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Als Wakefield nun am 20. September desselben Jahres mit seinem Schiff, der Tory am "großen Hafen des Tara" ankam, spielte der ehemals dominierende Maori-Stamm Ngahi Tara keine große Rolle mehr und wurde vom aufstrebenden Te Ati Awa-Stamm verdrängt. Letzterer unterstützte die Europäer in deren Bestreben, eine Siedlung am von den Europäern als "Port Nicholson" bezeich- neten Naturhafen zu errichten, weil sie sich im Gegenzug von den Europäern Unterstützung gegen den verfeindeten Ngati Toa-Stamm erhofften. Sie verließen im Tausch gegen 100 Musketen, 100 Decken, 60 rote Nachtmützen, ein Dutzend Regenschirme und weitere verschiedene Kleinigkeiten widerwillig ihr Land. Allerdings gab es Übersetzungsschwierigkeiten und das Prinzip des Landbe- sitzes ist den Maori unbekannt. Hinzu kommt, dass nach den Auseinandersetzungen unter den verschiedenen Stämmen eine eindeutige Zuordnung der Siedlungsgebiete sowieso nicht möglich war.
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Schon im folgenden Jahr, 1840, kehrte Wakefield mit der ersten "Schiffsladung" an Siedlern an den Naturhafen zurück und benannte die zukünftige Siedlung zu Ehren von Arthur Wellesley, 1. Herzog von Wellington, einem Unterstützer der New Zealand Company Wellington. Ursprünglich errich- teten sie ihre erste Siedlung in Petone im Mündungsgebiet des Hutt River. Wegen der häufigen Überschwemmungen waren sie aber gezwungen, die Ortschaft weiter nach Südwesten, nach Lambton Harbour in den heutigen Stadtteil Thorndon zu verlegen. Eine Serie von kleineren Erd- beben im Jahr 1848 führte zu zahlreichen Beschädigungen. Einige Jahre später wurde klar, dass die eingeengte Lage der Stadt kein weiteres Wachstum mehr zuließ und es wurde der Beschluss ge - fasst, große Flächen des angrenzenden Naturhafens trocken zu legen. Kurz bevor man mit der Arbeit beginnen wollte, genauer gesagt am 23. Januar 1855, erschütterte ein schwarzer Tag, der sich zugleich als eine große Chance für die Stadt herausstellte, die Region: Um 21.00 Uhr brachte das Wairarapa-Erdbeben mit Port Nicholson (Wellington Harbour) als Epizentrum die gesamte Gegend zum Beben. Mit einer Stärke von 8,1 auf der Richterskala wurde das heftigste jemals in Neuseeland gemessene Erdbeben sogar noch in Auckland wahrgenommen. Infolge dieses Bebens kam es zu Bodenerhebungen von zwei bis drei Metern. Unter anderem wurde ein Teil des dama- ligen Hafens angehoben, auf dem sich heute das Zentrum der Stadt befindet. Der damalige Lamb- ton Quay (deutsch: Lambton-Kai) befindet sich zum Beispiel heute über 250 Meter vom Meer entfernt.
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| Trotz aller Widrigkeiten wie Erdbeben, Großfeuer und den regelmäßig in Sturmstärke wehenden Windströmungen entwickelte sich die dürftige Siedlung mit einigen Dutzend Bewohnern zu einem florierenden Zentrum für Im- und Export mit einem bedeutenden Hafen und im Jahr 1865 lief Wellington Auckland den Rang ab, offizielle Hauptstadt Neuseelands zu sein. Die Verlegung der Hauptstadt aus dem schon damals viel größeren Auckland in aufstrebende Metropole am Port Nicholson wurde als nötig erachtet, um aufgrund der nun zentraleren Lage Sezessionsbestrebungen auf der Südinsel unterbinden zu können, die wegen des Goldrausches in Otago aufkeimten.
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Die erste Sitzung des Parlaments fand schon am 7. Juli 1862 in Wellington statt, allerdings wurde erst nach einem Antrag von Alfred Domett im November 1863, in dem es hieß "es ist notwendig geworden, den Regierungssitz ... in einen passenden Ort in der Cook Straße zu verlagern", Wel - lington zur Hauptstadt erklärt. Im Jahr 1886 erhielt die Siedlung Stadtrechte. Das 1876 erbaute ehemalige Regierungsgebäude (Old Government Buildings) ist nach dem Todai-ji in Japan das zweitgrößte Holzgebäude der Erde. Das bis zum Jahr 1981 fertiggestellte "Beehive" (deutsch: Bienenstock), in dem sich die Büros der Parlamentarier befinden, wurde schnell ein Wahrzeichen der Stadt. (Bild unten)
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Als sich die Schifffahrtindustrie immer mehr weiterentwickelte, wurden zahlreiche große Lagerhal- len und Produktionsstätten im Hafengebiet nicht mehr benötigt und viele Hallen wurden moderni- siert und dienten fortan anderen Zwecken, wie zum Beispiel als Museum oder Einkaufskomplex, Wohnungen oder Büros; andere wurden abgerissen und in Parks umgewandelt. Im April 1968 sank vor der Küste Wellingtons die Autofähre Wahine während eines Sturmes. Dieses Schiffsun- glück zählt mit einer Opferzahl von 55 Menschen als schlimmste Schiffskatastrophe in der Ge - schichte des Landes. In den 1980er-Jahren wurden große Teile der Stadt neu errichtet bzw. um- gebaut und die meisten Gebäude den heutigen Standards in Sachen Erdbebensicherheit angepasst. Weitere Aufwertungen des Stadtzentrums erfolgten mit der Eröffnung des neuseeländischen Na- tionalmuseums Te Papa Tongarewa im Jahr 1998, zahlreichen weiteren Museen und dem Westpac Stadium im Jahr 2000. Erst im Jahr 2006 wurde das Hafenviertel von Wellington um den neu ge- stalteten Waitangi-Park bereichert.
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Über die Jahre hinweg verwandelte sich Wellington von einer kleinen, verschlafenen Landeshaupt- stadt zu einer wichtigen Kultur- und Lifestylemetropole des Landes. Dazu tragen neben den zahl- reichen Museen und Theater eine lebendige Musik- und Filmszene bei. Am 1. Dezember 2003 wurde der dritte Teil der Filmtriologie Der Herr der Ringe im Wellingtoner Embassy Theatre ur- aufgeführt. Das Ereignis sorgte für den größten Menschenandrang in der Stadtgeschichte, dem schätzungsweise 100.000 Menschen beiwohnten.
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Wellington gilt als kultureller und künstlerischer Mittelpunkt des Landes. In einer Studie von Mer- cer Consulting zur Lebensqualität in ausgewählten Städten reihte sich Wellington auf dem 12. Platz ein und stellt nach Auckland und Sydney die drittlebenswerteste Stadt der Südhalbkugel dar.
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Bekannte Sehenswürdigkeiten sind die neuseeländischen Parlamentsgebäude und das in den 1970 er-Jahren fertiggestellte Beehive, in dem sich Räumlichkeiten der Abgeordneten befinden, das hi- storische Cable Car und der dadurch an die City angeschlossenen Botanische Garten mitsamt Aussichtspunkt oberhalb der Victoria-Universität, das Old Government Building als größtes Holz- gebäude der Südhalbkugel (heute die juristische Fakultät der Universität), Old St. Paul's, die alte anglikanische Hauptkirche der Stadt im Stil englischer Gotik sowie Mount Victoria als Aussichts- punkt. Ein äußerst beliebter Treffpunkt in der Nähe des Nationalmuseums ist die Oriental Bay, deren Strand mitten im Stadtgebiet zum Baden einlädt.
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Als Sehenswürdigkeit im weiteren Sinne kann auch Ben Hana bezeichnet werden, der "Blanket Man" vom Courtenay Place in Wellington. Hana ist ein stadtbekannter Bettler, der Tag und Nacht, ob im Sommer oder Winter, nur bekleidet mit Unterhose und seiner Decke (daher der Spitzname "Blanket Man") auf der Straße sitzt. Über ihn wurden schon mehrere Zeitungsartikel und Reporta- gen verfasst. (Bilder unten)
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Good Bye und Auf Wiedersehen - in Picton und Nelson



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