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  In Lettlands Hauptstadt Riga  

Lettland (lettisch Latvija) ist ein Staat in Nordeuropa, im Zentrum des Baltikums gelegen. Es grenzt im Süden an Litauen, im Südosten an Weißrussland, im Osten an Russland, im Norden an Estland und im Westen an die Ostsee. Seit dem Inkrafttreten der EU-Erweiterung am 1. Mai 2004 ist Lettland Mitglied der Europäischen Union. Die lettische Flagge soll das weiße, blutgetränkte Leinentuch darstellen, in das ein lettgallischer Stammesfürst zur letzten Ruhe gebettet worden war. Die blutroten Streifen der Flagge symbolisieren seine im Todeskampf ausgestreckten Arme, der weiße Strich in der Mitte die Stelle, auf welcher der Leib des Stammesfürsten lag. Bereits im 13. Jahrhundert wird in der "Livländischen Reimchronik" von dieser Flagge als Kriegsstandarte der lett - und semgallischen Stämme berichtet.

Im mittelalterlichen Stadtkern

    

Die Besiedlung Lettlands begann bereits um 11.000 vor Christus. Anmerkung: (Drei Fragezeichen seien hier erlaubt: denn der Talmud behauptet, dass die Bibel erst 6000 Jahre alt ist, weshalb auch damals bei der grossen Dinomanie in den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Israel kein Dinosaurier von religiöser Seite erlaubt war. Würde also der Talmud stimmen, wäre die Erde von Gott erst vor 6000 Jahren erschaffen worden. Wir wissen aber, dass sie bereits 4,5 Milliarden Jahre alt ist...und das Weltall 12 Milliarden. Schrieb man deshalb, dass Gott die Erde 'Am Anfang' erschaffen hat, weil man kein Datum kannte?) Während der großen Völkerwanderung besiedelten baltische Stämme das Gebiet Lettlands. Das Siedlungsgebiet der Balten war in zahlreiche kleine Fürstentümer zersplittert. Nach 1237 wurden die lettischen Fürstentümer durch den Deutschen Ordensstaat erobert, welches zur Einwanderung von Deutschen führte. Im Zuge der Reformation wurde Lettland lutherisch. Im 16. Jd. geriet das Gebiet zunehmend unter den Einfluss von Schweden, im 17. Jahrhundert auch unter den Einfluss Polens. Im 18. Jahrhundert wurden einige Gebietsteile an Russland angegliedert.

Jeanette und ich auf dem mittelalterlichen Marktplatz von Riga.

Im 19. Jahrhundert und insbesondere Anfang des 20. Jahrhunderts begannen Unabhängigkeitsbestrebungen unter den Letten. Nach der Russischen Revolution wurde Lettland am 18. November 1918 von Russland unabhängig. Die Minderheitsgesetzgebung war zur damaligen Zeit relativ tolerant. Vom lettischen Parlament wurde die Flagge sowie das Wappen Lettlands geschaffen. Ab 1920 hatte Lettland neben Sowjetrussland mit immer mehr Ländern diplomatische Beziehungen, darunter auch mit Deutschland, China und mit den USA. Nach einem Staatsstreich durch Karlis Ulmanis endete die parlamentarische Demokratie, und der Staat wurde von ihm autoritär regiert. Während des Zweiten Weltkrieges wurde Lettland zuerst von der Sowjetunion, später von Deutschland besetzt. Bei Einzel - und Massendeportationen wurde während der sowjetischen Besatzung rund ein Prozent der Landesbevölkerung in Gulag-Lager und in die sogenannte Sonderansiedlung deportiert, daran waren auch lettische Kollaborateure beteiligt. Fast die gesamte jüdische Bevölkerung Lettlands wurde während der nationalsozialistischen Besatzung ermordet - daran waren auch lettische Kollaborateure beteiligt.

Jeanette und ich auf Erkundung durch Riga

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Lettland wieder von der Sowjetunion besetzt und als Lettische SSR der Sowjetunion angegliedert. Unter der Sowjetherrschaft wurden zahlreiche Letten nach Zentralasien deportiert und die Lettische SSR einer massiven Russifizierung ausgesetzt. Am 4. Mai 1990 beschloss der Oberste Rat der LSSR die Wiederherstellung der Unabhängigkeit der Republik Lettland und erklärte die Unabhängigkeit von der Sowjetunion, der Parlamentsbeschluss konnte jedoch erst mit dem Zerfall der Sowjetunion am 23. August 1991 de facto wirksam werden. 2004 wurde die Republik Lettland Mitglied der Europäischen Union.

Riga, Hauptstadt von Lettland
    

Nach 1150 kamen gotländische Kaufleute regelmäßig zum Handel an den Unterlauf der Düna (lettisch: Daugava) am Flüsschen Ridzene (deutsch: Riege, daher auch der Name Riga), der hier in die Düna mündete und später zugeschüttet wurde. Nur anhand des heutigen Verlaufs bestimmter Straßen ist die Lage dieses Flusses nachvollziehbar. Mehrfach gingen Missionsbewegungen vom späteren Gründungsort Rigas aus, die jedoch bis zur Stadtgründung fehlschlugen. Vor allem im letzten Viertel des 12. Jahrhunderts gelangten zunehmend deutsche Kaufleute nach Livland, zunächst allerdings war der Semgallerhaven am Unterlauf der Aa, etwa 50 km westlich Rigas, ein wichtiger Handelsplatz. Er wurde auf päpstlichen Beschluss hin 1200 geschlossen, um Riga als einzigen Handelsplatz zu etablieren.

Das Schwarzhäupterhaus in Riga

Die im Jahre 1201 von Bischof Albert von Buxhoeveden aus Bremen gegründete Stadt Riga war die Hauptstadt von Livland (lateinisch: Livonia). Riga war vor allem Sitz der Erzbischöfe von Riga, aber auch eine immer bedeutender werdende Handelsstadt, die der Hanse angehörte. Insbesondere in den ersten Jahrzehnten ihres Bestehens wuchs Riga mit beachtlicher Geschwindigkeit, so dass die bebaute Fläche innerhalb von weniger als 30 Jahren um etwa das 5- bis 6-fache gewachsen war. Seit 1211 gewannen die Bürger der Stadt, insbesondere die Kaufleute, die sich nach der Unterwerfung der umliegenden Völkerschaften ansiedelten, an Einfluss, 1225 konnten die Bürger ihren Stadtvogt (bisher vom Bischof eingesetzt) selbst wählen. Der Rigaer Rat ist 1225 zum ersten Male urkundlich erwähnt und bestand wahrscheinlich seit etwa 1222/23.

  Riga und der Deutsche Orden  

Die Ritter des Deutschen Ordens

Im Rahmen der Ostkolonisation versuchten die Bischöfe vor allem Deutsche im heidnischen Gebiet anzusiedeln. Militärisch wurden sie dabei vor allem von Ritterorden unterstützt, zunächst von dem Schwertbrüderorden und nach dessen Niedergang von dem Deutschen Orden, in den der Schwertbrüderorden eingegliedert wurde.

Insbesondere nach der Vertreibung der Kreuzfahrer aus Palästina begann sich der Deutsche Orden verstärkt um die Osteuropäischen Gebiete zu kümmern, vor allem Preussen, aber auch Livland. Der Deutsche Orden war eine organisatorisch eigenständige, machtvolle kirchliche Organisation, die bald als neuer Machtfaktor zu den Erzbischöfen von Riga in Konkurrenz trat. Geleitet wurde der livländische Zweig des Deutschen Ordens von einem Landmeister, der direkt dem Hochmeister (also dem Obersten Ordensherr) unterstand. Die zahlreichen Auseinandersetzungen zwischen den Erzbischöfen von Riga und dem Deutschen Orden wurden sowohl mit Waffengewalt als auch mittels Prozessen vor dem Papst ausgefochten. Die Bischöfe versuchten auch, Schutz bei nahen Staaten zu finden (wie z.B. Dänemark) aber auch beim Deutschen Kaiser. Seit der Schlacht bei Neuermühlen 1492 erkannte der Erzbischof von Riga den Deutschen Orden als die Schutzmacht Livlands (1492–1561) an und beteiligte sich auch mit einem eigenen Heereskontingent an der Schlacht am Smolinasee 1502.

Bild oben links: Die Ritter des Deutschen Ordens

Unser Hotelzimmer in Riga. Ein günstiger Augenblick vorm Hotel für das Fotoalbum.

Der Aufstieg Rigas wurde durch den Ersten Weltkrieg jäh unterbrochen. Die Stadt lag an der Frontlinie und zur Sicherstellung der Kriegswirtschaft wurden 200.000 Einwohner (Arbeiter mit ihren Familien) für Rüstungszwecke nach Zentralrussland evakuiert.

  Weltkriege und Besatzung  

Nach der deutschen Besetzung 1917/18 gelang es den Letten, am 18. November 1918 eine unabhängige Republik auszurufen. Die Rote Armee konnte den Anspruch der Sowjetunion gegen das von Deutsch-Balten unterstützte unabhängige Lettland nicht durchsetzen und musste sich aus dem Baltikum zurückziehen. Riga wurde zur Hauptstadt Lettlands, am 18. März 1921 wurde hier der polnisch-sowjetische Friedensvertrag unterschrieben. Es folgt eine erneute Blütezeit in der Geschichte der Stadt. Eine ungenügende Minderheitsgesetzgebung verhinderte, dass sich im neuen lettischen Staat Letten, Deutsche, Russen und Juden zu einer Gesellschaft unter lettischer Fahne vereinigten.

Dieses Haus gefiel uns besonders gut. Es erinnerte uns an den Balkon von Rapunzel.

Wie oben schon erwähnt: Dieses Haus gefiel uns besonders gut, denn es erinnerte uns an das Märchen von Rapunzel. Natürlich fragten wir höflich ob meine virtuelle Frau bitte den Balkon betreten dürfte, was man ihr auch erlaubte. Leider aber war mit dem Ruf: "Rapunzel, lass' die Haare runter!" nichts zu machen, denn meine Frau hatte keine langen Haare geschweige denn lange Zöpfe. Und einen Schlüssel konnte sie auch keinen runterwerfen, denn der gehörte dem Besitzer der Wohnung.

  Am 17. Juni 1940 rollen sowjetische Panzer durch Rigas Straßen   

Gegen Anfang der 1930er Jahre ging diese Blütezeit langsam zu Ende. 1938 hatte Riga noch ca. 385.000 Einwohner. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland wurde Lettland nicht nur von den neu aufkeimenden hegemonialen Strömungen der Sowjetunion bedroht, die eine Angliederung des ehemals russischen Territoriums forderten. Im Hitler-Stalin-Pakt vom August 1939 vereinbarten die beiden Diktaturen, das Baltikum und damit auch Lettland der sowjetischen Einflusssphäre zuzuweisen. Im Herbst 1939 wurden die Deutsch-Balten vereinbarungsgemäß in den vom Deutschen Reich eroberten Warthegau umgesiedelt. Am 17. Juni 1940 rollten sowjetische Panzer durch Rigas Straßen und besetzten die Stadt, die nun Hauptstadt der Lettischen Sowjetrepublik wurde.

Jeanette und ich in der Innenstadt von Riga.

Nach dem Angriff auf die Sowjetunion 1941 eroberten deutsche Truppen das Gebiet um Riga. In der Zeit der deutschen Besetzung von 1941 bis 1944 war Riga der Verwaltungssitz des Reichskommissariats Ostland. Auch der Generalkommissar für den Generalbezirk Lettland Otto-Heinrich Drechsler hatte seinen Sitz in Riga.

Bild oben: Die angebliche Befreiung Lettlands.

Die jüdische Bevölkerung, die 1933 noch ca. 44.000 Mitglieder hatte, wurde im Rigaer Ghetto interniert, ermordet oder in andere Konzentrationslager deportiert. Im Stadtbezirk "Kaiserwald" (lettisch: Mežaparks) befand sich das KZ Riga-Kaiserwald.

  Lettland wird erneut von der Sowjetunion okkupiert   

Während der kriegerischen Auseinandersetzungen um die Rückeroberung der lettischen Hauptstadt durch die Rote Armee 1944 wurde die Altstadt Rigas schwer beschädigt. Lettland wurde erneut von der Sowjetunion okkupiert und Riga die Hauptstadt der Lettischen Sozialistischen Sowjetrepublik.

  Wiederherstellung der Unabhängigkeit  

Ermutigt durch Perestroika und Glasnost erklärte die Saeima, das Lettische Parlament, 1990 die Wiederherstellung der Unabhängigkeit von der Sowjetunion. Daraufhin ließ der damalige Generalsekretär des Zentralkomitees der KPdSU und Präsident der Sowjetunion, Michail Gorbatschow, das Parlamentsgebäude in Riga zeitweilig durch sowjetische Militäreinheiten besetzen. Am 21. August 1991 erkannten sowohl die Sowjetunion als auch im gleichen Jahr der russische Präsident Boris Jelzin die Unabhängigkeit Lettlands an. Riga wurde wieder Hauptstadt eines souveränen lettischen Staates.

Das Schloss in Riga

In der Latvia StrasseSo nahe kommt man selten an ein Schloß heran. Hier: Das Schloss in Riga. Aber die Wachen nahmen es gelassen. Fast konnte man meinen, dass sie uns gar nicht sahen.

Die Altstadt ist das historische und geographische Zentrum Rigas am rechten Ufer der Düna gelegen und hat sich ihren Festungscharakter trotz der Schleifung der Befestigungsanlagen und Wälle 1857–1863 bewahren können. Die nach dem Abriss der Stadtmauer entstandenen Freiflächen wurden zu einem Stadtpark mit Stadtkanal umgestaltet, der heute die Altstadt von der Neustadt trennt.

Noch vor dem Schloss-Eingang

In der Altstadt von Riga und zwar in der Latvia Strasse

Einen herausragenden Platz unter den Hansestädten nahm Reval aufgrund eines einzigartigen Privilegs ein: sämtliche vorbeikommende Waren mussten vor den Toren der Stadt gestapelt werden. Revals Kaufleute verdienten so am erzwungenen Zwischenhandel zwischen Ost und West. Schnell wurde die Stadt zur Festung, mit 35 Türmen bewehrt. Wesentlichen Anteil an der Stadtgeschichte hatte die Bruderschaft der Schwarzhäupter, eine Vereinigung von unverheirateten Kaufgesellen, die später als Mitglieder der Großen Gilde in das Patriziat der Stadt aufsteigen konnten. Heiko Petermanns Film erzählt die exemplarische Geschichte eines solchen Aufstiegs: Hans Pawels, der 1460 nach Reval kam, machte seinen Weg als angesehener Handelsherr ins Rathaus. Von dort ergingen Aufträge an die bedeutendsten Künstler der Zeit: Der Lübecker Meister Bernt Notke etwa schuf den Revaler Totentanz. Zu Hans Pawels' Lebenszeit besaß Reval das Handelsmonopol in Richtung Osten. Pelze, Getreide und Wachs wurden gegen Tuch und Salz getauscht, in den Lagerhäusern hortete man im Herbst das billige Getreide, um es im Frühjahr in Zeiten des Hungers teuer zu verkaufen. 200 Jahre später musste sich Reval den Zaren in Moskau zwar unterwerfen. Doch es behielt seine Handelsprivilegien - wieder ein Sieg für die Handelsherren und ihre prächtige Stadt. (Bild unten)

In der Matisa Strasse

Noch in der Lativa StrasseDurch die Altstadt in der Lativa Strasse

An der Rolandstatue

Rundumsicht auf der 72m hohen Plattform der St. Peters Kirche. Der Turm ist insgesamt 123 m hoch und wurde 1209 zum ersten Mal gebaut. Danach ist die Holzkonstruktion mehrmals zerstört worden. Nachdem er zum Beispiel 1667 wieder einmal aufgebaut wurde, haben die Stadtväter ein Glas von der Spitze geworfen, da die Legende sagt, daß der Turm für so viele Jahre stehenbleibt, wie das Glas in Teile zerspringt. Leider blieb das Glas ganz und der Turm ist im nächsten Jahr auch tatsächlich wieder abgebrannt. 1973 wurde er zum letzten Mal wiederhergestellt und da zerplatzte das heruntergeworfene Glas in tausend Teile... Mal sehen, ob die Legende stimmt! (Bild unten).

Die St. Peterskirche in Riga
Die Orthodoxe Kathedrale in Riga
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