Viele Jahre später, nach dem tragischen Tod meiner Jeanette, konnte und durfte ich nicht länger in Trauer verweilen, denn die brachte sie mir auch nicht mehr zurück. So entschloss ich mich, wieder einmal etwas zu unternehmen und auf Reisen zu gehen. Nachdem ich gesehen habe, wie schön die Ukraine ist, buchte ich von Deutschland aus ein Zimmer im InterContinental Hotel in Kiew. (Man muss sich dort rechtzeitig anmelden, denn gerade dieses Hotel ist stark besucht und bei Reisenden sehr beliebt). Also flog ich mit der vorerst nötigen Ausstattung - (Bekleidung konnte ich mir immer noch kaufen), von Frankfurt/M. über Warschau, nach Kiew. Dort ließ ich mich von einem Taxi ins InterContinental fahren.
Wenn man plant, länger in Kiew zu bleiben und man den doch gehobenen Preis nicht scheut, so ist man im InterContinental Kiew richtig! Nun ja, ich musste aufgrund meines Erbes und meines eigenen Geldes nicht auf den Cent schauen. Meine Goldene Visakarte ersetzte auch jeden noch so kleinen oder großen Wunsch den ich äusserte.

Das InterContinental befindet sich direkt in der Innenstadt. Alle Sehenswürdigkeiten sind zu Fuß zu erreichen, sei es der Fluss, die berühmten Kirchen oder die Einkaufsstraße. Das Interconti in Kiew vermittelt in allen Bereichen eine angenehme und gehobene Atmosphäre, in der man sich wohlfühlt. Alle Mitarbeiter sind gut geschult, freundlich und hilfsbereit.

Besonders hervorzuheben ist die exclusive Lounge, in der die Speisen und Getränke sehr hochwertig sind. Die Lage ist für Geschäftsreisende und Touristen ein guter Ausgangspunkt. Das Hotel ist sehr empfehlenswert, denn endlich hat es ein 5 Sterne Haus einmal verstanden, dass Gäste nicht für alles extra zahlen wollen oder müssen, obwohl die Zimmerpreise schon hoch genug sind: Internet-Zugang und Minibar sind im Preis enthalten, eine wohltuende Ausnahme von der Abzockermentalität, die besonders in Spitzenhotels so oft anzutreffen ist. Der Service ist sehr gut, die Restaurants auch, das Frühstück ist abwechslungsreich und bietet für jeden das Passende. Vorteilhaft ist auch der hoteleigene Taxiservice.

Mit dem Taxi ins Hotel, aber zuvor noch ein Bild. Ein Kollege von ihm machte es.
Mit meinem Hotelzimmer war ich sehr zufrieden, das Personal war einsame spitze.
Kiew ist die Hauptstadt und größte Stadt der Ukraine sowie Verwaltungssitz der Oblast Kiew, der sie jedoch nicht angehört. Sie liegt am bis hierhin für kleinere Seeschiffe befahrbaren Dnepr und hat 2.816.000, als Agglomeration 4.071.000 Einwohner. Kiew gilt als wichtiger Bildungs- und Industrie-
standort und bildet darüber hinaus den wichtigsten Verkehrsknotenpunkt des Landes. Aufgrund ihrer historischen Bedeutung als Mittelpunkt der Kiewer Rus trägt die Stadt oft den Beinamen Mutter aller russischen Städte. Wegen der vielen Kirchen und Klöster und seiner Bedeutung für die orthodoxe Christenheit wird Kiew seit dem Mittelalter außerdem als Jerusalem des Ostens bezeichnet. Nach
Ende des Zweiten Weltkriegs erhielt Kiew die Auszeichnung einer Heldenstadt.
Der Majdan Nesaleschnosti ("Unabhängigkeitsplatz") hier zu sehen am Tage und bei Nacht.
Der Majdan Nesaleschnosti - deutsch etwa "Platz der Unabhängigkeit", ist der zentrale Platz der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Der Platz wird durch den Chreschtschatyk in einen nördlichen und einen südlichen Teil getrennt. Beide Teile des Platzes sind durch das unterirdische Einkaufszentrum "Globus" sowie durch die Unterführung der Metrostation "Majdan Nesaleschnosti" miteinander verbunden. Der Platz wird heute meist einfach als "Majdan" bezeichnet (hier zu sehen bei Nacht) und wurde im Jahr 2004 durch die Orangefarbene Revolution weltbekannt, als der Majdan das Zentrum des politischen Protestes gegen den Wahlbetrug bei den ukrainischen Präsidentschaftswahlen war.
Ich bummelte über den Majdan und kaufte mir einen Stadtplan von Kiew.
Mit den beiden Damen hatte ich nichts zu tun. Das war reiner Zufall. Zügigen Schrittes überholte ich beide, wobei ich sie höflich im Unterbewusstsein nach links und nach rechts, grüßte, vergaß aber,dass ich dabei wie eben erwähnt im Unterbewusstsein auf Deutsch "Guten Tag" gesagt habe. Das fiel den beiden Damen sofort auf, insbesondere der Dame rechts neben mir (in Laufrichtung),denn sie stutzte eine wenig, das sah ich sofort, ließ es mir aber nicht anmerken. (Dass ich mit ihr einmal näher bekannt werden sollte, wusste ich zu jenem Zeitpunkt noch nicht). Dann spazierte ich noch etwas weiter über den Unabhängigkeitsplatz und kehrte später ins Hotel zurück.
Auf dem Weg durch die Innenstadt zurück ins InterContinental
Am nächsten Tag traf ich diese nette Frau unerwartet wieder. An sie hatte ich nun wirklich nicht mehr gedacht. Wie auch? Man begegnet vielen Menschen in einer Großstadt an die man sich nicht mehr erinnert. Nanu, die Dame vor mir kam mir doch bekannt vor. Auch wenn ich ihr Gesicht nicht erkennen konnte, so fiel mir die elegante Gangart von ihr auf. Welch ein Zufall, dachte ich und beeilte mich sie einzuholen. Ich grüßte sie wieder auf Deutsch und zu meinem Erstaunen grüßte sie diesmal auf Deutsch zurück. Ich fragte sie, ob ich sie ein Stück des Wegs begleiten dürfe. "Aber gerne", antwortete sie, "und Sie erzählen mir dabei auch etwas über Deutschland, ja?" "Ja, junge Frau, das tue ich gerne" erwiederte ich und so kamen wir ins Gespräch. Sie fragte mich ob ich ein Geschäftsmann oder ein Tourist sei und wie lange ich in Kiew bleiben wolle und was mich so an der Ukraine interessierte?

"Nun", antwortete ich ihr, "ich bin beides, aber in erster Linie bin ich Tourist. Als Geschäftsmann muss ich mich allerdings nicht mehr um Geschäfte kümmern, das erledigen andere für mich. Meistens bin ich irgendwo auf der Welt als Tourist unterwegs. Es gibt noch viel zu sehen, denn wie heißt es doch so schön in einem Zitat von Dr. Seuss: The more that you read, the more thinks you will know. The more that you learn, the more places you'll go. (Je mehr du liest, desto mehr willst du wissen. Und je mehr dass du gelernt hast, desto mehr Plätze willst du besuchen). Das heißt für mich: 1000 Plätze auf der Welt sind noch zu sehen bevor ich sterbe. Darauf sagte sie mir, dass sie schon glücklich wäre wenn sie einen Job in Deutschland finden würde, da sie sich sehr für Deutschland interessiere und von daher auch die Sprache erlernt habe. Aber dazu müsste sie erst einmal eine Arbeit hier in Kiew finden, denn sie muss sich das Geld für nach Deutschland zu kommen zusammensparen. Und einen Job hier in Kiew zu finden sei fast unmöglich geworden. Zunächst war ich ein bißchen mißtrauisch geworden. Aber dann dachte ich mir, warum erzählt sie dir das, wenn es nicht stimmt? Ich würde es so oder so heraus bekommen.

Lena und ich bummeln durch die Innenstadt und erzählten uns viel.
So schlenderten wir fast den halben Morgen über den Maidan und nicht nur sie, sondern auch ich, waren froh, nicht alleine zu sein und einen Gesprächspartner zu haben. Natürlich kam das Gespräch auch auf die Frage, was sie so alleine mitten im Zentrum von Kiew mache und ob sie hier wohne? "Nein", antwortete sie, "ich wohne und teile mir mit meiner Freundin Yuliya in einem langweiligen Aussenbezirk eine Wohnung. Im Moment habe ich nichts zu tun, leider. Seit fast einem Jahr lebe ich nun vom eh schmalen Einkommen meiner Freundin und ihr Job ist auch nicht gut bezahlt. Ich bin, wie erwähnt, auf Arbeitssuche. Aber mit Arbeit ist es hier auch nicht so rosig, weshalb ich mich ja so sehr für Deutschland interessiere. Auch meine Freundin möchte weg aus Kiew und nach Deutschland übersiedeln. Und wo wohnen Sie hier in Kiew?" "Och", meinte ich arglos, "ich wohne für die Zeit die ich in der Hauptstadt verbringe im Hotel InterConinental. Später möchte ich mir natürlich von diesem wunderschönen Land (abgesehen von den politischen Verhältnissen) noch etwas mehr anschauen".

"Da wohnen Sie ja in einem recht teueren Hotel", sagte sie. "Nun ja, wie man es nimmt", erwiederte ich, "mein Geld kann ich ja nicht essen und mitnehmen auch nicht. Und bevor ich von oben" ich deutete zum Himmel, "gerufen werde, möchte ich noch etwas sehen von dieser Welt. Schlafen kann ich dann noch lange". Jetzt schaute sie mich völlig überrascht an, war sozusagen etwas perplex, denn sie fragte mich anschließend nach meinem Alter. Ich sagte es ihr. "Also entschuldigen Sie bitte, das ist doch kein Alter, um sich schon jetzt mit dem Jenseits zu befassen. Wenn man so will sind Sie ja gerade mal in der Blüte ihres Lebens". "Na ja, sagen wir es mal so, junge Frau: Irgendwann kommt für jeden von uns mal die Zeit von dieser Welt Abschied zu nehmen, das ist mal Fakt. Aber um ihre Frage zu beantworten: Stimmt, alt fühle ich mich keinesfalls, das ändert aber nichts daran, dass ich ein gutes Stück älter bin als sie". Sie lächelte und meinte treuherzig: "aber nur ein paar Jährchen, denn sooo jung bin ich nun auch wieder nicht". "Ok", erwiederte ich, "einigen wir uns auf die Hälfte?" Da lachte sie herzhaft auf. "Nee, Mister, ein bißchen älter bin ich schon, ich sehe nur so jugendlich aus".

Ganz in unser Gespräch vertieft waren wir mittlerweile am Lawra Petschersk angekommen. Natürlich habe ich Lena (so hieß sie mit Vornamen) zum Mittagessen eingeladen und sie später, da es zu spät geworden war mit ans Hotel InterContinental genommen, wo ich den hauseigenen Taxiservice in Anspruch nahm und den Taxifahrer bat, die Dame dorthin zu fahren, wohin sie möchte. Selbstver-
ständlich gab ich ihm ein anständiges Trinkgeld, da solche Fahrten nicht unbedingt zum Service gehörten. Natürlich fragte ich Lena, ob wir uns am nächsten Tag wieder sehen würden, sofern sie wollte. Sie wollte. Denn andererseits war sie ja auch auf Arbeitssuche, um sich das Geld für nach Deutschland zusammen zu sparen. Ich ließ sie in dem Glauben. Ich hätte sie ja sofort unterbringen können, denn in Kiew war eine Nebenstelle des finnischen Litman'schen Unternehmens ansässig, dessen Chef ich immer noch war bzw. durch den tragischen Tod meiner Frau und deren gesamte Familie geworden bin. Allerdings lag das nicht in meinem Sinn. Ich hatte mir etwas anderes ausgedacht. Ich bat sie noch, wenn sie in Kiew ankäme, sich im InterContinental an der Rezeption
zu melden und mich auf meinem Zimmer anrufen zu lassen. Für den Fall der Fälle gab ich ihr noch meine Handynummer, die sie aber dankend ablehnte, denn sie hatte kein eigenes Handy mehr.
Lena unten in der Empfangshalle des InteContinental Hotels
Mein Zimmertelefon klingelte und mir wurde gemeldet, dass mich eine Dame in der Halle erwarte.
Ich bedankte mich und ging runter in die Halle. Tatsächlich, sie hielt Wort und war schon früh im InterContinental angekommen. Natürlich lud ich sie zum Frühstück ein und bestellte noch ein Gedeck, da ich mir einen Tisch für mich selbst gegen Extragebühr ausgebeten habe. Während des Frühstücks erzählte ich ihr, was ich heute vor habe. Ich war auch so offen ihr zu sagen, dass ich keineswegs mit ihr auf Arbeitssuche gehen würde, denn ich habe andere Pläne. "Und die wären?" fragte sie.

"Ich möchte ihnen ein Angebot machen" erwiederte ich. "Sie suchen fieberhaft Arbeit und ich suche eine Reisebegleitung für unbestimmte Zeit, da ich nicht nur die Ukraine, sondern noch andere Staaten besuchen möchte. Dazu benötige ich jemanden, der, wie sie, perfekt Russisch spricht und auch ein akzentfreies Deutsch beherrscht, sowie eventuell noch eine andere Sprache. Welche beherrschen sie noch?" Sie antwortete, dass sie noch Englisch, Französisch und Portugiesisch spreche. "Das ist gut", meinte ich, "dann hören sie jetzt mein Angebot:

Wenn sie frei und unabhängig sind (abgesehen von Ihrer Freundin) und niemandem Rechenschaft ablegen müssen, was sie tun oder lassen, dann würde ich sie sofort als meine persönliche sogenannte Dolmetscherin einstellen und zwar bei freier Unterkunft und Logie, sowie einem sehr guten Gehalt. Wäre das etwas für sie? Und nach Deutschland bringe ich sie auch". Ohne zu zögern sagte sie, dass sie weder verheiratet sei noch einen Freund habe und auch sonst niemandem Rechenschaft schuldig sei. Sie bewohne, wie sie mir gestern schon erzählt habe, mit einer Freundin eine kleine Wohnung und sei sofort abkömmlich. Aber sie müsse nochmals zurück um ihrer Freundin bescheid zu geben und ihre Sachen packen. "Das brauchen Sie nicht, ich muss mir auch neue Kleidung kaufen und da spielt es keine Rolle auch Sie neu einzukleiden...Um Ihre Freundin kümmere ich mich Morgen. Nehmen Sie mein Angebot also an? " "Ja", kam es fast freudig aus ihrem Mund.

"OK, als nächstes zeigen sie mir bitte wo hier eine Bank ist, denn ich brauche Bargeld, weil man 1.nicht überall mit Visa bezahlen kann und ich 2. shoppen gehen möchte und das mit ihnen." Ihr stockte fast der Atem..."Außerdem brauchen sie mal ein Handy". Wieder schaute sie mich fast ungläubig an. "Nun schauen Sie nicht so verwundert, denn sollten wir mal getrennt in ein Geschäft gehen, müssen Sie doch erreichbar sein damit wir uns wieder finden". Sie lächelte und bat mich anschließend, sie nicht immer zu "Siezen", sondern sie einfach beim Vornamen zu nennen. "Ich heiße Lena, mein Herr". - "Liebe Lena, sie sind nicht meine Dienerin und ich bin nicht ihr Herr, sondern ein Freund. Nennen sie mich ebenfalls nur "MGB". Das ist mein abgekürzter Vorname", lachte ich. Wir gaben uns die Hand, lachten beide und waren von nun an per "DU".

Lena führte mich zur nächsten Bank, blieb aber draußen in der vornehmen Wartehalle sitzen und wartete auf mich. Etwa 15 Minuten später kam ich mit einer hübschen Summe Bargeld in Euros zurück, da man auch in der Ukraine mit Euros bezahlen kann. Zwar nimmt jeder Geschäftsmann gerne Dollars, da er diese schneller in seine Währung umrechnen kann, aber wie gesagt, gerne wird auch der Euro genommen. "In den großen Geschäften", so versicherte mir der Kassierer in der Otpbank, "können Sie ohne weiteres auch mit Visakarte bezahlen". Ich dankte ihm für diese Auskunft. Er lächelte sehr freundlich und machte eine kleine Verbeugung mit dem Kopf.
Frohgelaunt verließ ich mit ihr die Otpbank und steuerte direkt einen Handyladen an.
Ja was sah ich denn da? Ein Handy Geschäft neben einer Kaffeebar...
Auf dem Weg ins Globus-Einkaufscentrum kamen wir an einem Handyladen vorbei, in welchen ich sofort mit Lena eintrat und mir vom Verkäufer ein sehr gutes Handy zeigen ließ mit allen Schikanen. Nun, da Lena ja perfekt Russisch sprach, übersetzte sie dem Verkäufer, was ich haben wollte, respektive sie und wo sie auch durchblickte. Zunächst war sie etwas scheu, weil der Preis für ihre Verhältnisse doch recht teuer war. Doch ich ermunterte sie auf Deutsch, dass sie nicht auf den Preis schauen sollte, sondern auf das, was das Handy alles kann und mit dem sie durchblickte. Schließlich nahm sie es dann doch, was mich sehr freute. "Also das hätten wir nun mal erledigt", sagte ich zu ihr. "Und nun rufe deine Freundin an und erzähle ihr was immer du auch willst und sage ihr, dass du für eine unbegrenzte Zeit weg bist. Sie soll sich keine Sorgen machen wegen dir, du seist in bester Obhut und dass du dich Morgen wieder bei ihr melden wirst". Darauf meinte sie: "Aber ich muss doch noch schlafen bei ihr?" "Natürlich", meinte ich lachend, "ich habe eine Reisebegleitung gesucht, die bei einer Freundin im Außenbezirk von Kiew übernachten muss. Nein, Lena, ab heute wohnst Du, genau wie ich, im InterContinental. Du bekommst Dein eigenes Zimmer. Das mit Deiner Freundin Yuliya werde ich Morgen in Angriff nehmen".
Nun waren wir also im Globus Einkaufscentrum angekommen.
Zu Lena gewandt sagte ich: "Ein Versprechen möchte ich ehrlich von dir haben. Bitte kein Herumgedruckse, dass dies oder das zu teuer sei und Du es nicht kaufen wirst. Versprichst du mir das?" Sie nickte mit dem Kopf, wobei ich bemerkte, dass es ihr peinlich war, dann hauchte sie ein zaghaftes 'Ja'. "Ich werde dich auch überall mit hinschleppen, denn du musst mir ja übersetzen. In die Damen - Oberbekleidungsabteilung werde ich dich auch begleiten, aber auf keinen Fall werde ich mitkommen, wenn es um Frauenunterwäsche oder um Nachtwäsche geht. Und bitte, nochmal: keine falsche Scham, du kannst alles kaufen, was dir gefällt. Geld brauchst du zwar keines, denn wenn alles verpackt ist in der Unter-und Nachtwäscheabteilung, komme ich auf dein Zeichen herein und bezahle alles mit Karte". (Allerdings übergab ich ihr diskret, damit sie nicht ohne Cent da stand), 2000 Euro, die sie nicht annehmen wollte. Ich bestand aber darauf, dass sie es nahm.
Bei unserer Rückkehr ins InterConti suchte ich sofort den Hotelmanager auf, denn ich benötigte ein Zimmer für Lena, zumal hier ein Zimmer ohne Vorreservierung zu bekommen äußerst schwierig ist. Gegen ein anständiges Trinkgeld war es sogar möglich geworden auf dem gleichen Flur zwei Zimmer zu ergattern, die direkt nebeneinander lagen, getrennt durch eine Durchgangstür. Der einzige Nachteil: Ich musste in diesem Fall mein Zimmer changen. "Oh, da haben sie aber Glück, mein Herr. Heute morgen haben mehrere Gäste ausgecheckt. Aber die Preise für diese Zimmer, die ich für sie organisieren kann, sind etwas teurer, als ihr jetziges Zimmer, die Nacht pro Zimmer kostet 500 Dollar". - Ich unterbrach ihn höflich: "Mein Herr, ich habe in Dubai für die Nacht 10.000 Dollar bezahlt, da sind ihre Preise hier ein Trinkgeld. Geld ist also in diesem Falle nebensächlich", ant-
wortete ich ihm. "Hauptsache es klappt mit den Zimmern".

Als er das mit Dubai hörte, verschlug es ihm fast die Sprache. "Das wird es, mein Herr", beeilte er sich zu sagen, "vertrauen sie mir. Und da sie gerne die Zimmer nebeneinander hätten, müssten sie in diesem Fall ihr jetziges Zimmer räumen, was wir natürlich gerne für sie übernehmen". Er führte uns persönlich hinauf um uns die Zimmer zu zeigen. (Was doch so ein kräftiges Trinkgeld für Wunder wirken kann). Ich machte ihn noch darauf aufmerksam, dass jede Menge persönliche Dinge, wie Bekleidung etc. vom Kaufhaus Globus angeliefert werden würde und ob er uns dieses auf die Zimmer bringen lassen kann. "Kein Problem, die Herrschaften", war die Antwort. (Sicher wusste er inzwischen auch, dass ich ein Gast mit viel Geld sein musste, was ihm alleine schon an dem hohen Trinkgeld aufgefallen war). Lena, die alles verstand, da der Manager Deutsch konnte, wunderte sich nur noch. Sowas kannte sie nicht in ihrer kleinen Welt. Wahrscheinlich dachte sie, dass ich verrückt sei 500 Dollar pro Nacht und Zimmer zu bezahlen, geschweige denn 10.000 Dollar ausgegeben zu haben für eine Nacht in Dubai.

"Das hier wäre das Zimmer für die Dame, wenn es ihr gefällt?"
"Und dieses Zimmer hatte ich mir für Sie vorgestellt, mein Herr?"
Beide Zimmer gefielen uns auf Anhieb. Lena nahm das erste Zimmer, denn es gefiel ihr ausge-
zeichnet. Eine völlig andere Welt für sie. In einem solchen Zimmer hatte sie noch nie übernachtet.
Wir gaben dem Manager also unser OK und dieser bat uns, zur Rezeption zu gehen, um Lena dort anzumelden. Bei mir wurde nur die Zimmernummer getauscht. In der Zwischenzeit wurden auch unsere Einkäufe angeliefert und auf die Zimmer gebracht. Wir konnten also nochmals nach oben gehen und uns umziehen. Den doch sehr langen Tag ließen wir mit einem guten Abendessen im Speisesaal ausklingen. Und das noch im Partnerlook.
Lena zeigt mir die Stadt Kiew