Willkommen in meiner Heimatstadt
Neustadt an der Weinstraße, die "Perle der Pfalz"
oder das "Tor zum Pfälzer Wald" - und Treffpunkt
einiger von MGB organisierten Chatter-Treffen.

Eintreffen der Chatter zum Treffen in Neustadt Weinstrasse 1998.

Gruppenfoto durch selbstauslösende Kamera am Neustadter Saalbau.
Nicht alle Chatter waren schon eingetroffen. Die Hälfte fehlte leider noch.
Aber ich möchte ja hier nicht über die Chatter-Treffen in meiner Heimatstadt berichten, sondern Neustadt vorstellen und präsentieren. Die Treffen selbst findet man unter Pfingsttreffen in Neustadt a. d. Weinstrasse.
Beginnen wir mit der Wiege der Deutschen Demokratie,
nämlich dem Hambacher Schloß vor welchem ich stehe,
auch wenn es nicht das Wahrzeichen der Stadt ist, denn
das Wahrzeichen von Neustadt ist die Stiftskirche.
Präsident Reagan besucht mit Kanzler Kohl und dem damaligen Ministerpräsident Bernhard Vogel das Hambacher Schloss in der
Heimatstadt des Autors MGB.
Das Hambacher Schloss beim Ortsteil Hambach meiner rheinland-pfäl-
zischen Stadt Neustadt an der Weinstraße wurde im Mittelalter als Burg erbaut und in der Neuzeit schlossartig ausgestaltet. Es gilt wegen des Hambacher Festes, das dort 1832 stattfand, als Symbol der deutschen Demokratiebewegung.
Das Hambacher Schloss liegt auf dem nach ihm benannten Schlossberg, einem 325 m hohen Vorberg der Haardt, die den Ostrand des Pfälzerwaldes bildet. Von hier aus bietet sich ein weiter Blick etwa 200 m hinunter auf die Rebenhügel beiderseits der Deutschen Weinstraße und auf die sich östlich anschließende Oberrheinische Tiefebene. Deswegen beherrschte die Anlage sowohl als Schutz- wie auch als Raubritterburg die sich bei Neustadt kreuzenden Handelswege und ebenfalls die Nordroute des vorderpfälzischen Abschnittes des Jakobsweges.
Links: Blick in die Rheinebene und rechts der Blick auf Neustadt.
Nahe beim Schloss und seinem großen Besucherparkplatz befindet sich eine Burgschänke. Nach Grabungsfunden wurde das Areal des Bergsporns, auf dem sich das Hambacher Schloss erhebt, bereits in spätrömischer Zeit genutzt. In spätkarolingisch-ottonischer Zeit wurde eine Fliehburg errichtet, von der Reste vor und unter der äußeren Ringmauer erhalten sind. Wohl in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts wurde innerhalb der früheren Befestigung eine neue Burg gebaut. Wegen der umliegenden Esskasta-
nienwälder erhielt sie den Namen Kästenburg (pfälzisch für "Kastanien-
burg"). Über ihre Frühzeit ist nur wenig bekannt; eine Gründung als Reichsburg ist ebenso eine unbelegte Spekulation wie die Vermutung, Kaiser Heinrich IV. habe 1076 von dort aus den Gang nach Canossa angetreten. Fest steht allein, dass Bischof Johann I. von Speyer die Anlage zusammen mit Burg Meistersel zwischen 1090 und 1104 aus seinem Eigengut an das Hochstift Speyer überschrieben hat, das bis zum Ende des 18. Jahrhunderts Eigentümer blieb.
Zwar überstand die ehemalige Wehranlage den Dreißigjährigen Krieg ohne weitere Schäden, doch während des Pfälzischen Erbfolgekrieges zerstörten französische Soldaten im September 1688 die mittlerweile verlassene Burg. Zwischen 1701 und 1703 wurden nochmals Befestigungsarbeiten begonnen, aber nicht zu Ende geführt. Nachdem gegen Ende des 18. Jahrhunderts das gesamte linksrheinische Territorium der vormaligen Kurpfalz durch fran-
zösische Revolutionstruppen besetzt worden war, wurde 1797 auch die Burgruine zum französischen Staatsbesitz erklärt. Nach Napoleons Sturz und dem Wiener Kongress fiel die als Rheinkreis neu definierte Pfalz 1816 an das Königreich Bayern. 1832 wurde die Schlossruine durch die viertägige Protestveranstaltung von etwa 30.000 Menschen zum Schauplatz der frühen Demokratiebestrebungen auf deutschem Boden. Anlass war die Unzufrie-
denheit der pfälzischen Bevölkerung über Repressionsmaßnahmen der bayerischen Verwaltung. Diese hatte in den Jahren nach 1816 wichtige Errungenschaften zurückgenommen, die dem Volk in der Zeit der Besatzung durch Frankreich gewährt worden waren. Nachdem die bayerische Obrigkeit eine strenge Zensur eingeführt und politische Kundgebungen verboten hatte, gaben die Organisatoren die Veranstaltung als "Volksfest" aus. Die Pfälzer fanden Unterstützung bei zahlreichen anderen Volksgruppen und Einzelper-
sonen. Seit jenem Fest gilt das Hambacher Schloss als Sinnbild der Demokratie in ganz Deutschland. Ein bedeutender Gast war am 6. Mai 1985 US-Präsident Ronald Reagan mit einer Rede "an die Jugend der Welt". Auch deutsche Bundespräsidenten verbinden ihren Antrittsbesuch in Rheinland-Pfalz meist mit einer Visite der historischen Stätte.
Blick auf das eigentliche Wahrzeichen: Die Stiftskirche am Marktplatz.
Die Stiftskirche am Marktplatz.
Jeder, der zu Besuch nach Neustadt an der Weinstraße kommt, wird vom Wahrzeichen der Stadt beeindruckt sein: der Stiftskirche, mit ihren zwei ungleichen Türmen. Sie ist die größte und künstlerisch wertvollste gotische Kirche der Pfalz. Nicht weit von der Stiftskirche lädt der schöne "Kirch-
garten" der katholischen St. Marien-Kirche mit Blick auf das Casimi-
rianum zum Verweilen ein. Aber auch Neustadts neun Weindörfer, wie beispielsweise Hambach mit der schönen Jakobuskirche, Haardt, Königs-
bach mit der Pfarrkirche St. Johannes oder Diedesfeld, beherbergen so manches alte und schöne Kleinod, das einen Besuch wert ist.
Teilansicht der Stiftskirche am Marktplatz und rechts dem Rathaus.
Die gotische Stiftskirche St. Ägidius in Neustadt an der Weinstraße ist das größte Gotteshaus der pfälzischen Stadt, die im Mittelalter eine der Residenzen der Kurpfalz war. Die Doppelkirche verfügt durch das nach-
trägliche Einfügen einer Trennwand über einen katholischen und einen protestantischen Teil. Die Kirche steht im Zentrum der Stadt. Mit dem Chor konventionell nach Osten ausgerichtet, schließt sie den mittelalterlichen Marktplatz nach Norden zum Kartoffelmarkt hin ab. Mit ihren beiden unterschiedlichen Türmen ist sie ein weithin sichtbares Wahrzeichen der Stadt.
Pfalzgraf Rudolf II., verfügte testamentarisch in der Stiftskirche Neustadts beigesetzt zu werden.
Pfalzgraf Rudolf II., verfügte testamentarisch die aus dem 13. Jahrhundert stammende Pfarrkirche St. Ägidius, seiner Residenz Neustadt an der Weinstraße, in eine Memoria - also eine Gebets- und Gedenkstätte - für das Haus Wittelsbach umzuwandeln und wünschte dort begraben zu werden.

Nach seinem Tode am 4. Oktober 1353 bestattete man ihn wunschgemäß vor dem Altar der Neustadter Pfarrkirche St. Ägidius. 1356 stiftetete der Nach-
folger, Kurfürst Ruprecht I., aufgrund des testa-
mentarischen Willens seines Bruders Rudolf II. das Liebfrauen-Kollegiatstift Neustadt, als Memoria für die gemeinsame Familie. In der Gründungsurkunde bezeichnete Kurfürst Ruprecht als Motivation, neben dem vordergründigen Zweck der Grablege und Memoria, ausdrücklich die Sorge um einen möglichst feierlichen, häufigen und gottgefälligen Gottesdienst in Neustadt. Er ließ die romanische Pfarrkirche St. Ägidius im gotischen Stil umbauen, vergrößern und mit einem prachtvollen Chor nach Osten hin erweitern. Der Chorbereich dieses neuen Gotteshauses, der heutigen Neustadter Stiftskirche, wurde laut einer Pfeilerinschrift 1368 begonnen.

 Auch der Gründer, Kurfürst Ruprecht I. und seine Gemahlin Beatrix von Berg ließen sich in der Stiftskirche begraben.
Der Hauptaltar der neuen Kirche rückte jetzt ein gutes Stück nach Osten und der Platz vor dem Altar der alten Pfarr-
kirche, wo Rudolf II. begraben worden war, befand sich nunmehr am Übergang vom Langhaus zum neuen Chorbereich. An dieser Stelle begrub man 1377 auch Rudolfs 2. Ehefrau Pfalzgräfin Marga-
rete von Sizilien-Aragon, an der Seite ihres Gatten. Als "Liebfrauenkirche" wurde das neue Gotteshaus St. Maria geweiht, die traditionell als Patronin des Hauses Wittelsbach gilt; der Heilige Ägidius trat als Nebenpatron in den Hintergrund. Die 15 Stiftsherren mit einem Dekan an der Spitze hatten täglich für das Fürstenhaus Wittelsbach zu beten, die Messe zu zelebrieren und an jeweiligen Todestagen verschiedener Familienmitglieder, feierliche, ewige Jahrgedächtnisse (Seelenmessen am Todestag) zu feiern. Für manche Fürstlichkeiten waren eigene "Seelenwärter" bestellt, die sich gebetsmäßig hauptsächlich um die Seele eines bestimmten Verstorbenen kümmerten.
Das Neustadter Rathaus mit Brunnen am Marktplatz.
Der Kartoffelmarkt in Neustadt mit Paradiesbrunnen.
Früher wurden hier Kartoffeln (pfälzisch "Grumbeere") verkauft. Der Paradiesbrunnen soll an die Vertreibung aus dem Paradies erinnern. Vor dem, wie ein Schwalbennest an der Stiftskirche klebenden Küsterhaus, sprudelt frisches Wasser für den durstigen Stadtbesucher. Erst im 19. Jahrhundert, als auf diesem Platz regelmäßig ein großer Gemüsemarkt stattfand und hier auch Kartoffeln verkauft wurden, bekam er seinen Namen. Mit der Errichtung des Paradiesbrunnens im Jahr 1974 hat es der Neustadter Künstler Gernot Rumpf geschafft, dass der Platz und Teile der Turmstrasse heute wieder zu neuem Leben erweckt wurden. Der Brunnen erinnert an die biblische Paradiesgeschichte und stellt den "Lebensbaum" dar, der aus dem Urwasser des Lebens gewachsen ist. (Der Autor dieser Seite hat eine Persiflage über das erste Menschenpaar geschrieben, denn der Paradiesbrunnen erinnert nicht nur an die biblische Geschichte der beiden, sondern - das wurde leider vergessen zu erwähnen: Adam und Eva waren schon in Neustadt an der Weinstrasse, als dieses vor 9000 Jahren schon existierte und "Santa Laurencia" hieß. Laut der Hebräischen Mythologie soll Gott am Anfang mehrere Welten und Menschen erschaffen haben, von welchen er einige wieder zerstörte, da sie ihm nicht gefielen bzw. die Wesen seinen Namen nicht ehrten. Dass dabei doch einige übriggeblieben sind ist ihm entgangen. So erklärt sich auf natürliche Weise wie es kam, dass auch die Pfälzer unter ihnen waren, die seiner Zerstörungswut entgangen waren. Aber auch die Kurden, die angeblich das älteste Volk der Welt sind. Und
so fragte Gott das Gesetz:"Was wäre, wenn ich noch eine Welt erschaffen würde?" Das Gesetz, nennen wir es den Hl. Geist, riet ihm dann, eine neue Menschheit zu erschaffen, denn die Erde sei ja schon vorhanden. Die Geschichte des Autors kann man hier nachlesen: Von Eden in die Pfalz ). Die originelle Brunnenplastik wurde vom Neustadter Gernot Rumpf errichtet. Adam und Eva bilden den Stamm, aus dem Blätter und Früchte heraus wachsen. Der Baum spendet Wasser, das zur Quelle, aus welcher der Baum entwachsen ist, zurückfließt und so den ewigen Kreislauf des Lebens schließt. Weil es im Paradies offenbar schon Wein gegeben haben muss, ziert Adam ein Rebenblatt. Die Schlange und der angebissene Apfel komplettieren diese originelle Brunnenplastik. Warum es gerade ein Apfel ist ist nicht bekannt, denn nirgendwo in der Bibel kommt das Wort Apfel vor.
Der Brunnen hat eine nahe liegende Symbolik: Im Eingang in die gotische Kirche ist das "Paradies". Eva bedeutet das Leben, der Baum ist ein Symbol des Lebens, das Wasser das Element des Lebens. Zwei Mal ist Eva zu sehen - einmal vor und einmal nach dem Sündenfall....
Vom Marktplatz gelangt man entweder in die Hauptstrasse oder durch die
Kellereistrasse in die Friedrichstrasse. Hier ist die Obere Hauptstrasse zu sehen die 2012 neu renoviert wurde. Man nennt sie auch s' Herzstückl.
Spazieren wir die Obere Hauptstrasse in umgekehrter Richtung hinunter und biegen rechts am Kriegerdenkmal ab, dann gelangen wir, bevor wir in die Friedrichstrasse kommen, wieder rechts am Kaufhaus "AWG" vorbei, an den sogannten Elwedritschenbrunnen.
Hier rechts am Kaufhaus vorbei befindet sich der Elwedritschenbrunnen.
Die Gelegenheit war günstig: Zur Frühlingszeit ließ ich mich mal alleine am Elwedritschenbrunnen fotografieren. Später auch mit meinen Chattern.
Neustadt 1998 im Sommer: Das große Pfingst-Chatter-Treffen.
Der Elwetritschenbrunnen von Gernot Rumpf am Klemmhof in Neustadt an der Weinstr.
In etlichen pfälzischen Gemeinden wird Touristen als launiger Zeitvertreib der Erwerb eines Elwetritschen-Jagdscheins angeboten; Einheimischen ist die Jagd-
erlaubnis dagegen selbstverständlich "in die Wiege gelegt" worden. Die Elwe-
tritschenjagd wird als eine hohe Kunst ausgegeben, da die Wesen als sehr scheu gelten. Die günstigste Jagdzeit sind dunkle Neumondnächte. Bei einer Variante der Jagd benötigt der Fänger einen Sack, eine Öllampe und einen Knüppel. Treiber versuchen, durch lautes "Tritsch, tritsch"-Rufen und durch Stockschläge gegen Bäume oder Weinbergspfähle die Elwetritschen aufzu-
scheuchen, damit sie in den Sack des Fängers flüchten.
Zum Fangen der Elweditsche benötigt der Fänger einen Sack, eine Öllampe und einen Knüppel.
Bei einer anderen Variante der Jagd nimmt man einen Sack, der an beiden Enden eine Öffnung hat. Man stellt den Sack mit Hilfe eines Astes zu einer Art Schlauch auf. An die hintere Öffnung des Sackes stellt man die Lampe. Nun wartet man, bis eine Elwetritsche, durch das Licht angezogen, den Sack durch die vordere Öffnung betritt; dann schließt man den Sack. Allerdings entkommt die Elwetritsche dabei meist durch die zweite Öffnung. Um sich vor Angriffen der Elwetritschen zu schützen, trinken die Jäger vor und während der Jagd reichlich Alkohol, dessen Geruch angeblich die Elwetritschen auf Distanz hält. Der häufig ahnungslose Fänger und Jagdscheinaspirant wird gelegentlich heimlich im Freien zurückgelassen, bis er endlich durchgefroren – und ohne Jagdbeute – heimfindet. Dann gibt es den obligatorischen Festschmaus und dazu passende Getränke zum Aufwärmen, zum Beispiel Wein oder Obstbrände. In einem Weingut im pfälzischen Bissersheim wird sogar ein spezieller "Elwedritsche-Drobbe" (-Tropfen) hergestellt.
Neustadt in der neu renovierten Fiedrichstrasse.
Läuft man die Friedrichstrasse in Richtung Bahnhof weiter, gelangt man an die Hetzelgalerie. Diese wurde anstelle des alten Hotels Grunewald im Jahre 1995/98 neu erbaut und beherbergt in ihrem Inneren mehrere Restaurants, Wohnungen, einen Friseursalon und das Modehaus Jacob, welches links noch zu erkennen ist. (Drittes Bild unten) Der Vorplatz der Hetzelgalerie ist im Sommer ein vielbesuchter, beliebter und belebter Platz.
Der Vorplatz an der Hetzelgalerie, als diese noch nicht stand.
Die Gebäude von links nach rechts wurden später abgerissen.
Manche haben eben den gleichen Weg.
Die Terrasse des griechischen Restaurants "Poseidon".
Vor der Eingangstür des griechischen Restaurants "Poseidon".
Geht man vom Restaurant kommend rechts herum kommt man wieder in die untere Hauptstraße. Dort spaziert man durch die Zwerchgasse zu Hinter-und Mittelgasse. Beide Gassen waren früher eine eher gemiedene Gegend. Seit ihrer Sanierung sind sie jedoch beide bevorzugte Wohngegend in Neustadts Innenstadt geworden.
In der heutigen, neu sanierten Zwerchgasse.
Herrliche Fachwerkhäuser in der Zwerchgasse.
Man kann die Touristen ja nicht wegscheuchen, um alleine zu sein.
So gab es halt ein Zufallsfoto - eben mit schönen Damen.
Die beiden erwähnten Gassen, die heute eine bevorzugte Wohngegend sind.
Später, sehr viel später, besuchte ich mit Lena einmal meine Heimatstadt Neustadt. Hier stehen wir beide vor dem Haardter Schloss.
Das Haardter Schloss liegt am Ostabhang der Haardt oberhalb des gleichnamigen Ortsteils am Nordostrand des Geländes der mittelalterlichen Burg Winzingen, die einst den Pfalzgrafen bei Rhein gehört hatte. Die Burg Winzingen wurde im 10. und 11. Jahrhundert errichtet und nach kriegerischen Ereignissen mehrmals wieder instand gesetzt. 1696 wurde sie im Pfälzischen Erbfolgekrieg bei der Beschießung mit Kanonen so schwer beschädigt, dass sie trotz notdürftiger Reparaturen im Lauf des 18. Jahrhunderts endgültig zur Ruine verfiel. 1804, nachdem französische Revolutionstruppen die linksrhei-
nischen deutschen Gebiete für den französischen Staat erobert hatten, wurden der Adel und die Kirchen enteignet und ihr Grundeigentum versteigert. Auf diese Weise gelangte auch die marode Burg Winzingen samt dem umgebenden Areal in Privatbesitz. Der wohlhabende Neustadter Kaufmann Schuster gestaltete das Gelände mit erheblichem Aufwand zu einem parkähnlichen Gar-
ten um und baute den Rest des Palas zur Kelterhalle aus.
Ansicht des Haardter Schlößels von der Stadt unten.
Commerzienrat August Ritter von Clemm, einer der Mitbegründer der BASF, erwarb das Areal 1875. Das Schlösschen ließ er ab 1876 errichten, um es als herrschaftliche Wohnung zu nutzen. Erst 1893, als ein runder Pavillon und eine große Terrasse fertiggestellt wurden, waren die Bauar-
beiten abgeschlossen. Von 1928 bis 1971 diente das Haardter Schloss als Kur- und Erholungsheim, später als Hotel und Restaurant. 1971 erwarb der jetzige Eigentümer die gesamte Anlage. Das Hauptgebäude wurde ab 2002 restauriert und umgebaut, dabei wurden hinter der Wandverkleidung Tapeten aus dem 19. Jahrhundert gefunden.
Das Haardter Schlössel im Winter.
Das Haardter Schloss beherbergt heute Wohnräume und eine Hotelpension. Der Beherbergungsbetrieb wurde 2005 wieder eröffnet, ihm ist ein Wellness-
bereich angegliedert. Die Hanglage ermöglicht einen weiten Ausblick über die Rheinebene. Ein Teil des Geländes steht grundsätzlich zur Besichtigung durch die Öffentlichkeit zur Verfügung; allerdings hat sich der Eigentümer das Recht vorbehalten, bei Bedarf das Anwesen zu schließen.
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