Die Sagenkreise, die sich an den Namen des Königs Artus knüpfen, kennen wir fast nur noch aus der großen Dichtung des höfischen Mit­telalters, das sich in Italien, Frankreich und Deutschland der Stoffe bemächtigte und das Heldenlied aus wirrer Kampfzeit zu einer Fülle selbständiger Dichtungen, zum Spiegel höfischen Rittertums, verarbeitete. Keltische Feenmotive, die vielfach gebrochene Gralssage, Erinnerungen an die Helden Karls des Großen, inbrünstige Gottsuche, das alles verband sich mit den Lebensformen des Rittertums zu Liebesromanen, Seelendramen, Abenteurergeschichten. Unter der Hand Chrestiens de Troyes, Hartmanns von Aue und des unvergleichlichen Wolframs von Eschenbach fanden sie ihre schönste, ihre glühendste Gestalt. Wer die Romane als Sagen für die Jugend nacherzählen will, muß den roten Faden finden, der sie miteinander verbindet - und ihn selbst dort knüpfen, wo es sich nicht wie bei Wolframs "Parzival" um eine geschlossene Dichtung handelt. Die frische, unbekümmerte, leidenschaftlich bewegte Fabel und die Hel­den, die jeder für sich eine Ausprägung des ritterlichen Ideals dar­stellen, stehen im Vordergrund der Erzählung, und das Spielerische, Draufgängerhafte überwiegt das uns etwas fern gerückte Bild des Rittertums in seiner geschlossenen, ja sozial abgeschlossenen und starr an höfische Gesittung gebundenen Erscheinung. Und schließlich kommt das mitreißende Grundmotiv zu seinem Recht, das sich sonst in der Fülle der Geschichten verliert: Die Brüderlichkeit, Reinheit und Treue der Ritterrunde, ihr Verrat und der Untergang in einer großartig düsteren, von Schuld und Verhängnis heraufbeschworenen Szene.