Sheba lässt sich im Garten die Fußnägel lackieren, da kommt Baltor, ihr Leibwächter, die Treppe herab zu ihr.
Wahrheit und Legende über die Königin von Saba

Die Königin von Saba ist eine biblische Gestalt, die im 10. Jahrhundert vor Christus eine Reise zum Hof König Salomos in Jerusalem unternommen haben soll. Außer im Alten Testament, der frühesten schriftlichen Erwähnung, erscheint sie auch im Koran und in äthiopischen Legenden, nicht jedoch in Quellen aus dem antiken Saba im heutigen Jemen. Ob ihr Reich tatsächlich dort oder in der Region um Aksum in Äthiopien gelegen hat, ist daher bis heute ebenso ungeklärt wie die Frage, ob die legendäre Königin eine historische Person zum Vorbild hatte. Es bleibt offen, ob die Königin von Saba wirklich existiert hat, da noch keine Nennung der Königin in sabäischen Inschriften aus dieser Zeit gefunden wurden. Als biblische Erzählung können die Ursprünge auch auf ältere Traditionen der sumerischen und chaldäischen Mythologie zurückgehen. Belegt ist, dass es arabische Königinnen gab, z.B. Zabibê, Königin von Aribi 744-727 v. Chr. Der schriftliche biblische Text entstand vermutlich erst zwischen dem 6. und 7. Jahrhundert v. Chr. Es ist denkbar, dass König Salomo zwar Verbindungen zu einer arabischen Königin unterhielt, dass der Name Saba aber eingefügt wurde, um die Bedeutung Salomos durch die Verbindung mit dem damals blühenden Sabäerreich hervorzuheben. Nach einer anderen Theorie basiert die Erzählung der Königin von Saba auf dem kanaanäischen Brauch der Heiligen Hochzeit. Das würde insbesondere erklären, warum die christlichen Äthiopier den Ursprung ihres Herrscherhauses aus einer unehelichen Beziehung zwischen Makeda und Salomo, aus der der legendäre König Menelik I. hervorging, ableiten.

Nun aber wieder zurück zum Geschehen
Sheba gebietet ihrem Leibwächter Platz zu nehmen, sie teilt ihm mit, dass sie eine Reise nach Ägypten beabsichige.
Sheba am ägyptischen Hof
Der Pharao, umgeben von Soldaten und Priestern, begibt sich die Treppe herunter zur Königin von Saba.

Eine Verschwörung der umliegenden Königreiche unter Führung des ägyptischen Pharaos führt eines Tages die verschlagene Königin von Saba in die Hauptstadt Jerusalem. Diese soll herausfinden, wo die Schwachstelle in Salomons mächtigem Reich liegt. Unter dem Vorwand, von Salomon lernen zu wollen, spioniert sie ihn später nach ihrem Besuch beim Pharao aus. Und nicht nur ihn, sondern auch seine gesamte Umgebung. Die anfängliche Verlogenheit dieses Ansinnens wandelt sich jedoch schnell in echte Bewunderung und schließlich in Liebe. Salomon, der weiß, dass er der Königin von Saba eigentlich nicht trauen kann, erliegt seinerseits ihren weiblichen Reizen. (Aber davon etwas später).

Der Pharao bittet die Königin zu einem Gespräch unter vier Augen in sein Privatzimmer. Bild unten.
Höre, oh Königin, finde bei Deinem Besuch in Israel heraus, wo die Schwachstellen Salomons sind.
Shebas Reise nach Israel
"Sheba reitet früh mit großem Gefolge durch Israel. Am nächsten Tage möchte sie Jerusalem erreichen.
"Es war eine lange Reise durchs steinige Israel bis nach Jerusalem, welches sie gegen Mittag erreichte.
Vor den Toren Jerusalems wird Sheba von einem Abgesandten Salomons begrüsst und kann passieren.
Auch im Harem des Königs erfuhr man von der Ankunft der schönen Königin von Saba. Alle waren neugierig.
Posaunen künden Shebas Ankunft durchs Jerusalemer Stadttor. Der König und Abishag sind gespannt.
Salomons Priester verfolgen mit Skepsis den triumphalen Einmarsch der sabäischen Königin.
Sheba entsteigt ihrer Kutsche und wird von König Salomon begrüßt und willkommen geheißen.

Die Königin erfuhr schon vorher von der Weisheit König Salomos, macht jedoch zuvor eine Reise nach Ägypten von wo aus sie dann nach Israel aufbricht und sich an seinem Hof in Jerusalem einfindet, um das Gehörte zu überprüfen. In Gedanken ist sie beim Pharao und dem, was dort besprochen wurde. Jedoch von Ausspionieren war kein Gedanke mehr, denn überwältigt von dem, was sie bei Salaomon sieht, schenkt sie ihm "hundertundzwanzig Zentner Gold und sehr viel Spezerei, Seidentücher und Edelsteine".

Salomon führt die Königin galant auf den Thronplatz, wo sich die Priester und Ältesten vor ihr verneigen.
Wahrheit oder wiederum Legende?

Besondere Bedeutung hat die Legende der Königin in der äthiopischen Geschichte. Sie wird im 14. Jahrhundert in Aksum in dem Werk Der Ruhm der Könige (Kebra Nagast) festgehalten. Die Königin trägt den Namen Mâkedâ und soll Salomo in Jerusalem besucht haben. Dabei soll sie mit ihm Menelik, den Stammvater der äthiopischen Könige, gezeugt haben. Weiter heißt es, Menelik sei später selbst nach Jerusalem gereist und habe von dort die Bundeslade mit den beiden Tafeln der Zehn Gebote nach Äthiopien entführt. Die Dynastie der Salomoniden, die von 1270 bis 1975 über Äthiopien herrschte, führte sich auf diese Verbindung zwischen Makeda und Salomo zurück. Der letzte Kaiser Haile Selassie bezeichnete sich als 225. Nachfolger des Sohnes der Königin von Saba.

Haile Selassie I., zu deutsch Macht der Dreifaltigkeit (der Erste) wurde am 23. Juli 1892 geboren unter dem Namen Namen Tafari Makonnen, Provinz Hararghe, Äthiopien. Gestorben ist er am 27. August 1975 in Addis Abeba. Er war der letzte Kaiser von Äthiopien (1930–1936; 1941–1974). Sein Herrschertitel war Neguse Negest ("König der Könige"), er nannte sich 225. Nachfolger des Königs Salomon. Nach einem Militärputsch musste der Kaiser am 12. September 1974 abdanken und starb bald darauf im Arrest unter ungeklärten Umständen. Angeblich ist er mit seinem Kopfkissen erstickt worden. Das eingefügte Bild von ihm hat mit den bisherigen Geschehnissen nichts zu tun. Es wurde nur eingefügt für diejenigen, die sich nicht mehr oder überhaupt nicht an Kaiser Haile Selassie erinnern können.

Die Königin sitzt neben König Salomo und bedeutet ihrem Leibwächter, dass man die Geschenke bringen soll.
König Salomon wird überreichlich beschenkt