Ich war gerade am Anziehen, als Lena in mein Zimmer kam. Sie wollte sich erkundigen, was heute auf dem Plan stand. Dass ich eine riesengroße Überraschung für sie bereit hielt, das konnte sie natürlich nicht ahnen. Aber einen Schreck bekam sie doch, als ich ihr erklärte, dass ich beabsichtige ihrer Freundin, wie gestern schon erwähnt, einen Besuch abzustatten, und wollte mich davon abhalten, obgleich ich es nur gut meinte. "Ich will der jungen Frau etwas unter die Arme greifen, nachdem du nun nicht mehr bei ihr wohnst und diese die Miete für das kleine Häuschen jetzt alleine stemmen muss. Und immerhin hat sie dich die ganze Zeit über mit ernährt, da du ja arbeitslos warst".

"Woher weißt du, dass wir zusammen in einem kleinen Häuschen wohnen, bzw. ich wohnte?" "Lenamädchen", sagte ich liebevoll zu ihr,"der Hotelchauffeur hat dich nach Hause gefahren, erinnerst du dich?". "Ach, daher, und ich dachte schon du überwachst mich". "Leeenaaa", entfuhr es mir überrascht, "sowas würde ich nie tun!" "Übrigens, was arbeitet deine Freundin denn?" "Sie ist Sekretärin in einem hiesigen Unternehmen, aber der Lohn ist schmal. Deshalb möchte auch sie, sobald wie möglich, ebenfalls nach Deutschland auswandern". Lena war das alles sehr peinlich, aber ich bestand darauf, mir das zu sagen. " Deshalb, lieber Mister 'MGB' " bettelte sie, "will ich ihr monatlich etwas schicken!" "Natürlich" könntest du das, aber damit ist ihr auch nicht geholfen. Würde sie in der Ukraine bleiben, wenn sie eine anständige und gut bezahlte Stelle bekäme?" "Mister 'MGB' , wer gibt schon gerne seine Heimat auf, wenn es ihm einigermaßen gut geht und sie oder er keine Not hat?"

"Ok, kennst du eine Firma Litmanen?" "Aber natürlich" antwortete sie, "das ist ein großes Finnisches Unternehmen mit Zweigstelle in der Ukraine. Aber warum fragst du?" "Nun denn, dann sollte ich dir mal reinen Wein einschenken, liebe Lena". Ich erzählte ihr die ganze Geschichte mit Jeanette und dass ich stiller Teilhaber der Hauptfirma geblieben bin und ich daher immer noch mit bestimme und sehr guten Einfluß auf das Hauptunternehmen in Helsinki habe. "Ich sage es zwar nicht gerne, um nicht zu protzen, aber ich habe die komplette Firma in Helsinki und alle Nebenfirmen im Ausland geerbt. Da ich aber keinen blassen Schimmer habe, wie man solch ein Unternehmen führt, vermachte ich alles der Schwester meines damaligen Schwiegervaters mit der Option eines stillen Teilhabers. Ich nahm nur das Privatvermögen meiner verunglückten Frau und das meines Schwiegervaters an mich, da meine verunglückte Frau als Alleinerbin im Testament eingesetzt war. Ich war als zweiter Erbe eingesetzt, falls meiner Frau etwas passieren sollte und diese wiederum hatte mich zu ihrem Erben gemacht, so wie ich auch sie in meinem Testament als Erbin eingesetzt hatte. Auch die Privatvilla meiner ehemaligen Schwiegereltern habe ich behalten. (Die Summe des kompletten Erbes nannte ich ihr natürlich nicht). Das Firmenvermögen beließ ich in der Firma. Ich wollte keine 25.000 Menschen arbeitslos machen.

Deiner Freundin kann ich daher einen sehr gutbezahlten Job als Sekretärin in der Firma Litmanen besorgen. Da sie Russisch spricht und schreibt, ist das kein Problem. Überdies werde ich ihr ein anderes Haus besorgen, damit sie mietfrei wohnen kann, was hälst du davon?" Lenas Augen wurden immer größer. Sie schluckte und konnte es kaum fassen, was ich da eben gesagt habe. Dann endlich kam ein mich sehr freuender Satz: "Da wird sie aber einen Luftsprung machen und dir sehr dankbar sein, Mister 'MGB' ". "Liebe Lena, nicht mir muss sie dankbar sein, sondern dir. Der liebe Gott hat mir eine wunderbare Frau über den Weg laufen lassen, das kann kein Zufall sein. Sie soll also dir dankbar sein. Ach, noch etwas: hast du einen Führerschein?" "Ja, wieso? Hast du keinen?" Den habe ich sehr wohl", antwortete ich, aber ich kann kein Kyrillisch lesen" grinste ich, "und in diesem Verkehrschaos hier wäre das tödlich". Da lachte sie richtig schelmisch. "Also abgemacht? Heute gegen Spätnachmittag fahren wir an den Betrieb deiner Freundin und holen sie ab".

Lena bespricht mit mir den heutigen Tagesablauf.

Anschließend gingen wir frühstücken und dann gings wieder über den Unabhängigkeitsplatz, wo sich in Kiew alles Leben und Treiben, sowohl tagsüber als auch am Abend bis in die späte Nacht, abspielt.

Lena und ich an der Kuppel des Einkaufzentrums Globus.
An der Blumenuhr unterhalb des Oktober Palasts.
Das Kiy-Shek-Khoriv Denkmal mit ihrer Schwester Lybid.
Den angeblichen Gründern Kiews.

Kyi, oder auch Kiy, Kij oder Kyj, Shchek und Khoryv (möglicherweise alles Ukrainer?) sind die drei legendären Brüder, die manchmal zusammen mit ihrer Schwester Lybid, die nach der Primären Chronik erwähnt werden, sind die angeblichen Gründer der mittelalterlichen Stadt von Kiew. Die Legende wird als eine Quelle von Kiews Mythologie und städtischer Namengabe anerkannt. Archäologische Ausgrabungen haben dort gezeigt, dass in der Tat eine alte Ansiedelung aus dem 6. Jahrhundert gefunden wurde. Andere wiederum denken, dass Kyi eine echte Person mit Namen Knyaz und ein Fürst gewesen war vom Stamm der östlichen Polans. Aber eine Mehrheit von Wissenschaftlern denkt, dass es sich hierbei um eine rein mythologische Geschichte handelt. Die Legende von Kyi, Shchek und Khoryv, und ihrer Schwester Lybid, kann also als ein Beispiel eines allgemeinen mythologischen Prozesses interpretiert werden, wodurch geographische Namen personifiziert wurden und in die Grundlage der Mythen einflossen. Es gibt zahlreiche verschiedene Theorien bezüglich des Ursprungs der Namen, am populärsten ist aber die Legende von den drei Brüdern und ihrer Schwester Lybid. Es ist ein Versuch, die lokalen Namen zu erklären.

Lach, Lena hatte ihre Schuhe links in den Schatten der Mauer gestellt.
Hier in diesem Restaurant in der Khreschatyk-Street tranken wir erst mal einen Kaffee.

Da wir, wie bereits erwähnt, gegen Spätnachmittag zur Freundin von Lena fahren wollten, sie musste ja noch arbeiten, (ausserdem gab es ja noch Vieles in Kiew zu erkunden, was wir später noch nachholten - insbesondere diesmal die Außenbezirke und nicht ständig den Unabhängigkeitsplatz), kehrten wir ins Hotel zurück, um uns umzukleiden. Die Idee, Lena mit dem Auto durch Kiew fahren zu lassen gab ich auf. Das war mir zu gefährlich. Nicht dass ich ihr das nicht zugetraut hätte, aber man muss ja immer mit der Dummheit anderer Verkehrsteilnehmer rechnen. Ich hatte keine Lust in einem Kiewer Krankenhaus zu landen. Überdies hatte ich Lena sehr lieb gewonnen. Kaum auszudenken, wenn dem Mädchen etwas durch meine Schuld passiert wäre. So sagte ich ihr das auch. An ihrem Gesichtsausdruck konnte ich ablesen, dass auch sie nicht abgeneigt war, was mich sehr sehr freute. So nach und nach entwickelte sich eine Liebesbeziehung zwischen uns. Zwar war diese noch ein zartes Pflänzchen, aber auch kleine Pflänzchen werden einmal groß.

Ich nahm wie gesagt ein Taxi, das schien mir sicherer. Lena sagte ihm den Weg.

Zunächst fuhren wir hinaus zur Firma von Yuliya, der Freundin von Lena und holten sie dort ab. Pünktlich gegen 17 Uhr kam sie heraus und wollte gerade in den Bus steigen, als wir sie baten mit uns zu kommen. Yuliya war völlig überrascht, als sie Lena erblickte und mich dazu. Da sie ebenfalls der deutschen Sprache mächtig war, konnten wir uns gut unterhalten und erklärten ihr den Grund unseres Hierseins. Wir baten sie, mit uns in ihr gemietetes Zuhause zu fahren, wo ich ihr Näheres sagen wollte.

Lena und ich vor ihrem ehemaligen, sehr schmucken Zuhause.

Wie überrascht waren Lena und ich, während wir bei Yuliya Kaffee tranken und ich Yuliya das Angebot machte, ihr ein anderes Haus in Kiew City zu kaufen und sie mir antwortete, dass sie ja ebenfalls nach Deutschland auswandern möchte - andererseits aber auch gerne in diesem Haus weiter wohnen möchte, nur der schmale Verdienst ließe das nicht zu. Andererseits habe sie auch mitbekommen, dass das schmucke Häuschen vom Besitzer verkauft werden soll. "Da frage ich mich natürlich schon, wo ich eine andere Bleibe finden soll, die ich auch bezahlen kann. Die Miete ist ja jetzt schon zu hoch für mein geringes Einkommen. Deswegen wollte auch ich, genau wie Lena, nach Deutschland auswandern. Außerdem ist es doch äußerst umständlich ständig mit dem Bus in die Stadt fahren zu müssen, denn manchmal fahren sie nicht gerade pünktlich und ich muss mich hetzen in die Firma zu kommen".

"Dem kann abgeholfen werden", antwortete ich ihr schmunzelnd. "Liebe Yuliya, ich darf Sie doch so nennen?"..."Aber sicher doch, mein Herr". Weiter antwortete ich: "Wenn Sie unbedingt in diesem Häuschen wohnen bleiben möchten, dann nennen Sie mir bitte den Hausbesitzer und geben mir bitte seine Adresse. Ich werde Ihnen das Häuschen hier kaufen"...Yuliya dachte bestimmt, ich mache Scherze mit ihr, weil sie ungläubig Lena anblickte. Doch diese verzog keine Miene, sondern lächelte nur. "Sie meinen das aber nicht ernst, oder?", fragte Yuliya. "Ich meine das sogar todernst, liebe Yuliya und nicht nur, dass ich Ihnen das Häuschen hier kaufen werde, sondern ich werde dafür Sorge tragen, dass Sie bei der Firma Litmanen in Kiew als Sekretärin mit einem anständigen Gehalt arbeiten können. Und last but not least, werden Sie von mir ein Auto geschenkt bekommen, welches Sie sich sogar selbst aussuchen können". Yuliya fühlte sich doch tatsächlich veralbert, das konnte sie denn doch nicht glauben, stieg auf und ging weinend nach draußen. Lena musste sie mit hinaus begleiten und sie beruhigen und ihr sagen, wer ich tatsächlich bin, und ich mir das Angebot leisten kann, wie sie mir später berichtete.

Lena mit ihrer Freundin Yuliya zusammen vor Yuliyas noch gemieteten Häuschen.

"Na wenn ich es schon kaufe, dann möchte ich die künftige Besitzerin auf einem Foto festgehalten wissen", lachte ich augenzwinkernd zu ihr. Dennoch schien mir, dass Yuliya es immer noch nicht glaubte und sie sich nur höflichkeitshalber mit mir fotografieren ließ. Aber es keimte scheinbar Hoffnung in ihr auf, denn zumindest lächelte sie mal, was mich sehr freute.

Oh ja, Yuliya ließ sich tatsächlich mit mir fotografieren. Das Bild machte Lena.

Nach einigen Stunden verließen wir Yuliya mit dem Versprechen, sie am nächsten Morgen abzuholen, um in die Firma Litmanen zu fahren und baten sie, sich für einen oder zwei Tage Urlaub zu nehmen, da sie immer noch etwas zweifelte und meinen Worten nicht ganz traute. Das konnte ich verstehen, denn wer glaubt denn, dass da plötzlich ein solch großes Glück ins Haus kommt?

Unsere Zweigstelle in der Ukraine.

Yuliya war natürlich sehr überrascht, dass Lena und ich plötzlich am frühen Morgen vor ihrer Haustüre standen, um sie, wie versprochen, abzuholen. Dann fuhren wir hinaus zur Niederlassung der Firma Litmanen.

Zwar wusste die Sekretärin des Chefs noch nicht, um was es ging, aber sie lächelte mit, als Lena diese Aufnahme von Yuliya und mir bei ihr im Büro machte.

"Das ist eigentlich verboten, die Herrschaften", sagte die Sekretärin. Erst sagte sie es auf Russisch und als Yuliya sie darauf aufmerksam machte, dass ich nur Deutsch verstehen würde, sagte sie es auch auf Deutsch. "Darf ich einmal fragen, wer Sie überhaupt sind und wer oder was Ihnen das Recht gibt hier einfach eine Aufnahme machen zu dürfen?" Vorsichtshalber lächelte sie aber mal mit, denn man weiß ja nie, wird sie sich gedacht haben. Daraufhin stellte ich mich ihr vor. "Gestatten Sie, gnädige Frau, dass ich mich Ihnen vorstelle: Mein Name ist Litmanen". Als die Dame dann meinen Namen erfuhr und wer ich bin, erschrak sie heftig. Ich erklärte ihr in knappen Worten, dass ich den Personalchef zu sprechen wünsche. Sofort und ohne Voranmeldung, wie das in Firmen so üblich ist, führte sie Yuliya und mich direkt ins Chefzimmer.

Lena wartete draußen, sie wollte nicht bei dem Gespräch dabei sein.

Die Sekretärin entschuldigte sich bei ihrem Chef, dass sie, zwar mit kurzem Anklopfen, sofort und ohne weiteres in sein Büro eingetreten war. "Dieser Besuch, Chef, duldet leider keinen Aufschub. Darf ich Ihnen den Besitzer der Firma, Herrn Litmanen vorstellen?" Ich habe noch nie einen Personalchef gesehen, der sich so schnell und sich tausendmal entschuldigend aus seinem Sessel erhoben hatte, wie gerade diesen. Zum Glück verstand er Deutsch, als er mich "Guten Tag!" sagen hörte und mich ebenfalls mit 'guten Tag' begrüßte, aber immer noch nicht begreifend, wer ich wirklich war.

Ich half ihm auf die Sprünge. "Gestatten sie, dass ich mich ihnen vorstelle: Mein Name ist Litmanen". Das verstand er nicht, wo er doch wusste, dass der Seniorchef bei einem Flugzeugabsturz mitsamt Frau und Tochter verunglückt war. "Mein Herr, ich verstehe nicht...Herr Litmanen ist doch mit seiner Familie verunglückt". Dann schien es ihm wie Schuppen von den Augen zu fallen, dass die Tochter des Seniorchefs ja verheiratet war. "Oh Verzeihung, mein Herr, dann sind sie der Schwiegersohn von Herrn Litmanen...?" "So ist es", sagte ich ihm, "und der Erbe des ganzen Imperiums. Und damit auch Ihr oberster Chef".

Er entschuldigte sich nochmals, sprach mir sein Beileid aus und fragte, was der Grund meines Hierseins sei? "Soll das Werk hier geschlossen werden?", fragte er ängstlich. "Nun" erwiederte ich ihm, "ich habe nicht die Absicht das Werk zu schließen oder es zu inspizieren, sondern ich habe lediglich die Bitte, dass sie dieser junge Dame neben mir einen Job als Sekretärin mit einem anständigen Gehalt anbieten". Man merkte ihm die Erleichterung an. "Das dürfte kein Problem sein, wenn sie schon vom Besitzer der Firma empfohlen wird. Da erübrigen sich auch alle Zeugnisse und Bewerbung etc. Wann kann sie anfangen?" Ich blickte zu Yuliya. Diese meinte, dass sie in ihrer alten Firma kündigen müsste, bevor sie anfangen kann. "Das kläre ich mit ihrer alten Firma ab, junge Frau", bot sich der Personalchef an. Was denken sie, was sie verdienen müssen", fragte er Yuliya. "In ist Kiew der Durchschnittslohn 3045 Hrywna. Das wären 400 €". Ich blickte ihn etwas verdattert an, was den Lohn für Yuliya anging.

"Verzeihung mein Herr", mischte ich mich ein, "vermerken sie in der Personalakte, dass ich als Chef es erlaubt habe, dass der Lohn für die junge Frau auf 7.000,00 Hrywna = 701,40 Euro aufgestockt wurde. Oder noch besser: Darf ich einmal telefonieren, damit sie keine Probleme mit Helsinki bekommen?" Er erlaubte es selbstverständlich und ich telefonierte mit Helsinki, ließ mir den zuständigen Sachbearbeiter für die Ukraine geben (wegen der russischen Sprache und damit sich keine Übersetzungsfehler einschleichen) und erläuterte ihm das, was ich eben dem Personalchef gesagt habe. Er möge das dem hiesigen Leiter des Litmanschen Unternehmens bitte mitteilen. Natürlich wurde ich sehr freundlich begrüßt und auch nach meinem Befinden wurde ich gefragt. Ein bißchen Rede hier und da wegen der Geschäfte und anschließend wurde mir alles Gute für die weitere Zukunft gewünscht. Dann bat mich der Sachbearbeiter in Finnland, ihm den Leiter des Unternehmens in der Ukraine ans Telefon zu geben.

Nach einigen Verbeugungen des Personalchefs während des Gesprächs mit Helsinki, war alles geklärt. Yuliya bekam den von mir ausgemachten Lohn und einen sofortigen langfristigen Arbeitsvertrag. Noch bevor wir uns verabschieden konnten, ratterte das Faxgerät. Darin enthalten das, was mündlich ausgemacht war. Jetzt hatte er es auch schriftlich. Wir gaben uns die Hand, wobei ich mich höflichkeitshalber bei ihm bedankte. Er begleitete uns, sich die schweißnasse Stirn abwischend, an die Tür und wünschte uns noch einen schönen Tag.

Überschwenglich bedankte sich Yuliya bei mir und glaubte nun endlich, dass ich keine Scherze gemacht habe. "Sie müssen nicht mir danken, Frau Yuliya, wenn sie sich unbedingt bedanken wollen, dann danken sie ihrer Freundin Lena. Nicht dass sie mich beeinflusst hätte ihnen zu helfen, nein, ich habe das deswegen getan, weil mir der liebe Gott ein wunderschönes Frauchen über den Weg laufen ließ, welches ich nicht mehr hergeben würde. Es sei denn, sie würde sich anders entscheiden. Allerdings weiß sie noch nicht, dass ich mich abgöttisch in sie verliebt habe. Und nun gehen wir alle erst einmal in ein gutes Restaurant, denn ich habe Hunger. Anschließend kaufen wir ihren neuen Wagen, denn sie müssen ja mobil sein". Yuliya konnte ihr Glück kaum fassen und umarmte draussen ihre beste Freundin Lena. Was sie sich auf Russisch unterhielten, verstand ich zwar nicht, aber am scheuen jedoch vielsagenden Blick Lenas in meine Richtung, musste Yuliya ihr gebeichtet haben, dass ich unsterblich in sie verliebt sei.

Yuliyas neues Auto. Einen kleinen Citroen in Rot hatte sie sich ausgesucht.

Als Yuliya ihr neues Auto sah, kamen ihr die Tränen. Während sie mich umarmte und sich bedankte schaute sie anschließend verschämt Lena an, doch die lächelte nur und meinte: "Jetzt hast du einen anständigen, gutbezahlten Job und bist mobil, liebste Freundin". Darauf antwortete Yuliya: "Und du bist nicht neidig deswegen?" "Nein, Yuliya, ich gönne es dir von ganzem Herzen. Du warst fast ein Jahr für mich da, hast mich aufgenommen und mich von dem wenigen Verdienst den du hattest, mit durchgeschleift. Ich denke, dass es mir bei Mister 'MGB' nicht schlecht gehen wird", dabei blickte sie mit einem seltsamen Glanz in den Augen zu mir herüber. Irgendwie schien mir, als hätte Yuliya ihr von meiner Liebe zu ihr erzählt. Ich lächelte nur und antwortete zu Yuliya gewandt, dass wir noch den Besitzer ihres gemieteten Häuschens aufsuchen müssten wegen des Kaufs desselben. "Das aber erledigen wir Morgen, für heute mags genug sein. Ausserdem muss ich mich erst noch mit ihm in Verbindung setzen und einen Termin ausmachen, sollte es noch nicht verkauft sein, was wir alle drei nicht hoffen wollen". Wir verabredeten uns für den nächsten Tag, gaben uns die Hand und sagten tschüss. Anschließend ließ der Chef des Autohauses Yuliya nach Hause fahren und versprach ihr, dass ihr Auto in wenigen Tagen zugelassen und ihr gebracht werden wird. Lena und ich ließen uns ein Taxi bestellen und fuhren zurück ins InterContinental.

Fünfter Tag: Yuliya bekommt ihr Häuschen und ich bekomme meinen Schatz Lena.