War es das Goldland
Willkommen in Harare
Harare-Hauptstadt von Zimbabwe
Ankunft in Harare
Ankunft in Harare.

Es sollte ein Direktflug nach Harare sein, daraus wurde leider nichts, denn wir mussten wegen einer Panne an einem Triebwerk in Nairobi zwischenlanden und umsteigen in die Air Zimbabwe. Man muss aber zugeben, dass das Ganze schnell und reibungslos vonstatten ging.

Auschecken in Harare
Auschecken in Harare.

Die simbabwische Regierung verweigerte kurz vor unserer Einreise ins Land europäischen und amerikanischen Staatsbürgern die Einreise. Meine Frau war zwar auch Europäerin finnischer Herkunft, durfte aber aufgrund ihres Namens und des vorliegenden Visums, welches auch ein Geschäftsvisum war, einreisen, da das finnische Unternehmen Litmanen auch Beziehungen zu Zimbabe hatte. Der Passbeamte an der Passkontrolle machte dennoch einen Aufstand und wollte uns nicht durch lassen. Da kam sein Vorgesetzter, der den Disput mitbekommen hatte uns zu Hilfe, da ihm der Name Litmanen ein Begriff war. Er entschuldigte sich bei Jeanette und winkte uns durch. Weiss der Geier wieso er so schnell schaltete, als er den Namen Litmanen vernahm? Möglicherweise arbeitete eine/r seiner Verwandten im Litmanschen Unternehmen.

Warten auf unsere Koffer
Harare Terminal, warten auf unsere Koffer.
In Harare wurden wir durch den Hotelservice vom Flughafen abgeholt.
Hier warten wir auf den Service.
Hier unser Hotel-Fahrservice von innen fotografiert durch die Stadt zum Hotel.

My Lady ließen mich diesmal zuerst duschen. Danach ging auch sie in die Dusche und ruhte sich anschließend auf der Couch aus. Ich fotografierte sie.

Harare (ehemals Salisbury) ist die größte Stadt und gleichzeitig Hauptstadt Simbabwes und liegt im Süden der Provinz Mashonaland im nördlichen Zentralteil des Landes. Im Stadtgebiet leben fast 1.5 Millionen Menschen, im Ballungsraum sind es ca. 2,8 Millionen. Der größte Vorort ist Chitungwiza südlich des Harare International Airport mit ungefähr 400.000 Einwohnern.

Auf dem Weg zu unserem Tisch im Frühstücksraum

Nach dem Frühstück zogen wir uns um und schlenderten gemütlich durch die Innenstadt von Harare. Als wir den Hoteleingang auswärts passierten, grüßte der Portier sehr freundlich und stand fast stramm wie ein Soldat. Was uns aufgefallen ist: es waren doch viele weiße Menschen im Hotel beschäftigt als wir angenommen hatten, sowie überhaupt noch sehr viele Menschen weißer Hautfarbe in Zimbabwe lebten. Schade, dass das Land von den Kolonialmächten so ausgebeutet wurde. Aber es waren ja nicht nur diese, sondern laut Wissenschaft oder Bibeltheoretikern, sollen sogar schon König Salomon und die Königin von Saba Gold in rauhen Mengen von Zimababwe (früher Rhodesien) in ihre Königreiche geschleppt haben.

Nach dem Frühstück gings los zum ersten Stadtbummel
Aufbruch zum Stadtbummel. Der Portier stand stramm wie ein Zinnsoldat.

Vor ca. 2000 Jahren (Eisenzeit) begannen Völker der Bantu in dieses Gebiet zu migrieren. Dies schließt auch die Vorfahren der Shona mit ein, die heute den größten Teil der Bevölkerung stellen (80 %). Zur Zeit des europäischen Mittelalters bevölkerte eine Bantu-sprechende Shona-Zivilisation dieses Gebiet, was sich heute anhand der Ruinen von Great Zimbabwe nachweisen lässt. Im frühen 10. Jahrhundert verhalfen muslimische Handelsleute, die an der Küste im Osten Handel trieben, dem Shona-Reich zu mehr Reichtum und Prosperität. Der Staat handelte mit Gold, Elfenbein und Kupfer und erhielt dafür Kleider und Glas. Mitte des 15. Jahrhunderts ließ die Bedeutung dieser Zivilisation nach, bevor sie irgendwann fast gänzlich verschwand. 1837 wurden die Shona von den Ndebele besiegt, denen sie fortan einen Tribut zahlen mussten. Im 19. Jahrhundert dann fingen die Kolonialmächte an, das Land einzunehmen.

Bummel durch Harare.

Harare als Hauptstadt mit über 1 Mio. Einwohnern ist fast eine Gartenstadt mit einem Skyline-Zentrum. In dieser und um diese moderne und großteils saubere Stadt sind kulturelle und auch afrikanisch alltägliche Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Nachdem im Jahr 2009 der Simbabwe-Dollar aufgrund der Hyperinflation vom Markt verschwunden ist, werden alle Dienstleistungen und Produkte bar in Devisen bezahlt. An erster Stelle wird der US-Dollar und der südafrikanische Rand gehandelt. Da es für beide Währungen kaum Münzen gibt, werden die Rechnungen entsprechend auf- oder abgerundet. Reisende sollten daher für ihren Aufenthalt die entsprechende Bargeldmenge mitbringen. Das Mitführen größerer Bargeldmengen erhöht aber das Diebstahlsrisiko. Es wird daher geraten, nach Ankunft größere Geldbeträge in Hotels etc. im Safe zu deponieren. In Simbabwe werden zumeist nur VISA-Kreditkarten selten auch Mastercard akzeptiert. Bargeldtausch von Euro in Dollar ist bei allen großen Bankfilialen möglich.

Gemächlich durch die Stadt.

Jüngere Geschichte: Die Regierung Simbabwes hat mit einer großen Anzahl wirtschaftlicher Probleme zu kämpfen, die zum überwiegenden Teil auf die Politik der letzten Jahre zurückzuführen sind. Die beim Ende der weißen Herrschaft von großen Teilen der Bevölkerung erwartete Landreform wurde erst jahrelang hinausgezögert, dann chaotisch und gewaltsam durchgeführt. Durch die wilde Enteignung der weißen Farmer wurden die Landarbeiter, ohnehin eine der ärmsten Bevölkerungsgruppen, statt zu Landbesitzern zu Arbeitslosen, so dass sie noch weiter verelendeten. Anhänger der Partei Movement for Democratic Change (MDC) und andere regierungskritische Personenkreise wurden eingeschüchtert. So konnte die Regierung ihren unmittelbaren Einfluss auf die übrige Landbevölkerung wieder verstärken und die Arbeiter dem (politischen) Einfluss der Opposition, vornehmlich des MDC entziehen. Da die Opposition, die sich zwischenzeitlich in der Partei MDC zusammengeschlossen hatte, dennoch weiter an Popularität gewann, hat die Regierung unter Robert Mugabe eine konsequente Diktatur etabliert. Für Touristen ist Zimabwe aber relativ sicher.

Was wir nicht erst seit unserer Einreise wussten
Der Diktator Mugabe.

Grace Marufu Mugabe (geb. Marufu, später Goreraza, Bild unten) ist die ehemalige Sekretärin und zweite Frau des simbabwischen Präsidenten Robert Mugabe. Grace und Robert Mugabes Beziehung begann bereits während seiner ersten Ehe mit Sally Francesca Hayfron, während dieser Zeit gebar Grace zwei Kinder von Mugabe, Bona und Robert Peter junior. 1997 wurde ihr drittes gemeinsames Kind, Chatunga, geboren. Vor ihrer Liaison war Grace mit Stanley Goreraza, einem Luftwaffenpiloten verheiratet, mit dem sie ebenfalls ein gemeinsames Kind hat. Robert und Grace Mugabe heirateten 1996, vier Jahre nach dem Tod von Robert Mugabes erster Ehefrau Sally Francesca Hayfron. Robert Mugabe hat Grace in traditioneller Stammeszeremonie als Zweit-Ehefrau (Junior Wife) geheiratet. Grace Mugabe ist für ihren luxuriösen Lebensstil trotz der wirtschaftlichen Schwierigkeiten Simbabwes berüchtigt und trägt den Beinamen Zimbabwes First Shopper. Seit 2002 hat sie, ebenso wie ihr Mann und andere Mitglieder des Regimes in Simbabwe, Einreiseverbot in die EU und die USA.

Mugabe mit seiner ebenso korrupten 'First-Lady' Grace
Mugabe mit seiner ebenso korrupten 'First-Lady' Grace.
Mugabes feudale Villa - ja fast schon ein Schloß.

Das Fotografieren und Filmen von Militäranlagen und -Fahrzeugen, Soldaten, Polizisten, VIPs und sicherheitsrelevanten Gebäuden (z.B. der Amtssitz des Präsidenten "Zimbabwe House" (Bild oben) oder auch "State House" auf der Borrowdale Road in Harare) ist verboten. Dies wird durchaus sehr weit ausgelegt. Landschaftsfotos, bei denen zufälligerweise Farmen von Regierungsmitgliedern mitaufgenommen wurden, führten schon zu Verhaftungen. Auf dieses Verbot sollte unbedingt geachtet werden!

So richtig traute Jeanette den Schwarzafrikanern nicht, weshalb sie etwas hinter mir ging. Wer kann es ihr verdenken? Hatte sie doch in ihrer Handtasche eine Menge Dollars. Und da in Simbabwe ganz schön 'geklaut' wird - nicht umsonst sollte man seine Dollars im Hotelsafe aufbewahren, war es ein Risiko, was Jeanette da machte. Ich wusste es allerdings nicht, sonst hätte ich ihr geraten nur die Visakarte mit zu nehmen. Ausserdem hätte sie vor mir laufen sollen, so, dass ich sie immer im Blickfeld hatte.

Man trifft sie überall, egal ob auf dem Land oder in der Stadt. Doch wenn sie sich unbeobachtet fühlen sprechen sie mit einem und das sogar sehr freundlich. Auch der Policeman machte Jeanette auf ihre Handtasche aufmerksam: "My Lady" sagte er zu ihr, "solch große Handtaschen sollten sie hier nicht tragen. Das ist viel zu gefährlich. Es wird zwar überall auf der Welt gestohlen und geraubt, aber in Simbabwe ganz besonders. Nehmen Sie das nächste Mal eine kleinere Tasche mit!" Jeanette und ich bedankten uns bei ihm, schoben ihm heimlich ein paar Dollars zu, die er verlegen, aber doch gerne annahm, da er sich unbeobachtet fühlte und wünschten ihm noch einen schönen Tag. Er rief uns noch nach: "Falls Sie in der Tasche Bargeld mit sich führen, geben Sie dieses Ihrem Gatten, my Lady. Dem kann man schließlich die Hosen nicht einfach entreissen".

Harare Stadtmitte.

Jawoll, der Herr Diktator läßt sich auch eine Straße nach ihm benennen, nämlich die Robert Mugabe Road, in welcher wir uns gerade befanden. Wie abgehoben oder besser gesagt, wie abgebrüht muss man sein, sich zu Lebzeiten und das auch noch selbst, eine Straße nach sich zu benennen...

Nach der Unabhängigkeit Simbabwes 1980 wurde der Name nach dem Volk, welches hier ursprünglich lebte, in Harare geändert (18. April 1982). Im Mai 2005 startete die Regierung Simbabwes eine umstrittene Aufräum - und Gebäudeabbruchkampagne, die zu heftigen Reaktionen in der internationalen Gemeinschaft führte, weil sie ohne Voranmeldung oder das Angebot alternativer Wohnungen für die annähernd 700.000 Betroffenen stattfand. Unter dem Vorwand, der Kriminalität und den Krankheitsrisiken zu begegnen, richtet sich die Kampagne vor allem gegen die informellen Märkte und Vorstädte. Daraufhin hat die UNO angeboten, internationale humanitäre Hilfe für die Opfer zu organisieren, allerdings wurde dieses Angebot durch die Behörden des Landes mit der Begründung abgelehnt, Hilfe von außen sei nicht nötig.

Für heute hatte es gereicht.
Wir fuhren mit dem Taxi zurück ins Hotel.
Mit dem Taxi zurück ins Hotel
Wieder im Hotel bezw. in der Hotel Lobby.
Das Schlafzimmer lag natürlich getrennt vom Wohnzimmer.
Endlich relaxen und anschließend 'Heia' machen
Gut ausgeruht mieteten wir am nächsten Tag einen Helikopter um zu den Victoriafällen zu fliegen und natürlich über sie hinweg
Krönender Abschluss war ein Besuch der Victoriafälle
Mit dem Helikopter zu den Victoriafällen und über sie hinweg.

Am Morgen telefonierte meine Frau mit einer Touristenstelle bei welcher man einen Hubschrauber mieten konnte. Sie sprach ja perfektes Englisch und Geld spielte auch keine Rolle. (Sie hatte ja genügend davon.) Es war aber schon ziemlich frisch, so dass sie in weiser Voraussicht eine Reisetasche mitnahm mit einer etwas wärmeren Kleidung, denn an den Vicoriafällen ist es nicht gerade so warm wie in der Stadt Harare. (Wir sollten uns täuschen, denn es blieb auch dort sehr warm). Wir wollten einen Tag dort bleiben und dann wieder zurück fliegen nach Harare, wo schon gegen 22 Uhr Ortszeit unser Flug nach Johannesburg gebucht war. Den wir aber um 2 Tage verschieben mussten, da uns der Pilot noch über andere Sehenswürdigkeiten flog, die wir unbedingt noch sehen wollten: War doch Simbabwe (ehemals Rhodesien) das Land aus welchem König Salomon und auch die Königin von Saba Gold bezogen.

Krönender Abschluss für heute war ein Besuch der Victoriafälle.

Die einheimischen Kololo nennen den Wasserfall Mosi-oa-Tunya (zu deutsch: donnernder Rauch). Der Name verweist auf den Wasser-Sprühnebel, der von den Fällen in bis zu 300 m Höhe aufsteigt und noch in bis zu 30 km Entfernung zu sehen ist. In unmittelbarer Umgebung der Victoriafälle gibt es sogar einen Regenwald, der seine Existenz nur der Feuchtigkeit dieses Sprühnebels zu verdanken hat. Dieser entsteht, weil sich die Wassermassen des Sambesi auf einer Breite von 1708 m in eine quer zum Flusslauf liegende, 110 m tiefe und kaum mehr als 50 m weite Schlucht mit steilen Felswänden aus Basalt ergießen. Damit sind die Victoriafälle der breiteste durchgehende Wasserfall der Erde. (Fast fünf Mal so groß wie Bayern). Zum Ende der Regenzeit im Februar und März, wenn der Sambesi durch die Niederschläge stark angeschwollen ist, schießen bis zu 10.000 m³/s Wasser über den Nordrand der Schlucht in die Tiefe, jedoch wird der Wasserfall auch in den meisten anderen Monaten des Jahres dem Titel "größter Wasservorhang der Erde" gerecht. Zum Ende der Trockenzeit, in den Monaten September und Oktober, kann die Wassermenge jedoch auf nur 170 m³/s schrumpfen. Dann bleiben von der sonst tosenden Flut nur einige wenige Rinnsale übrig. Simbabwe plant derzeit die Errichtung eines 300 Millionen Dollar (ca. 230 Millionen Euro) teuren Vergnügungsparks rund um die Victoria-Fälle, um so mehr Touristen anzulocken.

Die Victoriafälle vom Hubschrauber aus gesehen. Gut zu erkennen die Victoria Falls Bridge
Die Victoria-Fälle vom Helikopter aus gesehen.
Gut zu erkennen die Victoria Falls Bridge.
Schnappschuss am Hinweisschild
Schnappschuss am Hinweisschild.
Wir liefen bis an die Grenze von Zambia und natürlich wieder zurück.

Die Händler auf der Livingstone Bridge an der Grenze zu Sambia lächeln freundlich in die Mittagssonne. In ihren Händen halten sie dicke Bündel mit Geldscheinen, als Souvenir für die Touristen. Wer sich die bunten Banknoten mit den vielen Nullen anschaut, ahnt, dass etwas falsch gelaufen sein muss in Simbabwe. Hier an den Victoriafällen, in Sichtweite der mächtigen Wasserstürze, betreten Reisende ein Land, das für viele nicht mehr ist als eine düstere Ahnung, ein afrikanisches Schreckgespenst. Simbabwe war einmal ein Vorzeigestaat, bis Präsident Robert Mugabe mehr und mehr Macht und Besitz an sich riss. Seit der Enteignung der weißen Farmer ab 1990 stürzte das Land immer tiefer ab. 2008 kollabierte die Währung, eine Hyperinflation machte den Simbabwe-Dollar wertlos. Die aus der Not heraus gebildete Koalitionsregierung blieb brüchig.

Unser nächstes Ziel wäre Südafrika gewesen und zwar Johannesburg, aber wie gesagt, wir buchten um für zwei Tage später, da wir, wie schon erwähnt, noch andere Sehenswürdigkeiten sehen wollten, auf die uns der Pilot des Helikopters hingewiesen hatte.

Weiter nach Südafrika - nach Johannesburg