Nanking gehört - ebensowenig wie Hanghzou, noch nicht zur eigentlichen Seiden.-
strasse. Wir begannen aber unsere Reise der Vollständigkeit halber am Pazifik. Wie bereits vorher schon erwähnt führt uns unser Weg von Hanghzou über Nanking und Peking und von dort zurück auf die eigentliche Seidenstrasse, die im Verlauf dieser Seiten noch eingehender beschrieben wird. Bild unten zeigt uns auf dem Weg nach Nanking, welches wir mit einem Mietwagen besuchten. Zwar hätten wir auch mit dem Zug fahren können, doch wären uns dabei einige interessante Sehenswürdigkeiten entgangen, die man bei einer Bahnreise nicht sehen kann.
Nanking rückte immer näher. Nun mussten wir aufpassen welche Richtung wir neh-
men mussten. Wir entschieden uns für links dem Freeway folgend über die Brücke. Uff, wir lagen richtig mit unserer Entscheidung. Oben auf der Brücke gabelte sich die Strasse. Wir mussten rechts abbiegen und unter der Brücke hindurchfahren und gelangten auf den richtigen Weg in die Stadtmitte.
Wir hatten immer gedacht, dass in China kein allzugrosser Verkehr herrschen würde. Doch da hatten wir uns gewaltig getäuscht. Und in der Stadtmitte sich mit dem Auto zurechtzufinden war schon eine Kunst, vor allem dann, wenn man kein Chinesisch sprechen kann. Doch da meine Frau ja perfekt Englisch sprach (sie sprach ja mehrere Sprachen), erkundigten wir uns nach einem Parkhaus wo wir den Mietwagen abstel-
len und in die Stadt spazieren wollten. Und siehe da, man findet immer jemanden der so freundlich ist einem Auskunft zu geben und der auch Englisch sprechen konnte und einen sogar noch fotografierte. Wir liessen uns das Parkhaus und die Strasse wo es stand auf chinesich aufschreiben um später mit einem Taxi dorthin zurückzufahren, schliesslich wurden wir in unserem Hotel erwartet. Aber das hatte noch etwas Zeit. Zunächst schauten wir uns ein bisschen in Nanking um. (Bilder unten).
Bis zum Abend spazierten wir durch Nanking und vergaßen fast, dass wir noch ins Hotel mussten. Und noch mehr, dass unser Mietwagen im Parkhaus auf uns wartete. So winkten wir uns ein Taxi heran liessen uns ins Parkhaus fahren, wobei es der Taxifahrer nicht so genau nahm. Der war ja schneller als der Schall. Wir waren noch nicht mal aus dem Parkhaus, da raste er schon davon. Na gottseidank, dass da eine grosse Beleuchtung war, so fanden wir ihn gleich wieder. Ich gab ihm Lichthupe, dass er nicht so schnell fahren soll. Erst da fuhr er langsamer und dachte wahrschein-
lich erst jetzt daran, dass er uns ja zu unserem Hotel lotsen sollte. Dort war man schon ganz besorgt um uns und schnaufte auf, als man uns endlich eintreffen sah. Die Formalitäten waren schnell erledigt, wie etwa Taxifahrer bezahlen und Anmeldung etc. Hunger hatten wir keinen, denn wir hatten in der Stadt etwas gegessen. So konnten wir gleich auf unsere Zimmer gehen.
Weit vor uns unser Taxifahrer. Hatte er uns vergessen?Vorfahrt vor unserem Hotel.
Gesamtansicht unseres Hotels in Nanking. Ich verstand bis heute noch nicht weshalb es 'Lake view Hotel' hiess, denn weit und breit war nichts von einem See zu sehen. Man beachte einmal neben dem Hotelnamen, wie er auf Chinesisch geschrieben wird. Ganze zwei Zeichen. *g*
Unser Hotelzimmer
Stadtgeschichte: Nanjing bedeutet soviel wie "Südliche Hauptstadt". Sie war und ist immer noch eine Hauptstadt: Bis 1421 hatten 8 Dynastien Nanjing als Hauptstadt, heute ist sie die Hauptstadt der Provinz Jiangsu. Die Stadt liegt am Yangtse (weshalb sich hier auch vielleicht erklären lässt warum das Hotel "Lake View" hiess) und hieß früher Jiankang. Nanking ist eine Stadt in der Volksre-
publik China. Nanking ist die Haupt-
stadt der Provinz Jiangsu und Metro-
pole des Bezirks Nanjing. Außerdem ist Nanking de jure Hauptstadt der Republik China (Taiwan), obwohl es außerhalb taiwanesischen Territoriums liegt.
Nanking hat eine über 2000-jährige Geschichte. Während der Sechs Dynastien (220-589 AD), der südlichen Song-Dynastie (1127-1279 AD) und zu Beginn der Ming-Dynastie (1368) war Nanking Hauptstadt des Kaiserreichs China. Nanking war Werftstadt für die größten Segelschiffe des Mittelalters und Heimathafen der Schatzflotte des Admirals Zheng He. Von hier aus gingen seine Reisen nach Indien, Arabien, Afrika, Australien, möglicherweise auch Holland und Amerika. Nanking ist der historische Schauplatz der (erzwungenen) Öffnung des "Reiches der Mitte" zum Westen mit dem "Vertrag von Nanking" (1842). Dieser Vertrag stellte Hong- kong unter britische Herrschaft und ermöglichte die Gründung von ausländischen "Konzessionen" in Shanghai. 1853 fiel Nanking an die Taiping und wurde deren Hauptstadt. 1864 wurde es von den Truppen der Qing-Dynastie zurückerobert, die verbliebenen 100.000 Taiping begingen Selbstmord. 1911 Gründung der Republik mit dem Sturz der Qing-Dynastie durch Sun Yat-sen. 1927-1949 Hauptstadt der Kuomintang-Regierung unter Chiang Kai-shek. Während des Zweiten Japanisch-Chinesischen Kriegs wurde Nanking vom 9. Dezember 1937 an belagert. Die chi- nesischen Truppen weigerten sich die Stadt zu übergeben. Daraufhin starteten die Japaner einen massiven Angriff und hatten bis zum 12. Dezember die chinesischen Truppen aus der Stadt verjagt, die sich auf die andere Seite des Jangtse zurück- zogen. Am 13. Dezember besetzten japanische Divisionen die Stadt und setzten den fliehenden chinesischen Truppen nach. Nach der Besetzung Nankings verübten die japanischen Besatzer das Massaker von Nanking, bei dem etwa 20.000 Frauen vergewaltigt und etwa 300.000 Zivilisten getötet wurden. Heute ist Nanking ein bedeutendes Wirtschafts- und Bildungszentrum in Ostchina. Nanking ist offiziell weiterhin die Hauptstadt der Republik China, während Taipei nur die provisorische Hauptstadt ist. Zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten gehören die Stadtmauer aus dem Ming-Zeitalter,(siehe Grafik oben) das Sun Yat-sen-Mausoleum (Bild unten) und die Nanking Massaker Gedächtnishalle.
Jeanette und ich am Dr_Sun_Yat_Sen_Mausoleum.
Die Nanjing Massaker Gedaechtnishalle
Nanking erlangte traurige Berühmtheit durch das Massaker von Nanking. Es war ein Kriegsverbrechen der damaligen japanischen Besatzer in Nanking (Ost-
china), bei dem bis zu 300.000 Zivilisten und Kriegsgefangene ermordet und 20.000 (manche Quellen: 80.000) Mäd-
chen und Frauen vergewaltigt wurden. Das Massaker fand nach der Besetzung der Stadt am 13. Dezember 1937 durch japanische Truppen im Zweiten Japa-
nisch-Chinesischen Krieg statt. Viele Reporter und westliche Staatsbürger hatten Nanking verlassen, als die Stadt von den japanischen Truppen eingeschlossen wur-
de. Deswegen drangen wenig Nachrichten aus der Stadt. Die in der Stadt geblie-
benen Reporter unterlagen einer strengen Zensur durch die japanischen Streitkräfte. So verschwiegen besonders die zahlreichen japanischen Reporter die Greueltaten, auch wenn nach dem Krieg viele ihr Schweigen brachen. Neben dem U.S.S. Panay Vorfall sorgten die Berichte über die japanischen Grausamkeiten für ein Umschwen-
ken in den Beziehungen Japans zu den USA. Dies führte dazu, dass die USA ein Handelsembargo gegen Japan verhängten und später mit den Flying Tigers, einer freiwilligen Truppe, in den Krieg eingriffen. Besonders das Handelsembargo wird heute als Grund für den japanischen Angriff auf Pearl Harbor angesehen.
Weiter zum zweiten Tag in Nanking.

Letzter Tag in Nanking