Jekaterinburg - die dritte Hauptstadt Russlands
Richtung Uralgebirge
Der bis zu 1886 m hohe Gebirgszug, der Europa von Asien trennt, dehnt sich wie per Lineal gezogen über 2500 km vom Polarmeer bis zur Kasachensteppe. Da für die Transsib ein sanfter Durchstich in kaum 500 m Plateauhöhe gewählt wurde, ist von Bergen nichts zu sehen.
Wir am Monument bei Kilometer 1778 der Transsibirischen Eisenbahn
45 minütiger Aufenthalt in Perwouralsk. Wörtlich übersetzt bedeutet der Stadt-
name "die erste im Ural". Perwouralsk ist eine 134.361 Einwohner (2009) zählende Großstadt in der Oblast Swerdlowsk in Russland, 39 km westlich von Jekaterin-
burg entfernt und von diesem durch den Hauptkamm des Urals getrennt, der sich 2 km östlich von Perwouralsk befindet und durch ein Monument am 1778. Kilometer der Transsibirischen Eisenbahn markiert ist; damit liegt die Stadt noch im euro-
päischen Teil Russlands. Perwouralsk befindet sich in 283 m Höhe, durch die Stadt fließt die Tschussowaja, ein Nebenfluss der Kama.
  Von Moskau nach Peking.
Illustriert von MGB
Durch den Ural nach Jekaterinburg
  
Fahrt durch den Ural nach Jekaterinburg
Die legendäre Transsib verbindet das unendlich weite Land Sibiriens. Die kom-
plette Länge der Transsib, von Moskau bis Wladiwostok, (welche wir aber nicht besuchten, da wir abbogen nach Peking) beträgt über 9.288km und zieht sich durch fast ganz Eurasien. Die Transsib ist die längste Eisenbahnlinie der Welt. (Eine normale Nonstopp-Fahrt von Moskau nach Wladiwostok dauert sieben Tage, wir aber fuhren mit einem Sonderzug und legten mit Absprache der Reise-
leitung wie schon erwähnt, längere Stopps unterwegs ein). Zwei Erdtteile durch-
quert die Transsib, nämlich Europa zu (19% der Gesamtstrecke) und Asien zu (81%). Der 1.778igste Kilometer der Strecke wird als Grenze zwischen Europa und Asien angesehen. In der Nähe von Pervouralsk, also am Fuße des Ural, steht ein Monument, das die geographische Grenze zwischen dem kleineren Europa und dem großen Kontinenten Asien symbolisiert.
Wir vor dem Bahnhof in Jekaterinburg
Jekaterinburg liegt am Ural 1667 km östlich von Moskau und ist ca. 40 km von der imaginären Grenze zwischen Europa und Asien entfernt. Der Ural ist die eigentliche Schatzkammer Russlands: Hier befinden sich die größten Öl- und Gasfelder des Landes sowie zahlreiche andere Bodenschätze. Die Region lebt vom Export der Rohstoffe.
Der Bahnhof von Jekaterinburg aus anderer Perspektive
Traurige Berühmtheit erlangte Jekaterinburg durch ein tragisches Ereignis: In der Nacht vom 17. auf den 18. Juli 1918 erschossen die Bolschewiken hier den letzten russischen Zaren Nikolaus II. und seine gesamte Familie. (Bild unten)
Der letzte Zar mit seiner Familie
Jekaterinburg ist die dritte Hauptstadt Russlands und eine wichtige Industrie- und Universitätsstadt am Ural in Russland mit rund 1.332.264 Einwohnern. Jekaterin-
burg liegt nur knapp 40 Kilometer östlich der imaginären Trennlinie zwischen Eu-
ropa und Asien, welche im Westen bei der Stadt Perwouralsk verläuft. An dieser Stelle steht eine Europa-Asien-Säule. Die natürliche Grenze wird vom Ural gebil-
det. Der Zeitunterschied zu Moskau beträgt zwei Stunden und zu Mitteleuropa vier Stunden.
Bummel- durch Jekaterinburg.
Die Region wurde bereits im 11. Jahrhundert von den Nowgorodern erschlossen. Die industrielle Erschließung begann Ende des 17. Jahrhunderts. Die Gründung der Stadt am Fluss Isset erfolgte 1723 durch Wassili Tatischtschew. Im 18. Jahr-
hundert war sie eines der wichtigsten landesweiten Zentren der Metallverarbei-
tung. Hier wurde die erste Dampflokomotive Russlands gebaut.
Jekaterinburg StadtmitteAn einem Denkmal in Jekaterinburg
Während des Putsches 1991 befand sich hier der Bunker mit der "Ersatzregie-
rung" der Sowjetunion. Die wohl berühmteste mit Jekaterinburg verbundene Persönlichkeit ist Boris Jelzin, der ehemalige Präsident Russlands, der aus Butka in der Oblast Swerdlowsk stammte, am Swerdlowsker Polytechnikum studierte und 1976–1985 Erster Sekretär des Oblastkomitees der KPdSU war.
Spaziergang im Park
Die bekannteste historische Sehenswürdigkeit der Stadt ist die Kathedrale auf dem Blut. Sie steht an der Stelle, wo sich bis 1977 das Ipatjew-Haus befand, in dessen Keller in der Nacht vom 16. auf den 17. Juli 1918 die Bolschewiki hier 1918 den letzten Zaren, Nikolaus II., mitsamt seiner Familie ermordeten. Dieser Ort ist mittlerweile ein Wallfahrtsort für Anhänger des russischen Zarentums.
Die Blutkirche in Jekaterinburg
An der Stelle der Kirche stand seit Ende der 1880er Jahre das einem ortsan-
sässigen privat gehörende Ipatjew-Haus. Nach der Requisition durch die Bol-
schewiki Ende April 1918 wurde die Zarenfamilie (Zar Nikolaus II. mit der Zarin, den fünf Kindern und einigen Bediensteten) im Haus zur besonderen Verwendung festgehalten und dann am 17. Juli 1918 vor Ort exekutiert. Das Haus diente im weiteren Verlauf der sowjetischen Geschichte verschiedenen musealen und politischen Zwecken, bis es nachtsüber im Juli 1977 abgerissen wurde. Boris Jel-
zin, der damalige örtliche Parteisekretär Jekaterinburgs und spätere russische Präsident, befehligte die Zerstörung auf Anordnung des Moskauer Politbüros. Damit sollte vermutlich die Entstehung einer ungeliebten Touristenattraktion verhindert werden. Bereits kurz nach der Auflösung der Sowjetunion 1990 wurde an der Stelle eine orthodoxe Kapelle geplant, 2000 entstand dann der Plan zu der kurz darauf im neubyzantinischen Stil erbauten Kathedrale. Näheres zum Verbrechen an der Zarenfamilie unter: Das Verbrechen an der Zarenfamilie
Die Särge der ermordeten ZarenfamilieDas ist die ermordete Zarenfamilie
Die letzte Ehre für den ZarenWir am Grab des letzten Zaren von Russland
Natürlich waren wir bei der Rückführung und Bestattung der Zarenfamilie nicht anwesend. Wir sahen nur die Aufnahmen. Aber das Grab des Zaren haben wir besucht, da es für jeden zugänglich ist.
Im Zentrum von Jekaterinburg
Das Bild der Stadt wird durch eine diversifizierte Kulturlandschaft geprägt. Sehr schön ist das im Stil des sozialistischen Klassizismus erbaute Rathaus, die Universität und mehrere Institute. Das Zirkusgebäude aus den 1980er Jahren und die prächtige Oper vom Anfang des 20. Jahrhunderts sind nur Ausschnitte der architektonisch bedeutenden Vielzahl von Gebäuden. Moderne Wahrzeichen sind der unvollendete Fernsehturm und das Gebäude des Zirkus. Ersterer gilt als eines der höchsten unvollendeten Bauwerke der Welt.
Noch im Zentrum von Jekaterinburg
Der Staatliche Zirkus Jekaterinburg ist ein Zirkusgebäude, welches wegen der markanten, durchbrochenen Stahlkonstruktion seiner Kuppel eines der Wahrzei-
chen von Jekaterinburg ist. Das Gebäude wurde 1980 errichtet, basierend auf Entwürfen der Architekten Ju. Schwarzbreim und M. Korobkow es bietet 2600 Zuschauern Platz.
Der Zirkus von Jekaterinburg mit der eindrucksvollen Kuppel
Das wunderschöne Rathaus in Jekaterinburg am Tag und weiter unten bei Nacht.
Das wunderschöne Rathaus von Jekaterinburg bei Tag
Jekaterinburg das Rathaus bei Nacht
Spaziergang durch die Stadt
In der Stadtmitte von Jekaterinburg
Allmählich war es Zeit den Rückweg anzutreten
Allmählich wurde es Zeit des Rückweg zum Bahnhof anzutreten, denn in einer Stunde würde der Zug weiterfahren nach Omsk.
Richtung Bahnhof
Wir kamen ganz gut voran und hatten sogar noch etwas Zeit ein schönes Foto beim Überqueren der Brücke über die Isset zu machen. (Bild unten)
Auf der Brücke über die Isset.
Nach etwa dreißig Minuten setze sich der Sonderzug in Bewegung. In Tjumen, einer 400.000 Einwohner zählenden Stadt und Mutter der sibirischen Städte mit einer russische Festung jenseits des Urals, legte unser Zug leider nur 15 Minuten Aufenthalt ein, wovon wir eigentlich gar nichts mitbekamen, das wir schliefen. Es waren etwa gefühlte tausend Km von Jekaterinburg bis Omsk. Um genau zu sein waren es 898 Km.
Weiterfahrt nach Omsk.
  Aufenthalt in Tjumen und Weiterfahrt nach Omsk