Johannesburg am AbendJohannesburg am Abend
Anflug-auf-Johannesburg
Anflug auf den Airport Johannesburg
Ankunft in Johannesburg

Johannesburg ist die größte Stadt Südafrikas, entstanden ist sie allerdings schon 1886 als Stadt der Goldgräber. Gleichwohl sie selten Ziel einer Reise ist, sondern vielmehr Verkehrsknotenpunkt für Anschlussflüge, zum Beispiel nach Kapstadt oder in verschiedene Nationalparks, hat die Stad doch einige Sehenswürdigkeiten zu bieten. Um die tiefste Goldmine der Welt herum befindet sich ein Freizeitpark, Gold Reef City. Der Themenpark versucht die Stimmung der Goldgräber nachzuvollziehen. Nicht weit außerhalb der Stadt findet man die so genannte "Cradle of Humankind", die Region in der die Entwicklung der Gattung Homo begonnen haben soll, also die Wiege der Menschheit. Sie ist eine Metapher für jene Region, in der sich die Hominisation zugetragen hat, also die biologische Evolution und die frühe kulturelle Entwicklung der Gattung Homo. Diese Redewendung bezieht sich insbesondere auf den modernen Menschen (Homo sapiens), häufig jedoch auch auf dessen Vorläufer-Arten wie Homo erectus und die Australopithecinen.

Im Airport Johannesburg
Ankunft in Johannesburg am OR-Airport
Nachdem wir mit Hilfe unseres Hotel Chauffeurs unser Gepäck im Kofferraum verstaut hatten, fuhren wir direkt in unser Hotel
Abholung am Airport durch den Hotelservice des Michelangelo Hotels

Mit der Hotelleitung war schon von Zimbabwe aus ausgemacht, dass wir vom Hotelservice am Parkplatz abgeholt werden würden, da vor dem OR Tambo Flughafen oft ein heilloses Chaos von Taxifahrern und anderen Mietwagenfahreren herrscht. Also erkundigte sich Jeanette nach diesem Parkplatz und wir wurden schnell fündig. Der Chauffeur stand schon bereit.

Ankunft vor unserem Hotel Michelangelo
Ankunft vor unserem Hotel Michelangelo in Johannesburg
An der Reception. Die Anmeldung hatten wir schon hinter uns
Nach der üblichen Anmeldung führte uns der Hotelpage hinauf auf unser Zimmer
Der Hotelpage bringt uns auf unser Zimmer

Der Hotelpage bringt uns auf unser Zimmer. Aber ich staunte nicht schlecht. Das Hotelzimmer war die 'Wucht in Tüten'. Was sage ich da - es war eine ganze Suite, die Jeanette gemietet hatte. Soll heißen, dass die Hotelleitung von Harare aus die Suite gemietet hatte. Scheinbar hatten die ein Auge gehabt für Leute mit viel "Zaster". Und zugegeben - ich hatte auch ein Auge - aber auf Jeanette, nachdem der Page verschwunden war.

Jetzt gings erstmal raus aus den Klamotten und ab ins Bad.

Jeanette lachte und meinte:"Schatz, tut mir leid, aber die Wanne reicht nur für einen und das bin ich". "Ich wollte ja auch nicht mit dir baden", grinste ich zurück, "sondern mich nur rasieren".

Die Herkunft des Namens Johannesburg kann nicht mit letzter Sicherheit geklärt werden. Unbestritten ist einzig die Tatsache, dass die Stadt nach einem Mann namens Johannes, ein häufiger und sehr gebräuchlicher niederländischer Name, benannt ist. Die meisten Experten gingen im Laufe der Stadtentwicklung jedoch davon aus, dass die Stadt ihren Namen von den beiden damaligen Staatsbeamten Johann Rissik und Christiaan Johannes Joubert erhielt. Diese Männer wurden kurz nach dem Goldfund 1886 zum Witwatersrand geschickt, um nach einem geeigneten Platz für eine Siedlung zu suchen, und entschieden dann, die Stadt nach ihrem gemeinsamen Vornamen Johannesburg zu nennen.

Frisch gebadet konnten wir endlich ins Bett gehen. Es war ein langer Tag
Jetzt hieß es endlich mal kräftig auschlafen. Morgen sieht die Welt wieder anders aus.

Gegen 9 Uhr in der Frühe standen wir auf, duschten beide und nahmen uns nach dem Frühstück vor, einen ausgiebigen Bummel durch Johannesburg zu unternehmen. Soweit möglich zu Fuß und etwas weiter weggelegene Sehenswürdigkeiten fuhren wir mit dem Taxi an.

Nun ging es endlich frisch und ausgeruht los in die City, an den Mandela Square.

Unser erstes Ziel war der Mandela Square im Herzen des Geschäftsviertels in Sandto, eine der größten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Sandton City ist das größte Einkaufszentrum Südafrikas. Zusammen mit dem Nelson Mandela Square, dem zentralen Platz, umfasst der Komplex eine Fläche von etwa 144.000 Quadratmetern. Johannesburg ist vielleicht auf den ersten Blick keine schöne Stadt, dennoch waren wir fasziniert von der Dynamik und dem Flair, der sie ausmacht.

In Sandton gibt es einen Gautrain-Haltepunkt, (Bild oben) welchen wir aber nicht in Anspruch nahmen, da wir meist zu Fuß unterwegs waren, oder weiter entfernte Sehenswürdigkeiten mit dem Taxi besuchten. Sandton ist das wohlhabendste Viertel in City of Johannesburg, nicht weit entfernt von Alexandra, dem wohl ärmsten Township des Landes. Innerhalb der letzten 30 Jahre hat sich Sandton, ein Stadtteil im Norden von Johannesburg, zum bedeutendsten Geschäfts- und Finanzviertel Südafrikas entwickelt. Hier befindet sich auch eines der exklusivsten Einkaufszentren des afrikanischen Kontinents, das wegen seiner gigantischen Ausmaße als "Sandton City" bekannt wurde. Die Shopping Mall beherbergt mehr als 300 Shops und Boutiquen mit internationalen und regionalen Modemarken, Kino und Restaurants. Die Betreiber versuchen, internationales und südafrikanisches Flair zu vereinen. Dazu kombinieren sie die kosmopolitisch gehobene Atmosphäre der Designermarkenwelt mit afrikanischer Kunst.

Im Standton Center
Natürlich bummelten wir einmal kurz durch dieses große Einkaufscenter.
Auf dem Weg zur Statue Nelson Mandelas
Der Bummel durch das Geschäftsviertel hatte doch etwas länger gedauert.
Freundliche Touristen fotografierten ihre Freunde an der Nelson Riesenstatue.
Endlich konnten auch wir uns mal vor Madiba fotografieren - ohne Touristen.
Auf gings zum Gandhiplatz
Obst-und Gemüsestände neben Abfalltonnen und sonstigem Gerümpel
Vorbei am Cafè Cramer über eine Kreuzung und schon waren wir da
Johannesburg im Zentrum.

Bevor wir zum Gandhiplatz kamen noch schnell etwas Geschichtliches: Nachdem um 1880 zuerst in den östlichen Gebieten Transvaals um Barberton und Pilgrim's Rest Gold gefunden wurde, entdeckten Goldgräber 1886 die Hauptgoldader am Witwatersrand, die sich schließlich als das größte Goldvorkommen der Welt erweisen sollten. Die Stadt wurde als kleine Goldgräber-Siedlung und Zeltstadt gegründet, als Gründungsdatum gilt der 4. Oktober 1886. Mit der Entdeckung des Goldes wanderten Tausende Arbeiter und Glücksritter aus England und der Kapkolonie in die burischen Gebiete ein und ließen sich in Johannesburg nieder. Innerhalb von 10 Jahren wuchs die Stadt auf über 100.000 Einwohner heran. Der ökonomische Wert dieses Landstriches stieg rasant, was zu Spannungen zwischen den Buren, die während des 19. Jahrhunderts die Herrschaft über die Region hatten, und den Briten führte, die ihren Höhepunkt im Burenkrieg zwischen 1899 und 1902 fanden. Die Buren verloren den Krieg und auch die Kontrolle über die Südafrikanische Republik an die Briten. Als die Briten 1910 die Südafrikanische Union ausriefen, ebnete dies den Weg für den organisierten Bergbau. Allerdings installierte die südafrikanische Regierung in dieser Zeit ein strenges Rassensystem. Die Zuwanderung von Schwarzen und Indern wurde streng reglementiert. Die schwarze und farbige Bevölkerung wurde gezwungen, in nach Rassen getrennte Gebiete, die zuvor von der weißen Regierung oft willkürlich festgelegt wurden, umzuziehen. Dadurch entstanden riesige Barackensiedlungen, die sogenannten Townships, rund um Johannesburg, von denen Soweto (South Western Townships) das Bekannteste ist. Hier lebte auch Nelson Mandela viele Jahre seines Lebens, sein Haus in Orlando ist heutzutage eine Touristenattraktion. Zudem wurde der nicht-weißen Bevölkerung verboten, qualifizierte Arbeiten anzunehmen, und zahlreiche Schwarze mussten als Wanderarbeiter in Johannesburgs Goldminen arbeiten. Trotz dieser radikalen Trennungspolitik war beispielsweise der Stadtteil Sophiatown zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein lebendiges Viertel der Stadt, in dem die verschiedenen Hautfarben mehr oder weniger friedlich nebeneinander lebten. Um 1950 wurde das alte Sophiatown Opfer der Apartheid-Politik der burischen Nationalpartei, die zum damaligen Zeitpunkt die Regierung Südafrikas stellte. Das gesamte Gebiet wurde zu einer "whites-only area" (Gebiet nur für Weiße) erklärt, alle Andersfarbigen zum Umzug gezwungen, und das Stadtviertel bekam fortan den ironischen afrikaansen Namen Triomf für Triumph.

Was hätte uns dieser große Mann alles erzählen können?
Was hätte uns dieser große Mann alles erzählen können? Doch er blieb stumm.
Auf dem Heimweg ins Hotel
Entspannung im Hotel-Wohnzimmer
Im Hotel machte ich mich schlau über Gandhis Zeit in Johannesburg

In Johannesburg arbeitete Mahatma Gandhi vor 100 Jahren als junger Rechtsanwalt. Als Erinnerung an ihn steht heute in der Stadt eine Bronzestatue. Um gegen Rassismus zu protestieren, zog er mit mehr als 2.000 Anhängern vom Transvaal nach Natal. Erinnerungen an einen geschichtsträchtigen Marsch in einer Zeit, in der gewaltfreier Widerstand noch in den Kinderschuhen steckte. Dort arbeitete Gandhi als Rechtsanwalt. Und dort steht Gandhi in Bronze als dürrer junger Mann im Flattermantel auf einer Säule. Gandhi hatte früh erfahren, was Rassismus bedeutet. Bei einer Zugfahrt wurde er aus dem Erste-Klasseabteil geschmissen. Arbeitgeber ließen den Dunkelhäutigen nicht mit Kunden direkt in Kontakt kommen. Als die Briten immer strengere Passgesetze erließen, entwickelte sich Gandhi zum Widerstandskämpfer. Um gegen die Gesetze zu demonstrieren, marschierte er vor genau 100 Jahren mit mehr als 2000 Anhängern vom Transvaal nach Natal. Es war der Beginn seiner Strategie des Gewaltlosen Widerstandes. Gandhi landete mehrfach im Gefängnis. In Johannesburg war das ein altes Fort mit hohen Wällen, Baracken, dunklen Gängen. Heute ist es Museum und benannt nach dem Verfassungsgerichtshof Constituion Hill. "Ich habe Johannesburg geliebt, obwohl es ein Bergbaunest war", so Gandhi. "Hier habe ich meine wertvollsten Freunde kennengelernt. Und hier begann der Kampf um das Prinzip des gewaltlosen Widerstandes."

Kurzbesuch im Cradle of Humankind
Bibel kontra Wissenschaft

Im Nordwesten von Johannesburg - rund 10 km nördlich des Vororts Krugersdorp - liegt ein knapp 50.000 Hektar großes Gebiet, das als "Cradle of Humankind" - "Wiege der Menschheit" - von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Kernstück des Gebiets sind eine Reihe von Höhlen aus dolomitischem Kalkgestein, die eine überaus große Konzentration von Fossilien aufweisen, sowohl von Tieren als auch von Hominiden - Frühmenschen -, die vor Millionen Jahren in diese Höhlen hineingefallen waren. Wir wollten sehen, wie Adam und Eva laut Charles Darwin ausgesehen haben könnten.

Eingang zum Cradle of Humankind
Eingang zum "Cradle of Humankind".
Also wenn das stimmt...Dann lag der Garten Eden in Südafrika und nicht in Mesopotamien.

Schon Charles Darwin hatte 1871 vermutet, der Mensch habe sich in Afrika entwickelt, da seine nächsten Verwandten – Schimpansen und Gorillas – dort beheimatet sind. Seit 1924, als das damals älteste Fossil eines unmittelbaren Vorfahren des Menschen (Hominini) in Südafrika entdeckt wurde (das Kind von Taung), trugen zahlreiche weitere Fossilfunde dazu bei, dass Darwins Hypothese heute als sehr gut abgesichert gilt und daher Afrika von den Paläoanthropologen als die Wiege der Menschheit angesehen wird. Bedeutende Fundstellen befinden sich in Südafrika sowie entlang des Großen Afrikanischen Grabenbruchs, vor allem in Kenia, Tansania und Äthiopien. Als älteste hominine Funde außerhalb Afrikas gelten die Fossilien von Dmanisi, deren Alter auf 1,75 bis 1,8 Millionen Jahre datiert wurde.

Wir hatten genug gesehen.
Wir hatten genug gesehen..

An dieser Stelle möchte ich auf eine Internetseite verweisen: Siehe ich bin das Licht! Wo es nicht alleine um Adam und Eva geht, sondern um die gesamte Bibel. Was nie stattgefunden hat, kämpft unentwegt um die Echtheit seiner Maske. Möge sich jeder seine eigene Meinung bilden. Wir hatten sie uns gebildet und verließen Cradle of Humankind. Nicht etwa enttäuscht, aber sehr sehr nachdenklich.

Zurück ins Hotel.
Diesmal fuhren wir mit dem Bus ins Hotel zurück

1976 brachen große und blutige Unruhen in Johannesburg und vor allem in Soweto aus. Der Schüler- und Studentenrat von Soweto organisierte Demonstrationen gegen die geplante Einführung von Afrikaans, die damals als die Sprache der Unterdrücker angesehen wurde, als alleinige Unterrichtssprache in schwarzen Schulen. Am 16. Juni 1976 schoss die Polizei auf eine Studenten-Demonstration. In den folgenden 12 Monaten starben mehr als 550 Menschen (zumeist Jugendliche) bei Demonstrationen gegen das Apartheid-Regime. Das bekannteste Opfer dieser Unruhen war der damals 13-jährige Hector Peterson. Seitdem die Apartheid im Jahr 1990 abgeschafft wurde, ist auch Johannesburg befreit von diskriminierenden Rassengesetzen. Die schwarzen Townships wurden in die Stadtverwaltung integriert. Viele Vororte werden heute wieder von Menschen verschiedener Hautfarben bewohnt.

Vor dem Schlafengehen noch ein Drink für uns beide an der Bar.

Wer heute durch die Wirtschaftszentren Johannesburgs schlendert sieht schwarze Geschäftsleute in feinen Anzügen in Bürogebäuden verschwinden, wie wir selbst beobachten konnten. Früher wäre es kaum denkbar gewesen, dass Touristen durch die Innenstadt Johannesburgs schlendern oder sich wohlhabendere Südafrikaner für Loft-Wohnungen im Stadtzentrum interessieren. An diesen Tatsachen erkennt man, welche Veränderung Johannesburg durchgemacht hat – die Stadt, welche einst die höchste Kriminalitätsrate des Landes hatte.

Am nächsten Morgen reisten wir ab

Am nächsten Morgen reisten wir ab. Der Hotelleitung haben wir schon am Abend Bescheid gegeben, dass wir Morgen abreisen werden. Unser nächstes Ziel war Mozambique.

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