Mit dem Waikiki Trolley in die Stadtmitte von Honolulu
Ankunft in der Stadtmitte von Honolulu
König Kalakaua, der letzte regierende König von Hawaii (1882-1891)
Das Zentrum von Honolulu ist keine Altstadt oder Fussgängerzone, wie wir sie aus Deutschland kennen. Dennoch gibt es zwischen all den glänzenden Bürotürmen eine Menge historischer Gebäude. Es ist also durchaus keine Zeitverschwendung, hier einen ganzen Tag zu verbringen. Der schönste Teil der Altstadt ist der Iolani Palace, gebaut von König Kalakaua, dem letzten regierenden König (1882-1891) vor dem Sturz der hawaiianischen Monarchie. Später wurde er Sitz des neuen Parlaments, bis dieses ins neue State Capitol umzog. Das historische Bauwerk, das heute ein Museum ist, liegt unter riesigen, schattigen Ba-
nyantrees. Direkt gegenüber findet man die Statue von Hawaii's berühmtestem König Kamehameha, der mit ausgestreckter Hand und goldenem Umhang dort steht. Sie gehört zu den am häufigsten fotografierten Wahrzeichen Honolulus. Richtig genommen ist es jedoch nur eine Kopie, denn das Original ging 1820 beim Transport von Europa nach Hawaii vor den Falkland-Inseln unter. Später wurde es geborgen und steht heute im Norden von Big Island, aber gelb-rot bemalt und nicht so schön wie die Kopie.
Palast der letzten Königin von Hawaii
Hawaiianische Ureinwohner.
Neben den polyne-
sischen Ureinwoh-
nern siedelten sich nach der Entdeckung weiße Missionare, Händler und Walfän-
ger in Hawaii an. Für den Zuckerrohranbau und später Ananas-
anbau wurden chine-
sische und japanische Arbeitskräfte ange -
worben, die sich dort ansiedelten und teil-
weise ihre Kultur mitbrachten. Die be-
rühmten "goldenen Menschen" von Hawaii entstanden aus der Durchmischung der polynesischen Ureinwohner mit den asiatischen (v.a. japanischen) Einwande-
rern. Die Hawaii-Inseln zählen etwa 1,2 Millionen Einwohner. Hauptstadt und zu-
gleich größte Stadt des Archipels ist Honolulu mit etwa 390.000 Einwohnern. Die größten Bevölkerungsgruppen bildeten im Jahre 2000 Asiaten mit 41,6% (ein-
schließlich 16,7% japanischer, 14,7% philippinischer und 4,7% chinesischer Her-
kunft), 24,3% Menschen europäischer Herkunft und 6,6% hawaiianische Urein-
wohner. Verbreitete Sprachen auf Hawaii sind neben Englisch Hawaii Creole Eng-
lish und die indigene Hawaiianische Sprache. 1840 errichtete König Kamehameha III. das erste staatliche Schulsystem. 1907 wurde die University of Hawaii gegrün-
det, 1965 die Hawaii Pacific University und 1955 die Chaminade University of Honolulu.
Rückseite des State CapitolsDer Governeurssitz
State Capitol mit Statute von König KamehamehaDie Kalakaua Avenue in Honolulu
Polynesier von den Marquesas-Inseln waren vermutlich die ersten Bewohner von Hawaii
Es waren vermutlich Polynesier von den Marquesas-Inseln, wel-
che zwischen dem zweiten und sechsten Jahrhundert nach Ha-
waii gelangten. Eine zweite Sied-
lerwelle von Polynesiern folgte etwa im 11. Jahrhundert von Ta-
hiti aus. Die Seefahrer waren in der Lage, die ungeheure Entfer-
nung von etwa 5000 Kilometern von den Marquesas mit großen Auslegerkanus dank einer aus-
gefeilten Navigationstechnik zu überwinden. Sie navigierten nach den Sternen, nach der Dünung, nach Wolken-
bildung und -zug und nach Vogelschwärmen. All diese Informationsquellen zusam-
mengenommen ermöglichten es ihnen, über tausende von Kilometern zielgenau eine bestimmte Insel anzusteuern. Ihre Doppelrumpfboote bestanden aus ausge-
höhlten und mit Harzen abgedichteten Baumstämmen als Schwimmkörpern. Diese wurden durch sich in der Mitte zwischen ihnen kreuzende Balken zusammengehal-
ten.
Polynesischer Tanz auf Hawaii, eingeführt durch die Polynesier
Auf dem den Schwimmkörpern entgegengesetzten Ende der Bal-
ken saß eine teilweise überdach-
te, leichtgebaute Plattform mit einer Tragfähigkeit bis zu 100 Personen. Zusammengehalten wurde die ganze Konstruktion mit Seilen, die aus den Fasern der dicken Außenschale der Ko-
kosnuss geflochten waren und über eine Haltbarkeit von bis zu fünf Jahren im Salzwasser ver -
fügten. Auch das Segel des poly-
nesischen Doppelrumpfbootes war eine Besonderheit.
Polynesischer Tanz auf Hawaii, eingeführt durch die Polynesier
Mast und Segelfläche bildeten eine Einheit, ähnlich einem überdimensionalen Palm -
blattfächer mit zwei nach oben zeigenden Spitzen, zwischen denen eine halbkreisför-
mige Aussparung war, deren tiefsten Punkt die (eingebaute) Mastspitze bildete. Am jeweiligen Ende der beiden Schwimmkör-
per war zwischen ihnen eine Holzkonstruk-
tion befestigt, in die sich, je nach Bedarf, das Segel stecken ließ. Daher besaß das polynesische Reiseboot im "westlichen Sinne" weder Bug noch Heck, sondern Bug konnte auch Heck sein und umgekehrt, je nach Fahrtrichtung. Die Segelfläche selbst bestand aus einem seitlich aneinander ge -
nähten, aus Palmblattspitzen geflochtenen Band und war zwar an den Enden elastisch, aber durch den in der Mitte eingebundenen Mast eben doch auch ziemlich steif.
Zwischenstopp im Hotel um zu duschen und die verschwitzte Kleidung zu wechseln.Vor dem AlohaTower
Honolulu Festival
Zu Gast bei den Insulanern
Hawaiianische Gottheit.
An der Spitze der neu-hawaiianischen Gesellschaft standen die Adligen, die ihre mystische Herkunft auf mehrere Götter zurück-
führten und ihre Macht auf das Prinzip des kapu (Bild links) stützten. Das kapu erlaubt und verbietet bestimmte Handlungen beziehungsweise den Zutritt zu bestimmten Orten (Tabu). Den Adligen folgten gesellschaftlich die Priester und nach diesen kam das gemeine Volk. Zeitweise kam es zu Kriegen zwischen ver -
schiedenen Stämmen; ein Clan wurde jeweils vom Alii angeführt, einem von den Göttern abstammenden (adligen) Häuptling.

Am 18. Januar 1778 landet James Cook auf seiner 3. Pazifikreise in Kauaii.
Am 18. Januar 1778 landet Ja-
mes Cook auf seiner 3. Pazifik-
reise in Kauaii. Der eigentliche Zweck seines Unternehmens be-
stand darin, eine Passage in den Atlantik zwischen Alaska und Sibirien zu finden. Er nennt die Inseln, auf denen noch immer mehrere Königreiche bestanden, zu Ehren von Lord Sandwich "Sandwich Islands" (Sandwich-
inseln). Vermutet wird allerdings, dass der Spanier Juan Gaetano bereits 1527 auf Hawaii landete. Cook betreibt Tauschgeschäfte mit den Einhei-
mischen und lässt neben Schweinen, Ziegen auch div. Saatgut zurück.
Diesmal war der Empfang durch die Einheimischen nicht so freundlich, was allerdings auf einem Missverständnis beruhte.
Allerdings schleppt Cooks Be-
satzung auch Geschlechtskrank-
heiten auf der Insel ein, welche die Bevölkerung innerhalb der folgenden 80 Jahre von 300.000 auf 60.000 schrumpfen lässt. Am 17. Januar 1779 geht Cook mit seinen Schiffen in der Kealake-
kua - Bucht auf der Insel Hawaii vor Anker, wo zu dieser Jahres -
zeit die einheimische Bevölker-
ung ein Fest zu Ehren des Gottes Lono feiert. Cook wird sehr gut aufgenommen und wohl sogar als jene Gottheit verehrt.
Nach einigen Missverständnissen mit den Einheimischen werden Cook und ein Teil seiner Mannschaft kurzerhand getötet.
Im Februar 1779 verlässt Cook die Inseln, kehrt aber für Repa- raturarbeiten an einem seiner durch einen Sturm beschädigten Schiffe wenige Tage später in die Kealakekua-Bucht zurück.Doch diesmal ist der Empfang nicht mehr so freundlich und nach einigen Missverständnissen mit den Einheimischen werden er und ein Teil seiner Mannschaft am 14. Februar 1779 kurzerhand getötet.
Eingang zum Waterfrontpark
Im Kakaako-Waterfront-ParkNoch im Kakaako-Waterfront-Park
Hawaii - Das königliche Mausoleum
Übernahme durch die Vereinigten Staaten.
Queen Liliuokalani, die letzte Königin von Hawaii
Zwischen 1781 und 1811 wurden die Inseln unter Kamehameha I. geeinigt, dessen fünf Nachfolger bis 1872 regierten. Ab 1820 ließen sich immer mehr europäische und US-amerikanische Missionare und Händler in Honolulu nieder; in der Zeit entwickelte sich der Handel zwischen Asien und Ameri-
ka immer mehr. Hawaii selbst war sehr er-
folgreich mit dem Anbau von Zuckerrohr und Melonen und dem Walfang. Immer mehr Europäer und Amerikaner ließen sich in Hawaii nieder und verdrängten die ein-
heimischen Kulturen. Verschiedene Könige versuchten durch die Schaffung einer Ver-
fassung den Einfluss der Amerikaner und Europäer einzudämmen. Hawaiis Unabhän-
gigkeit wurde von den Vereinigten Staaten am 19. Dezember 1842 anerkannt. Der Einfluss der USA wurde dennoch immer größer. 1875 wurde ein Vertrag geschlos-
sen, der es erlaubte, Zucker aus Hawaii zollfrei in die USA zu exportieren. 1887 konnten die USA nach einer Ergänzung des Vertrags den Marinestützpunkt Pearl Harbor übernehmen. Als Königin Liliuokalani († 1917) den US-amerikanischen Einfluss zurückdrängen wollte, wurde sie 1893 in einem von Plantagenbesitzern und den USA unterstützten Putsch gestürzt und 1894 die Republik Hawaii errich-
tet. Die Republik war nur von kurzer Dauer. Wegen der großen strategischen Bedeutung wurde Hawaii während des Spanisch-Amerikanischen Krieges am 7. Juli 1898 von den Vereinigten Staaten annektiert. Diese Machtübernahme stieß bei vielen Einheimischen auf Widerstand und Proteste. Ab 14. Juni 1900 zählte Hawaii zum US-Territorium. Nach dem 1. Weltkrieg wurde Pearl Harbor zum wichtigsten Flottenstützpunkt der USA ausgebaut.
Der Überfall der Japaner auf Pearl Harbor
Mit dem Angriff der Japaner auf Pearl Harbor am 7. Dezem-
ber 1941 begann für die Vereinigten Staa-
ten der Zweite Welt-
krieg und über Ha -
waii wurde das Kriegsrecht ver -
hängt. Nachdem die Einwanderung von Asiaten und US-Ame-
rikanern die Hawaii-
aner zur Minderheit im eigenen Land machte, wurde Ha -
waii am 21. August 1959 nach einem Volksentscheid zum 50. Bundesstaat der USA, und William F. Quinn zum ersten hawaiianischen Gouverneur erklärt. Die USA verabschiedeten 1993 die Apology Resolution (formell United States Public Law 103-150), mit der sie den Putsch gegen die Monarchie von 1893 für unrecht-
mäßig erklärten und sich dafür entschuldigten. Am 23. November 1993 wurde das Gesetz von beiden Häusern des Kongresses verabschiedet und am gleichen Tag von Präsident Bill Clinton unterzeichnet. Die polynesische Urbevölkerung, nun in der Minderheit, fordert heute wieder mehr Unabhängigkeit, Rechte und Land für die Hawaiianer sowie eine Sezession von den USA. Die Unabhängigkeitsbewegung und Spannungen zwischen den ethnischen Gruppen abzubauen sind ein Schwer-
punkt des Matsunaga Institute for Peace, das auf einen gewaltfreien Ausgleich der Konflikte hinarbeitet. Der traditionelle Aloha-Geist steht für Gastfreundschaft, gute Laune und Zusammenhalt.
An alle meine Leser viele liebe Grüsse und ein herzliches ALOHA aus dem weit entfernten Hawaii.

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