In Erinnerung an Prinzessin Diana

Diana Frances Spencer wurde am 1. Juli 1961 in Park House auf dem königlichen Gut Sandringham in der englischen Grafschaft Norfolk als dritte und jüngste Tochter von Edward John Spencer, 8. Earl Spencer und dessen erster Ehefrau Frances Roche geboren.

Earl Spencer (hinter Prinz Charles) und seine erste Frau Frances (links neben Prinz Charles ) 1978 bei der Hochzeit ihrer Tochter Lady Jane. Ausserdem zu sehen: die spätere Stiefmutter Dianas, Raine, und die älteste Schwester, Lady Sarah. Links Prinz Charles und rechts Lady Diana. Aussen rechts: Großmutter Ruth, Lady Fermoy.

Diana als Schulmädchen im Garten des königlichen Guts Sandringham.
Kurzer Überblick:

Diana, Princess of Wales (Fürstin von Wales, gebürtig Diana Frances Spencer, * 1. Juli 1961 in Sandringham, Norfolk, England; † 31. August 1997 in Paris, Frankreich), war als erste Ehefrau des derzeitigen britischen Thronfolgers Charles von 1981 bis 1996 Kronprinzessin des Vereinigten Königreiches. Aus Dianas Ehe mit Charles stammen die Söhne William und Henry, der oft Harry genannt wird. Im deutschen Volksmund wird Diana bis heute oft als Lady Diana, Lady Di oder Prinzessin Diana bezeichnet, obwohl sie seit der Hochzeit den Titel "Lady" nicht mehr führte. Schon zu Lebzeiten errang Diana den Status einer Medienikone und wurde weltweit so populär, dass sie zeitweise als die berühmteste und am häufigsten fotografierte Frau der Welt galt.

Während sie sich zu einem Medienstar entwickelte, litt ihre Ehe mit Prinz Charles unter einer schweren Krise. Die Ehe des Kronprinzenpaares scheiterte letztlich, die offizielle Trennung wurde 1992 bekanntgegeben. Die Skandale der 1990er Jahre, die aus Dianas und Charles’ Konflikt resultierten, brachten der britischen Monarchie erheblichen Schaden. Mit der Scheidung verlor Diana ihren Rang als Königliche Hoheit, blieb jedoch ein Mitglied der Königsfamilie. Während der 1980er Jahre hatte Diana zahlreiche Wohltätigkeitsprojekte wie zum Beispiel die britische Aidshilfe unterstützt. Nach ihrer Scheidung von Prinz Charles engagierte sie sich für die Abschaffung von Landminen und widmete sich weiterhin benachteiligten Menschen.

In der Nacht zum 31. August 1997 prallte der Wagen, in dem Diana mit ihrem damaligen Freund Dodi Al-Fayed saß, mit überhöhter Geschwindigkeit gegen einen Pfeiler im Autotunnel unter dem Place de l’Alma in Paris. Diana starb an den Folgen innerer Verletzungen, und die Nachricht ihres Todes löste weltweit eine Welle des Schocks und des Mitgefühls aus. Das Ereignis hatte verheerende Folgen für das Ansehen des Königshauses, da dessen Mitglieder aufgrund ihrer als herzlos wahrgenommenen Contenance massiver Kritik ausgesetzt waren. Entgegen den Regeln des Protokolls wurde für Diana aufgrund der überwältigenden Trauer in der Bevölkerung am 6. September 1997 eine öffentliche Beisetzungszeremonie organisiert. Der Effekt, den Diana auf die Königsfamilie hatte, macht sich noch heute bei manchen Anlässen bemerkbar.

Nach ihrem Tod erhielt Diana den Beinamen "Königin der Herzen", den im 17. Jahrhundert schon Elisabeth Stuart, die Frau des "Winterkönigs" Friedrichs V. trug. Sie war die dritte und jüngste Tochter von Edward John Spencer, 8. Earl Spencer (1924–1992), und dessen erster Ehefrau Frances Roche (1936–2004). Die Hochzeit des Ehepaares hatte zu den gesellschaftlichen Großereignissen des Jahres 1954 gehört. Die Spencers können ihren Stammbaum bis ins Jahr 1469 zurückverfolgen; damals waren sie eine Familie wohlhabender Schafzüchter in Warwickshire. 1603 hatte Jakob I. Robert Spencer eine Baronie verliehen, zu der Jahre später noch der Titel eines Earl of Sunderland hinzukam. Im Jahre 1700 führten die Spencers ihren Stammbaum mit dem der Familie Churchill zusammen, als Anna Churchill, die Tochter von John Churchill, 1. Duke of Marlborough, Charles Spencer, 3. Earl of Sunderland, ehelichte. Ein Nachfahr dieses Ehepaares ist neben Diana Spencer der britische Premierminister Winston Churchill.

Abstammung, Kindheit, Jugend, Elternhaus und weiterer Verlauf.

Die Spencers können ihren Stammbaum bis ins Jahr 1469 zurückverfolgen; damals waren sie eine Familie wohlhabender Schafzüchter in Warwickshire. 1603 hatte Jakob I. Robert Spencer eine Baronie verliehen, zu der Jahre später noch der Titel eines Earl of Sunderland hinzukam. Im Jahre 1700 führten die Spencers ihren Stammbaum mit dem der Familie Churchill zusammen, als Anna Churchill, die Tochter von John Churchill, 1. Duke of Marlborough, Charles Spencer, 3. Earl of Sunderland, ehelichte. Ein Nachfahr dieses Ehepaares ist neben Diana Spencer der britische Premierminister Winston Churchill.

    König Karl II.                             König Jakob II.                      George Washington              Franklin D. Roosevelt

Die Spencers stammen außerdem von verschiedenen illegitimen Abkömmlingen der englischen Könige Karl II. und Jakob II. ab. Zu den Söhnen von Karl II., die zu Dianas Vorfahren gehören, zählen Henry FitzRoy, 1. Duke of Grafton, Charles Lennox, 1. Duke of Richmond und James Scott, 1. Duke of Monmouth. Von Jakob II. stammt Diana durch dessen illegitime Tochter Henrietta FitzJames ab, deren Mutter Jakobs Geliebte Arabella Churchill war. Außerdem war Diana mit acht verschiedenen US-Präsidenten verwandt, darunter George Washington und Franklin D. Roosevelt. John Spencer diente als Kammerherr bei Georg VI. und Elisabeth II., während Dianas Großmütter Lady Cynthia Spencer und Lady Ruth Fermoy Hofdamen von Elizabeth Bowes-Lyon waren.

Dianas Schwestern: Sarah Elizabeth Lavinia (geb. 1955) und Jane Cynthia (geb. 1957).

John und Frances Spencer hatten zum Zeitpunkt von Dianas Geburt bereits zwei ältere Töchter namens Sarah Elizabeth Lavinia (geb. 1955) und Jane Cynthia (geb. 1957), warteten allerdings noch sehnlichst auf einen Erben. Im Januar 1960 hatte Frances Spencer einen Sohn namens John zur Welt gebracht, der allerdings zehn Stunden nach seiner Geburt verstorben war. Als Frances Spencer daraufhin wieder schwanger wurde und eine Fehlgeburt erlitt, hielt sie das vor ihrem Mann geheim. Dianas Geburt wurde in der Familie mit nur geringer Begeisterung gefeiert, und ihre Eltern fanden für ihre jüngste Tochter erst nach einer Woche einen Namen. Frances Spencers Niederkunft wurde in der Times mit den Worten "Viscountess Althorp brachte am Samstag eine Tochter zur Welt" bekannt gegeben. Diana, die am 30. August 1961 getauft wurde, hatte fünf Paten, darunter John Floyd, der Vorsitzende von Christie’s, und Lady Mary Colman, eine Nichte von Elizabeth Bowes-Lyon.

Im Dezember 1968 reichte Frances Spencer die Scheidung ein. Als Begründung führte sie Gewalt in der Ehe an, eine Behauptung, die bis heute umstritten ist und John Spencers Unmut erregte.

Die Monate nach Dianas Geburt gehörten zu den schlimmsten in der Ehe der Spencers. John Spencer bestand darauf, dass seine Frau sich Fruchtbarkeitsbehandlungen unterzog. Die Ärzte sollten feststellen, weshalb sie stets nur Mädchen gebar. 1964 wurde dann der ersehnte Erbe Charles, der spätere 9. Earl Spencer, geboren. Dennoch hatte diese Ehe für Frances Spencer ihren Reiz verloren. 1967 begann sie eine Affäre mit dem verheirateten Tapetentycoon Peter Shand Kydd. Nach der Trennung von seiner Frau setzte John Spencer vor Gericht durch, dass Norfolk als ständiger Wohnsitz seiner beiden jüngsten Kinder Diana und Charles anerkannt wurde. Schließlich reiste Frances Spencer ohne ihre Kinder ab; diesen wurde gesagt, sie würde bald zurückkehren. Dianas Biografin Tina Brown, eine amerikanische Klatschkolumnistin, hält dieses Täuschungsmanöver für "die erste der großen, emotional entscheidenden Lügen, die Dianas Glauben an die reale Welt unterhöhlten".

Im Dezember 1968 reichte Frances Spencer die Scheidung ein. Als Begründung führte sie "Gewalt in der Ehe" an, eine Behauptung, die bis heute umstritten ist und John Spencers Unmut erregte. Tina Brown vermutet, dass die Furcht, der Streit ihrer Eltern könne in physische Gewalt ausarten, Dianas heimliche Kindheitsangst war. Die erwachsene Diana erinnerte sich später daran, wie sie versteckt den Streitereien ihrer Eltern zuhörte. Im April 1969 erhielt John Spencer ein vorläufiges Scheidungsurteil zugeteilt, und einen Monat später heiratete Frances Spencer den mittlerweile geschiedenen Peter Shand Kydd. John Spencer bekam das Sorgerecht für seine Kinder zugesprochen, nachdem Ruth Fermoy über Frances Spencers Untreue ausgesagt hatte. Durch Fermoys Zeugenaussage verschlechterte sich das Mutter-Tochter-Verhältnis erheblich.

Ihre ersten Lebensjahre verbrachte Diana in ihrem Geburtshaus Park House, wo sie später von einer Gouvernante unterrichtet wurde. Als ihr Großvater Albert Spencer, 7. Earl Spencer, am 9. Juni 1975 starb, erbte ihr Vater John Spencer die Earlswürde, und die Familie zog nach Althorp in Northamptonshire, wo sich der Familiensitz Althorp House befindet. Mit dem Tod ihres Großvaters erhielten Diana und ihre Schwestern den Höflichkeitstitel Lady. John Spencer lernte in dieser Zeit Raine Legge, die Frau des 9. Earl of Dartmouth, kennen. Seine Kinder waren es mittlerweile gewohnt, ihren Vater ganz für sich zu haben, und lehnten jede seiner neuen Freundinnen von vornherein ab. Die Entscheidung ihres Vaters für Raine Legge hingegen überstieg ihr Fassungsvermögen vollends, und sie verabscheuten sie vom ersten Augenblick an. Tina Brown mutmaßt, dass John Spencer sich vor der Reaktion seiner jüngsten Tochter angesichts einer Hochzeit mit Raine Legge fürchtete, und deswegen seine Geliebte am 14. Juli 1976 heiratete, ohne Diana oder ihre Geschwister vorher darüber in Kenntnis zu setzen. Diana und ihre Schwestern lasen in den Zeitungen von der Hochzeit. Sie waren weder bei der Trauungszeremonie noch bei dem anschließenden Ball auf Althorp anwesend. John Spencers Verhalten verletzte Diana tief und nachhaltig. Sie lehnte sich gegen ihre Stiefmutter von Anfang an auf.

Diana kam mit neun Jahren in das Internat Riddlesworth Hall, galt aber nur als durchschnittliche Schülerin, während ihre Geschwister exzellente schulische Leistungen erbrachten. Tina Brown zufolge verhielt sich Diana im Hinblick auf ihr intellektuelles Potenzial eher defensiv und machte sich häufig darüber lustig. Dagegen konnte sie sich durch sportliche Leistungen hervortun – sie errang Pokale in Schwimm- und Tauchwettbewerben – und war unter ihren Mitschülerinnen sehr beliebt. Ab 1973 besuchte Diana das Internat West Heath in Sevenoaks, Kent. Obwohl die akademischen Ziele und Ambitionen des Internats bescheiden waren, fiel Dianas Mangel an intellektueller Neugierde selbst dort auf. Allerdings wurde man auf ihre ausgeprägte emotionale Intelligenz aufmerksam. Sie gewann weiterhin Schwimmwettbewerbe und begeisterte sich fürs Ballett, musste diese Sportart später jedoch wegen ihrer Körpergröße aufgeben. Stattdessen wandte sich Diana dem Stepptanz zu und gewann in dieser Disziplin zwei Pokale. Im Dezember 1977 verließ Diana West Heath, nachdem sie selbst im zweiten Anlauf in keiner ihrer Abschlussprüfungen, ihren O-levels, eine genügende Note erzielt hatte. 1978 besuchte Diana das Institut Alpin Videmanette, ein Mädchenpensionat im schweizerischen Rougemont, das sie nach drei Monaten allerdings wieder verließ. In den 1970er Jahren war es in Großbritannien für höhere Töchter aus gutem Hause durchaus üblich, die Schule mit sechzehn Jahren ohne Qualifikationen zu verlassen und bis zu einer gewinnbringenden Heirat als Babysitterin oder Hausangestellte zu arbeiten. Ab 1978 ging Diana verschiedenen beruflichen Tätigkeiten nach. Sie betätigte sich als Babysitterin und Kindergartenhilfe. Anfang 1979 fand sie eine Stelle als Tanzlehrerin, im Sommer zog sie mit einigen Freundinnen in ein Londoner Apartment. Von Herbst 1979 bis zu ihrer Hochzeit mit Prinz Charles arbeitete Diana als Erzieherin im Young-England-Kindergarten im Londoner Stadtteil Pimlico.

Eine Romanze beginnt - die von Anfang an schon zum Scheitern verurteilt war,
durch eine Nebenbuhlerin namens Camilla Shand, später verheiratete Parker Bowles.

Diana hatte Prinz Charles im November 1977 bei einer Jagdgesellschaft auf dem Familiensitz der Spencers kennen gelernt. Sie wurde vom königlichen Hof als die geeignete zukünftige Königin betrachtet, nachdem sie im April 1978 anlässlich der Hochzeit ihrer Schwester Jane Spencer mit Robert Fellowes, dem stellvertretenden Privatsekretär von Königin Elisabeth II., angenehm aufgefallen war. Bei der Feier von Prinz Charles’ 30. Geburtstag im November 1978 machte Diana durch ihr angenehmes Auftreten erneut von sich reden. Als eine der führenden Adelsfamilien Englands brachten die Spencers die besten Voraussetzungen für eine Verschwägerung mit der Königsfamilie mit. Außerdem musste die Braut des Prince of Wales eine protestantische Erziehung erhalten haben und Jungfrau sein; beides traf auf Diana zu. Sowohl die Britische Königsfamilie als auch Mitglieder von Dianas Familie sorgten immer öfter dafür, dass Diana im Blickfeld des Prince of Wales auftauchte. Tina Brown hält es für "eine der unerforschten Ironien in Dianas Geschichte, dass der Hof, je mehr Prinz Charles sich in Camilla Shand verliebte, desto dringlicher eine Frau präsentieren musste, die sie ersetzen konnte". Prinz Charles und Camilla Shand, später verheiratete Parker Bowles, hatten sich im Frühsommer 1971 kennengelernt, und Charles hatte ihr im Dezember 1972 seine Liebe erklärt, ohne ihr allerdings einen Heiratsantrag zu machen. Im Juli 1973 heiratete Camilla Shand dann Major Andrew Parker Bowles.

Was die englische Boulevardpresse herausfand.

Zu diesem Zeitpunkt spielte die britische Boulevardpresse stets dasselbe Spiel: Eine junge Frau wurde mit viel Aufwand als die nächste Königin von England dargestellt, bis jemand in ihrer Biografie einen Skandal entdeckte, der sie disqualifizierte. Sarah Spencer war mit Prinz Charles liiert, doch als sie im Februar 1978 zwei Klatschreportern ein Interview gab, in dem sie unter anderem von ihrem Alkoholkonsum im Internat, ihrem Schulverweis und ihrer Anorexie berichtete, wurden jegliche Pläne, sie könnte die Gattin des Thronfolgers werden, aufgegeben.

Die Beziehung zwischen Diana und Charles begann im Juli 1980

Die Beziehung zwischen Diana und Charles begann im Juli 1980, als der Thronfolger Diana zu einem Polospiel in Sussex einlud. Im August lud er sie nach Cowes, im September nach Balmoral Castle ein. Am 8. September 1980 war das britische Boulevardblatt The Sun die erste Zeitung, die den Rufnamen "Lady Di" verwendete. Als die Regenbogenpresse begann, über die Beziehung des Thronfolgers zu Diana Spencer zu berichten, dachten viele Leser, dass das Verhältnis nicht lange andauern würde. Allerdings erschien am 17. September 1980 im Evening Standard ein Foto von Diana, das einen unvergesslichen Eindruck hinterließ. Diana wurde genau in dem Augenblick mit einem Kind auf dem Arm auf dem Gelände des Young-England-Kindergartens fotografiert, als die Sonne hinter einer Wolke hervorkam. Dadurch wirkte Dianas Baumwollrock durchscheinend, und ihre Beine wurden in voller Länge sichtbar. Tina Brown bezeichnet diesen Augenblick als einen "dieser magischen Momente, die Bilder zu Ikonen machen".

Diana war die Veröffentlichung dieses Bildes äußerst peinlich, während die britische Öffentlichkeit von der Aufnahme verzaubert war und für Diana Interesse entwickelte. Die Fotografie hatte keinerlei negative Auswirkungen auf Dianas Beziehung zu Prinz Charles. Wie üblich bemühte sich die Presse, in Dianas Vergangenheit kompromittierende Ereignisse zu entdecken, doch es gelang ihr nicht.

Am 6. Februar 1981 machte Charles Diana auf Windsor Castle einen Heiratsantrag.

Am 6. Februar 1981 machte Charles Diana auf Windsor Castle einen Heiratsantrag. Später erzählte Diana Andrew Morton: "Es war, als hätte er mich zur Pflicht gerufen – dass ich hinausgehen und mit dem Volk arbeiten solle." Tina Brown hingegen hält es für "völlig ausgeschlossen", dass Diana in jenem Moment an Pflichterfüllung dachte. Dianas Bruder Charles Spencer bestätigte, seine Schwester habe so glücklich ausgesehen wie noch nie und offensichtlich seelische Erfüllung gefunden. Dianas Mutter Frances Shand Kydd war die Einzige in Dianas Umfeld, die ernste Bedenken äußerte. Eine enge Freundin von Frances Shand Kydd enthüllte, letztere habe alles unternommen, um Diana von der Heirat mit Charles abzubringen, da sie Parallelen zwischen der Beziehung ihrer Tochter und ihrer ersten Ehe mit John Spencer gesehen hätte. Außerdem sei Frances Shand Kydd gegen die Verlobung gewesen, weil sie glaubte, ihre Mutter Ruth Fermoy hätte die Angelegenheit beeinflusst. Diese dementierte diese Gerüchte. Am 24. Februar 1981 gab der Buckingham Palace die offizielle Verlobung des Paares bekannt. Als Charles und Diana an diesem Tag von der BBC interviewt wurden, antwortete Prinz Charles auf die Frage, ob er verliebt sei: "Was auch immer verliebt sein bedeutet. Die Interpretation überlasse ich Ihnen." Diese Einschränkung sollte ihn fortan verfolgen, doch seine Bemerkung wurde in keiner der Zeitungen, die über die Sendung berichteten, abgedruckt. "Offenbar wollte niemand den Zauber stören", urteilt Tina Brown. Diana wählte einen Verlobungsring im Wert von 30.000 Pfund Sterling, der mit vierzehn Diamanten und einem Saphir in der Mitte verziert worden war. Aufgrund der öffentlichen Aufmerksamkeit, die ihr nun zuteil wurde, beschäftigte sich Diana zwanghaft mit ihrem Aussehen. Es begann eine bulimische Episode, so dass sie zwischen März und Juli 1981 über sechs Kilogramm abnahm. Die Krankheit sollte später chronisch werden.

Hochzeit mit Prinz Charles (1981)

Die Hochzeit fand am 29. Juli 1981 in der Londoner Saint Paul’s Cathedral und nicht in der normalerweise für königliche Hochzeiten vorgesehenen Westminster Abbey statt, da letztere weniger Platz für Gäste bietet. Die Trauungszeremonie folgte den Riten der Church of England bis auf das Geloben von "Gehorsam". 3.500 Menschen waren in der Kathedrale anwesend. Die Fernsehübertragung des Ereignisses erreichte mit weltweit mehr als 750 Millionen Zuschauern Rekordeinschaltquoten. Wenn man die Zuhörer miteinbezieht, die die Hochzeit per Radio mitverfolgten, kommt man auf ein Publikum von über einer Milliarde Menschen. Als Diana von Clarence House zur Saint Paul’s Cathedral fuhr, säumten zwei Millionen Schaulustige die Straßen, mit 4000 Polizisten im Einsatz.

Charles flüstert zu Diana, dass sie, ob der falschen Namensnennungen,
soeben seinen Vater "geheiratet" habe.

Während der Zeremonie sagte Diana die Vornamen ihres Bräutigams in einer falschen Reihenfolge auf, so dass Charles scherzte: "Sie hat soeben meinen Vater geheiratet!" Dianas Brautkleid, dessen Wert 9.000 Pfund Sterling betrug, war von dem britischen Modedesigner David Emanuel entworfen worden. Der Tag der Trauung wurde in Großbritannien zu einem nationalen Feiertag erklärt. In einem Interview im Jahr 1992 behauptete Diana, es sei der schrecklichste Tag in ihrem Leben gewesen. Durch die Eheschließung führte Diana den Titel Ihres Mannes als sogenannte Höflichkeitstitel: Ihre Königliche Hoheit Prinzessin Charles Philip Arthur George, Fürstin von Wales, Herzogin von Cornwall und Rothesay, etc. Die Übersetzung des englischen Wort "princess" in Prinzessin ist in diesem Falle nicht korrekt. Hier ist die Fürstin gemeint, da der britische Thronfolger immer der Prince of Wales = Fürst von Wales ist. Wie Diana selber anmerkte, war sie nie "Prinzessin Diana", denn britische Prinzessin kann nur sein, wer als solche geboren wurde, oder diesen Titel vom jeweiligen Monarchen besonders verliehen bekommt. Diana war seit der Hochzeit von Lady Anne Hyde mit Jakob II. im Jahr 1659 die erste Engländerin, die einem britischen Thronfolger das Jawort gab. Elizabeth Bowes-Lyon, die spätere Gemahlin von König Georg VI., auch bekannt als Queen Mum, war keine Engländerin, sondern Schottin (allerdings wurde sie in London als Tochter einer englischen Mutter geboren).

Entwicklung zum Medienstar und erste Konflikte

Diana wurde in den folgenden Jahren ohne Unterlass von Reportern verfolgt. Am 21. Juni 1982 wurde ihr Sohn William geboren. Der Wirbel, den die Medien um die bevorstehende Geburt gemacht hatten, hatte Diana das Gefühl gegeben, ganz England liege mit ihr in den Wehen. Sie erkrankte anschließend an einer postnatalen Depression. Je mehr Aufmerksamkeit Diana von der Weltöffentlichkeit bekam, desto mehr schwand Charles’ Interesse an ihr. Auch Frances Shand Kydd betrachtete das Aufhebens, das die Medien um ihre Tochter machten, mit gemischten Gefühlen, und ihre Ehe litt unter der Last des Starrummels um Diana. Am 14. September 1982 starb Fürstin Gracia Patricia von Monaco an den Folgen eines Autounfalls, und Diana, die der Beerdigung als einziges Mitglied der britischen Königsfamilie beiwohnte, erntete Bewunderung für ihre würdevolle Haltung, die sie trotz mehrerer Pannen beibehielt. Innerhalb der königlichen Familie wurde ihr Auftritt, der von der Presse gelobt wurde, jedoch nicht gewürdigt.

Auslandsreisen nach Australien und Neuseeland

Während einer sechswöchigen Australien- und Neuseelandreise im März 1983 manifestierte sich Dianas Bild als globale und vielseitig umjubelte Berühmtheit endgültig, was Prinz Charles sehr missfiel. Die Medien berichteten fast ausschließlich über seine Frau. Hinzu kam, dass die Reise einem ernsthaften politischen Zweck diente: Man wollte die zunehmend republikanisch gesinnten Australier vom Wert der britischen Monarchie wieder überzeugen. Dianas Präsenz führte allerdings einen radikalen Stimmungsumschwung herbei. Sie wurde zum Lieblingsobjekt der Presse, weil ihr, wie Tina Brown erklärt, "jegliche Überheblichkeit fremd war". Frances Shand Kydd sagte dazu: "Sie war nicht allzu selbstbewusst, aber ihr war klar, dass sie eine besondere Gabe hatte, auf Menschen zuzugehen, und sie nutzte diese Gabe reichlich." Der Trubel linderte Dianas Depression und gab der Ehe neuen Auftrieb, doch ihre glänzend absolvierten Auftritte in Australien wurden vom Hof wieder nicht anerkannt.

Prinz Charles und Diana auf dem Alice Springs Airport in Australien
Prinz Charles und Diana vor dem Mount Kosciuszko in Australien
Prinz Charles und Diana in Perth - Australien
Prinz Charles und Diana in Auckland Neuseeland
Prinz Charles und Diana bei den "Maori Hongi",
wo man sich die Nase reibt anstelle von Handschütteln

Am 15. September 1984 wurde Prinz Harry geboren. Zu dieser Zeit befand sich Dianas Ehe mit Prinz Charles bereits in einer schweren Krise, von der jedoch nach außen zunächst nichts bekannt wurde. Zwei von Dianas Biografen, Anthony Holden und James Whitaker, führen das Scheitern der Ehe darauf zurück, dass Camilla Parker Bowles in Charles’ Leben wieder einen wichtigen Platz einnahm. Wie Holden und Whitaker ist Brown der Meinung, dass Charles sich 1983 wieder vollends Camilla Parker Bowles zuwandte, was Diana nicht verborgen blieb.

Mitte der 1980er Jahre

Im November 1985 statteten Diana und Charles dem amerikanischen Präsidentenpaar Ronald und Nancy Reagan anlässlich eines Staatsbanketts einen Besuch ab. Am 9. November tanzte Diana mit dem US-amerikanischen Filmschauspieler John Travolta im East Room des Weißen Hauses zu den Klängen von Saturday Night Fever. Obwohl der Tanz nur etwa zehn Minuten dauerte, handelte es sich dabei um einen entscheidenden Moment in Dianas Verwandlung zur weltweiten Berühmtheit. Gleichzeitig erhielt John Travoltas Karriere nach einem Tiefpunkt wieder einen entscheidenden Auftrieb. Während des darauf folgenden Dinners speiste Diana neben dem russischen Ballettchoreographen Mikhail Baryshnikov.

Diana und Charles 1985 beim amerikanischen Präsidentenpaar
Ronald und Nancy Reagan anlässlich eines Staatsbanketts.
Von links nach rechts: Prinz Charles, Diana, Nancy Reagan und Präsident Ronald Reagan.
Prinzessin Diana beim Tanz mit John Travolta.
Die Gerüchteküche brodelte mal wieder

Bis heute hält sich das Gerücht, dass Diana 1985–86 mit ihrem Leibwächter Barry Mannakee ein Verhältnis hatte. Mannakee, ab 1985 für ihren Schutz zuständig, begleitete sie in jener Zeit auf Reisen nach Italien, Australien und Amerika, und Diana genoss seinen beruhigenden Einfluss bei öffentlichen Auftritten. Tina Brown ist überzeugt, dass dieses Verhältnis Dianas erste außereheliche Beziehung gewesen sei; Dianas enger Freund Dr. James Colthurst sowie ein hoher Beamter von Scotland Yard hätten ihr das bestätigt. James Hewitt gibt in seinem Buch "Love and War" an, Diana habe ihm gesagt, sie und Mannakee seien ein Paar gewesen. Die Leibwächter Ken Wharfe und Colin Tebbutt widersprechen diesem Gerücht. Sie glauben, dieses sei von eifersüchtigen Angestellten erfunden worden. Nachdem Diana und Mannakee am 22. Juli 1986 von Prinz Charles’ Leibwächtern in einer verfänglichen Situation ertappt worden waren, wurde Mannakee aus königlichen Diensten abgezogen. Er starb am 22. Mai 1987 bei einem Motorradunfall. Diana war stets überzeugt, dass er ermordet worden sei.

Am 23. Juli 1986 heiratete Prinz Andrew die bürgerliche Sarah Ferguson

Am 23. Juli 1986 heiratete Prinz Andrew die bürgerliche Sarah Ferguson. Diana war von Fergusons Aufnahme in die königliche Familie begeistert, da sie in der frisch vermählten Duchess of York und entfernten Cousine eine Verbündete sah. Später jedoch konkurrierten die beiden als Rivalinnen um die Gunst der Presse. Während Ferguson ihre Schwägerin wegen ihres mondänen Auftretens beneidete, war Diana auf Fergusons gute Beziehungen zur Königsfamilie eifersüchtig. Diana hegte die vergebliche Hoffnung, die Anerkennung von Königin Elisabeth II. zu erhalten, doch die beiden Frauen wiesen nur wenige Gemeinsamkeiten auf. Ein weiteres Problem stellte außerdem Dianas Eifersucht auf Camilla Parker Bowles dar. Kein Mitglied der Königsfamilie konnte Charles’ Beziehung zu Camilla Parker Bowles gutheißen, doch Elisabeth II. gehörte Tina Brown zufolge einer Generation an, in der man eheliche Untreue entschlossen ignorierte. Dies gelang Diana jedoch nicht, und ihre Bulimie verstärkte sich. Im Sommer 1986 gestand sie ihrer Schwester Jane Fellowes, dass sie sich nach einem Streit mit Charles Schnitte an Brust und Schenkeln beigebracht hätte. In den späten 1980er Jahren bereits zerbrach Dianas Ehe mit Prinz Charles. Diana litt weiterhin unter Bulimie und Depressionen. Über ihrenGesundheitszustand hatte es in der Öffentlichkeit jahrelang Spekulationen gegeben.

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