Einmarsch der Römer ins Cheruskerdorf des Arminius

Der Zug des Varus war Teil eines umfangreichen Vorhabens zur Ausdehnung des Reichs östlich des Rheins und nördlich der Alpen, die 15 v. Chr. mit dem von Augustus' Stiefsöhnen Drusus und Tiberius geführten Feldzug gegen die Räter und Vindeliker begann. Drusus, der danach den Befehl über die Legionen am Rhein übernahm, führte in den Jahren 12 v. Chr. bis zu seinem Tod 9 v. Chr. ausgedehnte Erkundungszüge östlich des Rheins durch, bei denen er Elbe und Saale erreichte. Vom Rhein aus über den Drusus-Kanal, die fossa Drusiana, die Zuiderzee und die Nordsee konnte die römische Flotte die Operationen unterstützen.

Ziel der Römer war es nach gängiger Auffassung der Historiker, die Siedlungsgebiete germani-
scher Stämme zwischen Rhein und Elbe dauerhaft unter römische Herrschaft zu bringen. Dazu errichteten sie insbesondere an Rhein (Rhenus), Lahn (Laugona), Lippe (Lippia), Ems (Amisia) und an der Nordsee eine Reihe von befestigten Lagerplätzen und versuchten, unter den Stämmen Verbündete zu gewinnen. Die Züge des Drusus bildeten die erste Phase kontinuierlicher und militärischer Durchdringung rechtsrheinischer Gebiete durch Rom, die ihren Abschluss im Triumph des Tiberius vom 1. Januar 7 v. Chr. fand.

Der junge Arminius und sein Bruder Flavus werden als Geiseln nach Rom mitgenommen
Das Dorf ist in Aufruhr wegen der Geiselnahme der Kinder, doch sie müssen mit nach Rom
Tiberius, der inzwischen Pannonien erobert hatte, setzte nach dem Tod seines Bruders diese Po-
litik fort, bis er 6 v. Chr. aus dynastischen Gründen ins selbstgewählte Exil nach Rhodos ging. Weitere Erfolge bei der Befriedung des Landes wurden von Lucius Domitius Ahenobarbus und nach Tiberius’ Rückkehr 4 n. Chr. erzielt. Als Bedrohung stellten sich die unter Drusus in das Gebiet des heutigen Böhmen vertriebenen Markomannen unter ihrem Herrscher Marbod dar. Im Jahr 4 drang Tiberius in Germanien ein, unterwarf die Cananefaten, Chattuarier sowie Brukterer und führte sein Heer bis über die Weser. Der im Jahr 6 n. Chr. gegen Marbod geplante Großan-
griff von zwölf Legionen unter Tiberius und Gaius Sentius Saturninus musste aber wegen des zur gleichen Zeit in Pannonien und Dalmatien ausgebrochenen Illyrischen Aufstands (6–9 n. Chr.) abgebrochen werden. Zum neuen Befehlshaber am Rhein wurde 7 n. Chr. Publius Quinctilius Varus ernannt. Aber davon etwas später...
Arminius staunt mit seinem Bruder Flavus über die Stadt Rom. Sowas hatten sie noch nie gesehen
Zehn Jahre später wird Arminius ein gelehriger Schüler in Kaiser Augustus' Armee
Wegen seiner hervorragenden Leistung wird er sogar vom Kaiser zum Ritter ernannt    
Von 7 bis 9 n. Chr. war Publius Quinctilius Varus legatus Augusti pro praetore in Germanien. In dieser Rolle hatte er auch das Oberkommando über die fünf am Rhein stationierten Legionen. Er setzte den begonnenen Provinzialisierungsprozess beispielsweise durch die Errichtung von Kastellen fort, befriedete das Land, sprach Recht und ließ Steuern eintreiben. Es ist anzunehmen, dass insbesondere die römische Rechtsprechung sowie die Steuererhebung in Form von Naturalien bei den Germanen zunehmenden Widerstand auslöste.
Linkes Bild: Arminius begegnet zum erstenmal dem Oberbefehlshaber Publius Quinctilius Varus.    
Rechtes Bild: Varus wird nach Germanien abkommandiert. Auf Befehl des Kaisers muss er Arminius mitnehmen, der ein hevorragender Kämpfer ist, aber auch die Sprache der Germanen spricht.                
Publius Quinctilius Varus im Cheruskerdorf, wo ihm blanker Hass entgegenschlägt.
Im Sommer des Jahres 9 n. Chr. zog Varus auf Veranlassung von Arminius und Segimer mit drei Legionen – etwa 20.000 Legionäre – von Vetera (Xanten) entlang der Lippe zur Weser in das Sommerlager, um weiter östlich römische Präsenz zu zeigen. Die beiden anderen Legionen blieben in Mogontiacum (Mainz). Für den Rückweg wählte Varus eine andere Route, nachdem Arminius ihm von einem Aufstand berichtet und ihn gebeten hatte, diesen niederzuschlagen. Segestes soll Varus zwar vor einem möglichen Verrat des Arminius gewarnt haben, Varus entschied sich aber dafür, der Bitte des Arminius zu folgen.
Zum ersten Mal nach vielen Jahren sieht Arminius sein Elternhaus wieder und trifft seinen Vater Segimer. Sigimer war ein Stammesfürst der Cherusker und der Vater des Arminius und des Flavus sowie Großvater des Italicus. Er war zunächst Bündnispartner Roms; seine beiden Söhne traten in den römischen Kriegsdienst. Laut Cassius Dio war Segimer neben seinem Sohn Arminius einer der wichtigsten Anführer des Aufstand gegen die Römer, denen im Jahr 9 n. Chr. in der Varusschlacht eine vernichtende Niederlage beigebracht wurde. Flavus dagegen blieb Rom treu ergeben und Offizier in der Römischen Armee.
Varus schickt seinen Steuereintreiber zu den Germanen. Steuersünder läßt er kreuzigen.
Arminius sieht, wie seine Stammesbrüder auf Befehl des Varus gekreuzigt werden.
Nicht länger kann Arminius das Geschehen mit ansehen und er beschließt, sich gegen Varus aufzulehnen.
Obgleich selbst ein Germanenfürst will Segestes nicht gegen die Römer kämpfen und übt Verrat bei Varus.
Doch dieser schlägt seine Warnungen in den Wind und vertraut Arminius.
Unabhängig davon, ob Varus durch sein ungeschicktes Taktieren das Ehrgefühl der germanischen Stämme verletzt hat oder bereits das übliche römische Verhalten gegenüber anderen Völkern geeignet war, diesen Widerstand hervorzurufen, war Germanien auf jeden Fall nach einem Eroberungskrieg und einem "großen Aufstand", von dem Velleius Paterculus berichtete, nicht voll erobert und immer noch potenziell gefährdet. Der Aufstand wurde von den Cheruskern unter der Führung von Arminius und Segimer durchgeführt. Arminius gelang es wohl außerdem die Stämme der Marser, Chatten, Angrivarier und Brukterer zu einem Bündnis zu bewegen. Er war auch in der Lage, den germanischen Stämmen die Schwachstellen der römischen Militärtechnik – und auch der eigenen Taktik – deutlich zu machen. Arminius galt als Tischgenosse des Varus und wiegte diesen in dem Glauben, er sei ein treuer Verbündeter Roms. Er wirkte dabei so überzeugend, dass Varus nicht einmal die Warnung des Fürsten Segestes ernst nahm, Arminius plane einen Verrat.
Lagebesprechung im Zelt des Varus und Prost auf gutes Gelingen
Ein kleiner Eintrag im Gästebuch würde mich freuen. Vielen Dank!