem Laban gedient. Er war über die Maßen reich geworden, so dass die Söhne Labans sagten: "Jakob hat das ganze Gut unseres Vaters an sich gebracht". Auch Laban war nicht mehr so wie früher. Da beschloss Jakob fort zu ziehen. Er rief Lea und Rahel auf das Feld, wo er mit seiner Herde war und teilte es ihnen mit. Er lud seine Kinder und Frauen auf die Kamele, nahm all sein Vieh und seine Habe, um zu seinem Vater Isaak zurück zu kehren.
Jakob verabschiedet sich von Laban.
Jakob und Rahel ziehen fort
Jakob ringt mit einem Engel, besiegt jedoch Gott und erhält den Namen Israel.
Jakob schickt Boten zu Esau. Die Brüder versöhnen sich.
Als nun Jakob seine Augen erhob, sah er Esau kommen mit 400 Mann. Da verteilte er die Kinder auf Lea, Rahel und die beiden Mägde. Er stellte die beiden Mägde voran, dahinter Lea mit ihren Kindern, und Rahel mit Josef zuletzt. Doch seine Sorge war unbegründet. Obgleich sich seine Frauen, Kinder, die Mägde und auch er selbst sich vor seinem Bruder sieben Mal verneigte, sagte dieser zu ihm: "Was bedeutet all das?" Jakob antwortete: "Unsere Demut soll uns helfen, Gnade vor deinen Augen zu finden. Und auch die Geschenke die ich dir schon unterwegs entgegen schickte, sollen ein Zeichen unserer Demut sein". Esau umarmte und küsste seinen Bruder und sprach: "Lieber Bruder, behalte, was du hast. Ich habe genügend. Lass uns nun aufbrechen". Doch Jakob bat ihn voraus zu ziehen, da seine Herde zu erschöpft sei und einen Tag Pause benötigte. So zog Esau weg nach Seir. Jakob aber ließ sich in Sichem im Lande Kanaan nieder und lagerte dort. Er kaufte das Stück Land um den Wert von hundert Lämmern. Dann errichtete er einen Altar und nannte ihn, wie bereits erwähnt: 'El, ist der Gott Israels'. Er zieht ins Land Kanaan und lagert dort. Er baut einen Altar und nennt ihn 'El ist der Gott Israels'.
Es beginnt die Geschichte um Josef.